Quedlinburg ohne Rassismus
Am 22. November 2010 erhielt Quedlinburg als erste Stadt in Sachsen-Anhalt den Titel "Stadt ohne Rassismus - Stadt mit Courage". Die Titelverleihung erfolgt im Rahmen eines Festaktes im Rathauses. Als Vertreter der Landesregierung überbrachte Jens Bullerjahn die Glückwünsche der Landesregierung.
Die Initiative für die Bewerbung Quedlinburgs um diesen Titel ging im Frühjahr von den Schülerinnen und Schülern sowie Vertretern des Fördervereins der Berufsbildenden Schule J. P. C. Heinrich Mette aus. Die Abgeordneten der Stadtratssitzung stimmten einer Erklärung gegen jede Art von Diskriminierung in der Welterbestadt zu.
Das Papier verweist auf die Umsetzung der so genannten Antidiskriminierungsrichtlinien der Europäischen Union (EU), wodurch der Bundestag am 14. August 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz beschlossen hat. Punkt eins der Erklärung lautet wörtlich: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer Aufgabe Quedlinburgs wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden."
Ulrich Thomas, Quedlinburger Stadtrat sowie Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt in der CDU-Fraktion, sagte zur Erklärung gegen jede Art von Diskriminierung in der Stadt: "Ich denke, es ist unstrittig, dass der Kampf gegen Diskriminierung sein muss. Demokratie und Toleranz sind entscheidende Grundrechte. Wir wollen ein weltoffenes Quedlinburg sein, denn Quedlinburg war nicht immer so weltoffen wie heute." Dabei erinnerte der Abgeordnete an Diktaturen.
Ein großer Dank wurde in diesem Zusammenhang den Quedlinburger Berufsbildenden Schulen (BbS) J.P.C. Heinrich Mette und dem Schüler Alexander Radeck ausgesprochen, welche die Initiative ins Leben gerufen hatten. "Ich habe in einigen Jugendtreffs festgestellt, dass in viel Köpfen rechtsextremes Gedankengut existiert. Dem muss einfach etwas entgegengesetzt werden." Die Aktionen in Bremen sowie Chemnitz gegen Rassismus und für mehr Courage hätten ihm gezeigt, dass sich sogar ganze Städte und nicht nur Schulen erfolgreich wehren können. Sein Lehrer Albrecht Bren unterstützte die Idee und fand bei den Gewerbetreibenden, den anderen Schulen und Institutionen sowie dem Stadtrat tatkräftige Unterstützung.
Es folgten verschiedene städtische und schulische Aktionen für mehr Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausstellungen, Foren, wie Timo Götze, Koordinator des Harzer Netzwerkes "Schulen ohne Rassismus", berichtete. Mit einem "Tag des Engagements für Demokratie und Toleranz in Quedlinburg" am 25. September gelang es schließlich, die vielfältigen Netzwerke und Aktivitäten miteinander zu verbinden.



