SOR-SMC -  Bundesweites Treffen 2006

Live-Dokumentation

Von Freitag, dem 29.09.2006 bis Sonntag 01.10.2006 arbeiteten 9 mehr oder weniger „Rasende Reporter“ an den Live-Berichten vom Bundestreffen der „SOR-SMC“. Die Redaktion bestand aus Anne Markert (Bremen), Miriam Kropp (Rastede), Nathalie Mavinga(Dortmund), Gregor Seifert (Waldenburg) und Timo Meyer (Friedrichsthal). Außerdem als Chefberater anwesend und aktiv Eberhard Seidel, unser Systemchef und Mann der Umsetzung Metin Yilmaz und unsere beiden freien Fotographen Armin Ahlheim und Christoph Wesemann. Weitere Bilder entstanden durch Nathalie und Gregor.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Redaktion

 

Anne

Gregor

Miriam

Nathalie

Timo

Christoph

Armin

Das kreative Chaos

Warum engagieren sich Jungs weniger als Mädchen?

Foto: Christoph Wesemann

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 15:00 Uhr

 

Es ist uns (dem Redaktionsteam) aufgefallen, dass beim diesjährigen bundesweiten Treffen in Bremen mehr weibliche als männliche Teilnehmer anwesend sind. Von 121 TeilnehmerInnen sind 75 weiblich und nur 46 männlich. Warum ist das so?

 

Wir sind der Meinung, dass die Mädchen/Frauen sich mehr engagieren, weil sie von Natur aus einen Instinkt haben, welcher sie nicht einfach wegschauen lässt und  welcher ein größeres Interesse weckt, die Welt zu verändern. Diese Veränderung bezieht sich in diesem Fall auf die Bekämpfung von Rassismus. Natürlich wollen wir hier die Jungs /Männer nicht diskriminieren, im Gegenteil, wir wollen sie herausfordern, sich mehr zu engagieren.

 

Der Grund dafür, dass sich die Jungs/Männer weniger engagieren, liegt wahrscheinlich darin begründet, dass sie Veranstaltungen dieser Art meist langweilig beziehungsweise uncool finden.

 

Woran das liegt, wollen wir in den nächsten Stunden herausfinden und werden deshalb die Teilnehmer befragen.

Q-rage FM

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 21:30 Uhr

 

In einem Workshop produzierten acht SchülerInnen ein kleines Hörspiel und Jingles zur NPD und zur Schulhof-CD. Hier könnt ihr die Beiträge als mp3-Dateien hören oder herunterladen.

hoerspiel-gsv.mp3

1.8 M

jingle-hb1.mp3

674 K

schulhof.mp3

3.7 M

Foto: Gregor Seifert

"Hallo, ich bin Peter aus Lüneburg"

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 13:30 Uhr

 

Am Rande des bundesweiten Treffens der SOR-SMC-Schulen in Bremen gibt es natürlich wieder Erlebnisse der besonderen Art. Hierzu zählt ohne Frage die Begegnung mit Peter aus Lüneburg. Eine Gruppe von Teilnehmern saß am frühen Freitagabend in der Lobby der Jugendherberge Bremen, als sie Besuch von einem erwachsenen, weißhaarigen  Mann bekamen. Er sprach sie  mit den Worten „Hallo, ich bin Peter aus Lüneburg“ an. Leicht verwirrt  kamen die Gruppe und er ins Gespräch, bis sich herausstellte, dass er kein Teilnehmer des Treffens war. Er war einfach ein Gast, der eigentlich am frühen Samstagmorgen abreisen wollte. Als er aber erfuhr, aus welchem Grund „so viele junge Menschen“ die Jugendherberge besuchten, entschied er spontan, dass er einen Tag länger bleiben wird. Er wollte weiter Interessantes erfahren und noch mehr nette Leute kennen lernen.

Foto: Metin Yilmaz

Foto: Metin Yilmaz

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Armin Ahlheim

Foto: Armin Ahlheim

Foto: Armin Ahlheim

Open Space

Veröffentlicht am 01.10.2006 - um 12:30

 

Die Zukunft der SOR-SMC -  Schulen

 

Sonntag, 01.10. 9:30 Uhr. Der Konferenzraum 1 der Jugendherberge Bremen erwachte zur letzten Veranstaltung beim diesjährigen Treffen der "Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage".

 

Da sich die meisten Teilnehmer erst noch in der Jugendherberge abmelden müssen, verzögerte sich der Beginn der Veranstaltung um einige Minuten. Eberhard Seidel nutzte diese Zeit, um die neu gestaltete Webseite der Live-Dokumentation zum SOR-SMC-Treffen vorzustellen. Die effektive, schnelle und vor allem auch sehr gute Arbeit wurde sehr gut angenommen und die Teilnehmer verfolgten die Präsentation mit viel Interesse.

