SOR-SMC -  Beispiel Bremen
"Mit großem Respekt begleite ich ihr Engagement und werde alles tun, um es weiter zu fördern", sagte Weber vor den Schülern. Foto: Bremische Bürgerschaft

"Mit großem Respekt begleite ich ihr Engagement und werde alles tun, um es weiter zu fördern", sagte Weber vor den Schülern. Foto: Bremische Bürgerschaft

Bremen gegen Rassismus

"Parlament ohne Rassismus" - hinter diese Losung hatten sich jüngst auf Initiative von Schülern und Lehrern der Schulzentren Lange Reihe und Pestalozzistraße sowie der Gesamtschule Mitte sämtliche Bürgerschaftsabgeordneten gestellt.

 

Um dies zu dokumentieren, bekam Präsident Christian Weber (SPD) gestern stellvertretend für das Hohe Haus die Plakette "Bremen ohne Rassismus - Bremen mit Courage" verliehen. Eine Auszeichnung, die in Bremen bislang ausschließlich Schulen zuteil wurde.

 

"Mit großem Respekt begleite ich ihr Engagement und werde alles tun, um es weiter zu fördern", sagte Weber vor den Schülern. Mit Blick auf den Bremerhavener DVU-Abgeordneten Siegfried Tittmann ergänzte er, dass auch im Parlament ein Abgeordneter leicht in Rassismus und Ausländerbeschimpfung abgleite. [Quelle: Weser-Kurier, 12.05.2006]

Bremen geht neue Wege

Fotos: Roland Scheitz

Fotos: Roland Scheitz

Die Hansestadt erhält als erste Kommune in Deutschland den Titel "Bremen gegen Rassismus - Bremen für Courage"

 

Die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft haben sich mit überwältigender Mehrheit dazu verpflichtet, künftig gemeinsam mit SchülerInnen der Stadt nachhaltige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus zu überwinden. Diese für Deutschland einzigartige Initiative ist eine Aktion der Bundeskoordination von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".

 

Unter dem Titel "Unsere Stadt ohne Rassismus"  arbeitet SOR-SMC seit einem Jahr mit SchülerInnen aus Bremen und Chemnitz daran, in diesen beiden Städten eine Antidiskriminierungsagenda zu erarbeiten, für die eine Zwei-Drittel-Mehrheit unter den Parlamentariern gewonnen werden soll.

 

Die Aktionstage der Bremer SchülerInnen vom 24. bis 26 Januar 2006 waren ein voller Erfolg. Alle anwesenden Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft und selbst Senatoren und Verwaltungsangestellte unterzeichnen die von SOR-SMC SchülerInnen gestaltete Antdiskriminierungsagenda.

 

"Euer Engagement tut uns Politikern gut!", stellte Andreas Kottisch Landtagsabgeordneter (SPD) und Pate der SOR-SMC SZ Walle in Bremen nach dem erfolgreichen Abschluss der Unterschriftenkampagne für ein Parlament ohne Rassismus am Donnerstag fest. Mit ihm sind VertreterInnen aus den Fraktionen von CDU und Bündnis 90/ Die Grünen am 26.01. zur Abschlussveranstaltung im Presseraum der Bürgerschaft erschienen, um den jungen Menschen ihre Anerkennung und ihren Dank auszusprechen.

 

"Wir sind das erste Landesparlament, dass diese Aktion durchgeführt hat und darauf sind wir sehr stolz", so Class Rohmeyer von der CDU. Die SchülerInnen, die drei Tage lang im Foyer der Bremischen Bürgerschaft Unterschriften für die von ihnen gestaltete Antidiskriminierungsagenda gesammelt haben, können nun aufatmen. 81 der 83 Abgeordneten haben sich verpflichtet, die  Antidiskriminierungsarbeit der SchülerInnen aktiv zu unterstützen und als Parlamentarier für die Einhaltung dieser Selbstverpflichtung Sorge zu tragen. Lediglich zwei erkrankte Abgeordnete fehlten den engagierten SchülerInnen als UnterzeichnerInnen, um eine hunderprozentige Mehrheit zu bekommen. Bremen hat damit ein Zeichen gesetzt für eine offene Auseinandersetzung gegen jegliche Formen von Diskriminierung. Katharina, Schülerin am SZ Walle, dazu: "Uns ist es wichtig, dass unser Projekt langfristig ist und das Parlament langfristig daran arbeitet, das Thema Antidiskriminierung in Bremen anzugehen. Der von uns geforderte Tag der Aufklärung in der Bremischen Bürgerschaft ist nur ein erster Schritt. Weitere müssen folgen." Dass sie folgen werden, daran zweifelt keiner der Anwesenden.

 

"Unser Parlament sollte, wie auch die Schulen, die den Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage tragen, jährlich überprüft werden, ob es dieSelbstverpflichtung einhält und das Prädikat "Bremen gegen Rassismus -Bremen für Courage" weiterhin verdient oder nicht. Wir als Abgeordnete werden uns dafür einsetzen, dass das Projekt in den Beiräten bekannt gemacht wird. Wir möchten die Antidiskriminierungagenda auf kommunaler Ebene einsickern lassen, um eine verstärkte Sensibilisierung für das Thema zu erreichen", sagt SPD Landtagsabgeordnete Ulrike Hövelmann.

 

Unterschriftenaktion in der Bremer Bürgerschaft. Fotos: Roland Scheitz

Unterschriftenaktion in der Bremer Bürgerschaft. Fotos: Roland Scheitz

SchülerInnen fordern Antidiskriminierungsagenda

Bremer SchülerInnen fordern eine Antidiskriminierungsagenda für ihre Stadt. Die Abgeordneten der Bremer Bürgerschaft sollen nun über die politische Unterstützung der Initiative entscheiden.

 

Bremen ohne Rassismus – Bremen mit Courage

 

Vom 24. bis zum 26. Januar 2006 finden täglich zwischen 14 Uhr und 18 Uhr in der Bremer Bürgerschaft von Schülerinnen und Schüler initiierte Aktionstage statt. An einem Informationsstand im Foyer des Parlaments geben die jungen BremerInnen Auskunft über ihr Projekt „Bremen ohne Rassismus – Bremen mit Courage“ und versuchen eine 70 prozentige Mehrheit der Parlamentarier zur Unterzeichung der von den Jugendlichen gestalteten Antidiskriminierungsagenda zu gewinnen. Mit ihrem Engagement setzen sie ein Zeichen für ihre Stadt und fordern die Landesparlamentarier dazu auf, sich durch eine Selbstverpflichtung aktiv gegen jegliche Form von Diskriminierung einzusetzen.

 

Hier könnt Ihr die Presseerklärung der Bremer SchülerInnen und die Presseerklärung der Bundeskoordination SOR-SMC als PDF-Datei herunterladen.

 

Mehr Informationen zu Link für Dateidownload folgtBremen ohne Rassismus – Bremen mit Courage findet Ihr auch in dieser PDF-Datei.

 


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