SOR-SMC -  Bundesweites Treffen 2005

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Begrüßung durch Sanem Kleff, Projektleiterin und Eberhard Seidel, Geschäftsführer.

Heiko Kaufmann, Pro Asyl und Vorstandsmitglied von AktionCourage, leitet den Workshop "Hier geblieben".

Informationstafeln auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm.

Gerasimos Warmann leitete den Workshop "Keine Chance der NPD und rechten Kameradschaften!"

Kranzniederlegung auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm durch die Projektleiterin Sanem Kleff und Burkhard Jellonnek, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung im Saarland

Der Journalist und Fernsehproduzent Friedrich Küppersbusch leitet den Workshop "Rassismus in den Medien"

Klezmer-Workshop

Chill Out zwischen den Workshops

Fabian Lohmann vom Gymnasium am Wall in Verden präsentiert die Aktionen seiner Schule gegen die NPD

Der Rapper Tony L. in Aktion.

Sevgi Kahraman-Brust mit den TeilnehmerInnen des Workshops "Gemeinsam sind wir stärker!"

Silke Oldenburg, Landeskoordinatorin in Berlin, leitete den Workshop "West meets East". Fotos: M. Yilmaz

Das bundesweite Treffen der über 230 anerkannten Schulen der Aktion "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" fand in diesem Jahr vom 3. bis 5. Juni 2005 in Saarbrücken auf dem Gelände der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm / Hotel Novotel statt. Das Treffen stand unter dem inhaltlichen Motto: "Schulen stärken lokale Netzwerke gegen Diskriminierung!". Hier der Einladungsflyer.

 

Mit dabei war auch der  Jugendserver-Saar, der live berichtete. Zum  Live-Dokuteam gehörten: Carina Mertes aus Bonn, von der  Realschule Medinghoven, Svea Schmalfeld und Hannes Grosch aus Bremen, aus der  Integrierten Stadtteilschule Johann-Heinrich Pestalozzi.

 

Am Freitag Abend ging es los: Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 52 Schulen trafen im Novotel Saarbrücken ein, und erstmal hieß es Zimmer beziehen, die Gedenkstätte Neue Bremm erkunden und kucken wer sonst noch da ist.

 

Am Abend wurde dann das Programm vorgestellt, in dem 16 Workshops, ein fettes Konzert und die offizielle Feier zu "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" angekündigt wurden. Spannend ging es weiter, denn es galt etliche Projekte von Schulen vorzustellen, die mit verschiedenen Ansätzen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit antreten. Das dauerte seine Zeit, aber anschließend war Chill Out angesagt, denn am nächsten Tag stand Arbeit auf dem Programm.

 

Samstag morgen strömten die TeilnehmerInnen in die Seminarräume und Zelte, um mit den spannenden Workshops zu beginnen. Hier findet Ihr das komplette und kommentierte Programm der Workshops mit den Namen aller Referentinnen und Referenten.

 

Nun geht es weiter mit den Notizen des Live-Doku-Teams zu den Workshops am 4. Juni:

 

Aus der Geschichte lernen

Wie war es damals mit den Nazis und wie ist es heute, was hat sich verändert bzw. hat sich etwas verändert? Die Schüler haben in Diskussionsrunden ihre Kenntnisse zu diesem Thema besprochen und erweitert.

 

Gemeinsam sind wir stärker!

Wie kann man mit anderen Schulen in der Region eine regionale Partnerschaft, aufbauen, um zum Beispiel große Projekte gemeinsam zu planen und am Ende auch zusammen auszuführen. Oder auch zum Austausch von Erfahrungen untereinander.

 

Rassismus in den Medien

Friedrich Küppersbusch, erster Pate einer SOR-SMC Schule und Fernsehproduzent ging in diesem Workshop der Frage nach, erzeugen oder verstärken Medien Rassismus und Rechtsextremismus. Diskutiert wurden Beispiele aus Filmen, Fernsehen und Printmedien.

 

Peer Leaders

Es ging darum, dass Jugendliche auch Jugendliche führen können und dies nicht unbedingt von einem Erwachsenen übernommen werden muss. Eine Frau aus Berlin von der RAA hat die Ausbildung (2 Jahre) zu so einem Leiter vorgestellt und berichtet, wie und wo man dies machen kann. Jemand, der diese Ausbildung bereits gemacht hat, hat von seiner Sicht aus über die Ausbildungszeit berichtet. Wer es genauer wissen will, kann  hier vorbeikucken.

 

Keine Chance der NPD und rechten Kameradschaften!

In diesem Workshop berichteten die beiden Schüler Fabian Lohmann aus Verden/Aller und Gerasimos Warmann aus Gemnünden/Unterfranken darüber, wie sie in ihren Schulen und Städten Aktivitäten gegen die NPD und das Auftreten rechter Kameradschaften entwickeln und dabei mit vielen Bündnispartner aus der Region kooperieren.