 

Nach dem Überblick über die letzten Tage rief Sanem Kleff dazu auf, in die Zukunft zu schauen. Die TeilnehmerInnen sollten in Kleingruppen Vorschläge für die künftige Arbeit von SOR-SMC erarbeiten und Überlegungen zum nächsten bundesweiten Treffen stellen, das unter dem Motto „Kommunikation“ stehen wird. Bei dieser Gelegenheit kündigte die Projektleiterin an, dass das nächste  bundesweite Treffen im Juni 2007 in Sachsen, möglichst in Chemnitz stattfinden wird.

 

Konkret stellte  Sanem Kleff drei Fragen, die in den Gruppen diskutiert werden sollten:

 

1. Was kann im nächsten Jahr an meiner Schule passieren?
2. Wie kann man SOR-SMC im Bundesland, in der Stadt und in der Schule weiterführen?
3. Was kann man im Jahr 2007  beim SOR-SMC-Treffen zum Thema "Kommunikation" unternehmen?

 

Vorschläge der SchülerInnen zu 1:

Regelmäßige Treffen der Projektgruppe an den Schulen sind sehr wichtig und sollten mindestens einmal im Monat stattfinden. Photostorys könnten auf eine sehr besondere Art und Weise die Probleme und deren Lösungen vorstellen. Dazu erwähnte Eberhard Seidel einen geplanten Workshop zu Photographie in Berlin. Staffellaufen von Schule zu Schule soll die Vernetzung der Schulen ausdrücken („Laufen gegen Rechts“) und die Kommunikation fördern. Es wurde Bezug zum nächsten Treffen genommen und die Idee entstand, dass es eine Art Staffellauf vom Westen (Saarland) bis in den Osten (Chemnitz) geben könnte.

 

Vorschläge der SchülerInnen zu 2:

In jedem Jahr sollte die Unterschriftensammlung an der Schule wiederholt werden, damit die neuen Schüler sich bewusst für das Projekt entscheiden können. Die Organisation sollte man nicht nur einer Person der Schule überlassen, es sollten Gruppen gebildet werden, die sich aktiv für den Titel einsetzen, Aufklärung betreiben und auch den Grundsatz „Nicht wegsehen!!!“ verbreiten.

 

Es wurden auch Vorschläge zum Erstellen eines Internet-Forums unterbreitet, in dem sich andere Schulen erkundigen können, nachfragen und auch Gedanken und Anregungen schreiben können. Es besteht der Wunsch, dass jüngere Teilnehmer zu den bundesweiten Treffen eingeladen werden, doch derzeitig gibt es noch Probleme in Sachen Aufsichtspflicht. Doch das Thema wurde nicht abgeschrieben, es wird nach  weiteren Möglichkeiten gesucht, Treffen für jüngere Schülerinnen zu organisieren. Des Weiteren wurde vorgeschlagen, dass sich SOR-SMC-Schulen noch intensiver überregional miteinander vernetzen und  Partnerschaften gründen.

 

Vorschläge für das Treffen 2007 in Sachsen

Es könnte bei diesem Treffen um Medienbeeinflussung gehen, denn die SchülerInnen waren der Meinung, dass Medien viele Menschen beeinflussen können und dass Aufklärung nötig ist, wie sie das machen. Auch eine Flaschenpostaktion wäre denkbar, um so über den Fluss, der durch die Gastgeberstadt fließt, unsere Botschaften zu verbreiten. Auch der Wunsch nach Musik und einem Abendprogramm wurden geäußert, vielleicht sogar durch die Teilnehmer selbst.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde das Hörspiel der „Radio Q-Rage FM“ Arbeitsgruppe eingespielt. Es herrschte absolute Stille im Konferenzraum, denn das Hörspiel handelte von der Agitation der NPD und der rechten Szene. Der Beitrag wird mit großem Beifall gewürdigt.  Das Hörspiel verstaubt jetzt natürlich nicht in einer Schublade, es steht jedem zum Hören auf dieser Website zur Verfügung. Sanem Kleff und Eberhard Seidel bedankten sich für die intensive Zusammenarbeit an den drei Tagen, für den Spaß und die produktive Arbeit.

 

Der letzte Programmpunkt des heutigen Tages war das letzte Mittagessen in der Jugendherberge und dann der immer näher rückende, verhasste aber doch notwendige Abschied. Es wurden viele Kontakte geknüpft und wir hoffen, dass die Zusammenarbeit der SOR-SMC-Schulen sich immer weiter aufbaut!