 

Rapschool / Check it out - YO

Toni L von Advanced Chemistry führte die Teilnehmer in die Rap-History ein. Ein Hauptthema bestand darin, den Hip Hop in verschiedene Stufen auf zu teilen. Hip Hop kann man nicht in eine Schublade stecken, es kommt auf die Texte an. Wenn man einen Hip Hop Text schreibt, muss man genau auf die Wortwahl achten.

 

Zivilcourage lässt sich lernen

In diesem Workshop wurde besprochen, in ganz vielen Spielen ausprobiert, wie man couragiert gegen Gewalt und Rassismus angehen kann, ohne dabei ungewollt zu provozieren. Man muss Konflikte nicht immer in Gewalt ausarten lassen. Hier konnte man lernen, Konflikte spielerisch zu lösen und Kräfte richtig ein zu setzten und zu regulieren. Wie man bei Konflikten mit anderen zusammen arbeiten kann, wurde auch vermittelt.

 

Hier geblieben

Der Workshop befasste sich mit dem Thema Asylrecht in Deutschland. Pro Asyl leitete diesen Workshop und klärte auch einige dieser Fragen:

 

  • Wie werden Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen?
  • Wie werden Flüchtlinge in Deutschland abgeschoben?
  • Wie werden Flüchtlinge in der deutschen Demokratie behandelt?
  • Wie ist es für einen Ausländer der als Flüchtling kommt?

 

West meets East

Die Gruppen haben sich damit befasst, ob es den Unterschied zwischen Osten und Westen noch gibt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass dieser heute nicht mehr existiert in den Schulen. Deshalb haben sie den Namen des Workshops geändert auf West and East as one. Außerdem haben sie über die Möglichkeit von Partnerschulen im Bundesgebiet  gesprochen und einen Fragebogen entworfen, den die Schulen erst einmal ausfüllen sollen.

 

Baobab: Szene- und Popkultur in Westafrika

Leopold Tumene, Hochschulabsolvent aus Kamerun, berichtet den Teilnehmern über das Leben von Jugendlichen in Westafrika und den vergleich zum deutschen Alltag. Außerdem wurde über die Vorurteile gegenüber anders farbigen diskutiert.

 

Schwul oder lesbisch? Na und! Coming out in der Schule

Das Interesse an diesem Thema musste gegeben sein, um es ernsthaft zu behandeln. Gleichgeschlechtliche Liebe läuft Gefahr  oft bedroht und diskriminiert zu werden, wenn sie sich zeigen. Es wurde geklärt, was bedeutet Hetero-/Homosexuell? Spiele zu diesem Thema wurden durchgeführt, wie man sich in der Minderheit oder Mehrheit fühlt. Was möchtet Ihr an Eurer Schule machen, was habt ihr gelernt, waren einige Diskussionsthemen.

 

Sinti und Roma und das Mahnmal

Es geht darum, dass der Bau des Mahnmals der Sinti und Roma nicht länger heraus gezogen werden darf und die Inschrift ein Zitat des Roman Herzogs sein soll.

 

Noch mehr Fotos haben wir in die Fotogalerie gestellt.

Demnächst findet Ihr  hier auch Eindrücke von Berliner und Brandenburger Schülerinnen und Schüler.

 

V.l.n.r.: Eberhard Seidel, Geschäftsführer SOR-SMC, Sanem Kleff, Projektleiterin SOR-SMC, Prof. Dr. Arno Lustiger, Burkhard Jellonnek, Landeskoordinator von SOR-SMC im Saarland, Alfons Vogtel, stellv. Präsident des saarländischen Landtages, Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken. Foto: Metin Yilmaz

V.l.n.r.: Eberhard Seidel, Geschäftsführer SOR-SMC, Sanem Kleff, Projektleiterin SOR-SMC, Prof. Dr. Arno Lustiger, Burkhard Jellonnek, Landeskoordinator von SOR-SMC im Saarland, Alfons Vogtel, stellv. Präsident des saarländischen Landtages, Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken. Foto: Metin Yilmaz

Festakt zu "10 Jahre SOR - SMC"

Das bundesweite Treffen der "Schulen ohne Rassismus - Schulen mit Courage" in Saarbrücken endete am Sonntag den 5. Juni mit dem Festakt zum zehnjährigen Bestehen von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Der Festakt fand im Staatstheater Saarbrücken statt. Teilgenommen haben neben 500 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland zahlreiche Patinnen und Paten, Prominente und Unterstützer.

 

Die Festrede hielt Dr. Heiner Geißler, Vorstandsmitglied von Aktion Courage e.V. "Ohne Mut geht gar nichts!" lautete die Kernbotschaft seiner Rede an die Schülerinnen und Schüler.

 

Die Schirmherrschaft für den Festakt übernahm Renate Schmidt,  Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In ihrem Grußwort stellte sie fest: "Es ist elementar, dass sich junge Menschen so früh wie möglich mit den Themen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung auseinandersetzen, denn die Jugendlichen, die heute noch die Schulbank drücken, stehen morgen in der Verantwortung für unser Land."

 

Ausführlicher Bericht

 

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