 

Wir blicken zurück auf ein sehr spannendes und informatives, aber vor allem schönes Wochenende mit viel Spaß und Aktion, mit vielen Tipps und Tricks und vielen vielen kleinen Zetteln mit Adressen und Telefonnummern.

 

Akribisch aufgeschrieben von: Gregor Seifert

Foto: Armin Ahlheim

Foto: Armin Ahlheim

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Armin Ahlheim

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Christoph Wesemann

Foto: Armin Ahlheim

Präsentation der Arbeitsergebnisse

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 20:00 Uhr

 

Nach dem am Samstag, den 30.09.2006 den ganzen Tag in den Gruppen produktiv gearbeitet wurde, fand dann ab 17.15 Uhr die Präsentation der Ergebnisse statt. Nachdem es leichte Probleme mit dem Mikrophon gab, ging es doch schon richtig los.

 

Als erstes sprach die Gruppe „Radio Q-Rage“ zu ihrem Projekt, welches mit tosendem Applaus angenommen wurde. Sie produzierten ein Hörspiel zum Thema Rassismus. Nach einigen Worten zu geplanten Projekten von Eberhard Seidel zum Thema Radio im Internet war auch schon der nächste Workshop an der Reihe: „Schwul oder lesbisch? – Na und!“. Eine gut gefüllte Bühne mit den Gruppenteilnehmern wurde herzlich angenommen und man konnte in den Gesichtern der Zuhörer sehen, dass sie vielleicht auch an diesem Projekt teilgenommen hätten, wenn sie den Inhalt der Diskussion gekannt hätten. Bei Fragen wie: „Ist es in der Disco für Homos anders als für Normale?“ oder „Kann man Homosexualität heilen?“ sah man grübelnde Gesichter, Unverständnis aber auch Gelächter.

 

Die Arbeitsgruppe „Flucht und Asyl“ stellte ein Rollenspiel dar, in dem ein Asylantrag eines Flüchtlings und der Spiesrutenlauf durch die deutschen Behörden nachgespielt wurden, um zu zeigen, wie schwer und ungerecht Asylsuchende behandelt werden. Sie stellten auf eindrucksvolle Weise dar, wie willkürlich und so auch rassistisch das deutsche Recht und die deutsche Gesetzgebung an diesem Punkt sein kann. Als Fazit des Projektes wurde beschlossen, dass sich dieses Problem nur durch Initiativen lösen lässt und es wurden klare Vorschläge gebracht!

 

Ein weiteres Thema der Abendveranstaltung war die „Strategie der Rechtsextremen“. Den Zuhörern wurde verdeutlicht, dass man Nazis nicht mehr am Aussehen erkennen kann. Die Gruppe erstellte eine nützliche Übersicht über den Unterschied von äußeren Zeichen und der inneren Auffassung. Sie unterschieden auch die Mitläufer, welche man noch umstimmen kann, von den wirklich überzeugten Nazis, von denen man sich weit entfernen sollte. „Man muss aktiv werden und was dagegen tun!“, lautete der Abschlusssatz eines Gruppenmitgliedes.

 

Um die aktive Mitarbeit bei der Vernetzung ging es im Workshop „Zusammen sind wir stark – regionale Vernetzung“, es wurden viele sehr wichtige Hinweise erörtert, welche die Zusammenarbeit der Schulen untereinander fördern kann, es bleibt zu hoffen, dass auch alle dieses Interesse teilen!

 

Ein gigantisches Projekt stellte die Gruppe „Meine Stadt ohne Rassismus“ vor. Sie wollen nicht nur an  Schulen die Idee des Antirassismus tragen, nein, sie haben sich zum  Ziel gesetzt, dass eine ganze Stadt ohne Rassismus wird, und dass eine ganze Stadt Courage zeigt. Für dieses Vorhaben wurden in der kurzen Zeit des Workshops sehr viele Ideen zusammengestellt. Als positive Beispiele wurden Bremen und Chemnitz aufgeführt. Denn in diesen beiden Städten haben SchülerInnen sich bereits daran gemacht, diese Idee zur Realität werden zu lassen. Die Gruppe hat aber nicht nur dieses Thema erörtert, sie haben auch noch eine Box für Verbesserungsvorschläge zu den Workshops entworfen, da sie der Meinung waren, dass es in einigen Workshops interessantere Gestaltungsmöglichkeiten geben könnte.

 

„Ich Rassist“ beschäftigte sich mit Fragen wie „was ist Rassismus“ oder „wie entsteht er?“. Diese Fragen wurden unter anderem durch Spiele und Diskussionen bearbeitet. „Was können wir dagegen tun?“ Es blieb nur eine Antwort: „Niemals aufgeben, aufklären und nie die Augen verschließen“! Des Weiteren wurde in dieser Gruppe ein Video geschaut, in dem es um Missverständnisse ging, und was aus diesen entstehen kann. Durch Fragebögen und Gruppenarbeit wurde das Gruppenthema nie vernachlässigt!

 

Zum Schluss präsentierte die Gruppe das „Live-Dokumentationsteam seine Ergebnisse, die durch den ganztägigen Einsatz der „rasenden Reporter“ entstanden sind. Auch diese Arbeit wurde mit viel Applaus und einigen erschrockenen Gesichtern gewürdigt. Der Schock bei einigen, die nicht glauben konnten, dass die Bilder und Berichte des Tages so schnell online waren.

 

Obwohl die Moderatorin Sanem Kleff mit dem Mikrophone einige Schwierigkeiten hatte und immer zur Eile drängen müsste, da sonst die Präsentationen Stunden gedauert hätten, war es eine erfolgreiche und sehr interessante Abschlussveranstaltung für den Workshop-Tag. Alles in Allem wurden die Veranstaltung und die Workshops sehr positiv angenommen und allgemein herrschte die Auffassung, dass das diesjährige Treffen der „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ wieder ein voller Erfolg war.

 

Der Rest des Abend des 30.09.2006 wurde dann in geselligen Runden verbracht, wobei oft noch über das Gehörte und auch das selber Erlebte diskutiert wurde.

Schwul oder lesbisch? - Na und!

Foto: Metin Yilmaz

Foto: Gregor Seifert

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 13:00 Uhr

 

„Wie würdest du einen Schwulen oder eine Lesbe beschreiben?“, so die erste Frage von Alexander Freier in seinem Workshop. Nachdem sich die 15 Teilnehmer kurz vorgestellt hatten, ging es auch schon direkt los ins Erörterungsgeschehen und in die Diskussionsrunde. Thema: „Schwul oder lesbisch?“ Sanem Kleff und Alexander Freier wollen mit den Jugendlichen diskutieren, warum falsche Auffassungen von Homosexuellen bestehen, weshalb es oft Auseinandersetzungen mit Homosexuellen gibt und was dagegen unternommen werden kann.

 

Natürlich ist dies kein theoretisches Thema, die Diskussion lebt von den Erfahrungen der Teilnehmer, von selber erlebten Auseinandersetzungen und Diskriminierung. Es stellte sich immer die eine Frage, warum werden Homosexuelle in der modernen Gesellschaft von Heute nicht akzeptiert? Warum sind es gerade die islamischen Länder, welche Homosexualität verbieten und auch extrem dagegen vorgehen? Auf diese Fragen kann man natürlich keine endgültig direkte Antwort geben, aber die Diskussion über dieses Thema ist sehr wichtig, denn nur in einer Gemeinschaft mit toleranten Mitmenschen kann gegen dieses diskriminierende Handeln vorgegangen werden! Und es ist nicht zuletzt der Verdienst von Alexander Freier, dass es diese Diskussionen über Schule und Lesben gibt, er selbst sagt von sich in Bezug auf die Toleranz an Schulen „Ich habe es bisher an jeder Schule, die ich besucht habe geschafft, den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu erwirken, also auch an meiner neuen Schule“, und er blickt sehr optimistisch in die Zukunft: „Mein Ziel für die Zukunft ist, dass mein Stadtteil „Treptow“ in Berlin antirassistisch und tolerant wird!“

 

Eine Person sticht durch klare Meinung aus dem Workshop hervor. Die „Lesbe“ Sandra. Sie spricht aus, was viele denken oder fühlen und bringt eine sehr belebte und diskutierfreudige Stimmung in die Gruppe. Auf die Frage, warum sie ihr Homosexualität offen zeigt, antwortete sie: „Ich finde dieses Versteckspiel vieler Homos dumm und sinnlos, warum soll ich meine Neigung nicht zeigen, es ist doch inzwischen zur Normalität geworden.“

 

Im Interview von Sandra und Alex wollten wir außerdem wissen, wie sie aus Diskriminierung zu ihrer Person reagieren. Ihre Antworten dazu waren einfach, aber sehr deutlich: „Wir ignorieren meistens solche Kommentare oder versuchen denjenigen zu fragen, warum er solche Sprüche ablässt und versuchen ein Gespräch aufzubauen! Doch meistens kommen solche Kommentare nur über Dritte bei uns an und diese Leute interessieren uns überhaupt nicht!

Foto: Gregor Seifert

Markt der Möglichkeiten

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 15:30 Uhr

 

Auch in diesem Jahr bestand wieder die Möglichkeit, die eigenen Projekte der Schulen auf dem „Markt der Möglichkeiten“ vorzustellen, um anderen Schulen zu zeigen, was an der eigenen Schule passiert und um auch den Austausch der Schulen untereinander zu fördern.

Zusammen sind wir stark

Foto: Metin Yilmaz

Foto: Armin Ahlheim

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 15:15 Uhr

 

„Zusammen sind wir stark – regionale Vernetzung“. Unter diesem Motto stand der Workshop von Sevgi Kahraman-Brust. Die Arbeitsgruppe wollte herausfinden, wie man einen, am besten schulübergreifenden Arbeitskreis (eine Projektgruppe oder ähnliches) gründen kann, um die Arbeit von SOR-SMC-Schulen in einer Stadt oder einer Region langfristig abzusichern.  Doch kurz vor Beginn des Workshops stellte Sevgi entsetzt fest, dass der Seminarraum viel zu klein für alle 22 TeilnehmerInnen ist. Aber die Enge hielt niemanden vom Arbeiten ab. Alle Anwesenden stellten sich eine Frage: Was ist bei der Bildung eines Arbeitskreises zu beachten? Nun, im Vordergrund sollte immer die Idee von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ stehen.

 

Hier einige Tipps, für den Weg hin zu einem erfolgreichen Arbeitskreis:
Als erstes, noch bevor die eigentliche Arbeit beginnt, sollte man den Kontakt zu anderen „SOR- SMC“- Schulen in der Stadt oder Region aufnehmen. Anschließend sollten sich die Schulen gemeinsam ein Projekt überlegen und es in Angriff nehmen. Um es allen Beteiligten so einfach wie möglich zu machen, sollte man nun die Fragen klären: WO, WIE OFT und WANN treffen wir uns. Jetzt steht einem erfolgreichen Start eigentlich nichts mehr im Weg. Außer die nötigen Geldmittel. Doch auch das ist ein Problem, welches man lösen kann. Als die besten Ansprechpartner haben sich das Jugendamt oder der Jugendring bewährt.

 

Und warum kann eine regionale ´Vernetzung gut sein? Gemeinsam kann man größere Projekte durchführen, lernt andere Menschen kennen und muntert sich gegenseitig auf.

 

Nun habt ihr genügend Infos, um selbst zu starten. Also dann viel Spaß!

Unsere Stadt ohne Rassismus

Foto: Metin Yilmaz

Foto: Gregor Seifert

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 17:25 Uhr

 

Eine ganze Arbeitsgruppe setzte sich einen ganzen Tag lang mit dem Thema auseinander, wie die Prinzipien von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auf eine ganze Stadt übertragen werden können. Einige stellten sich natürlich schnell die Frage, wie so etwas gehen soll, eine ganze Stadt ohne Rassismus zu gestalten!

 

Doch Peter Streubel, Landeskoordinator von SOR-SMC in Sachsen, brachte die Antwort!

 

Nun, zunächst einmal besteht die Möglichkeit, dass sich alle „SOR- SMC“- Schulen in der jeweiligen Stadt zusammenschließen und das große gemeinsame Projekt starten. In Bremen und Chemnitz zum Beispiel haben die Schüler eine Nichtdiskriminierungsagenda ausgearbeitet, die dann mindestens 70 Prozent der Abgeordneten bei einer Unterschriftensammlung unterschreiben sollten. Um den Titel „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ zu behalten, muss die Stadt, ebenso wie die Schulen,  Projektarbeit leisen. Zum Beispiel können sie sich für die bessere Behandlung von Ausländern, Immigranten und Homosexuellen einsetzen. In Bremen hat sich die Bürgerschaft dazu verpflichtet, jedes Jahr einen Tag der Jugend durchzuführen, an dem Jugendliche über Aktivitäten der Rechtsextremen informiert werden. In der Gruppe war zu spüren, dass großes Interesse an diesem Projekt besteht. Wer weiß, vielleicht gibt es in Deutschland bald mehr „Städte ohne Rassismus- Städte mit Courage“. Der Workshop hat auf jeden Fall einen Grundstein für dieses Denken gelegt!

Radio Q-rage - Impressionen

Fotos: Metin Yilmaz

Strategien der Rechtsextremen

Foto: Metin Yilmaz

Foto: Gregor Seifert

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 17:20 Uhr

 

Im Workshop von Ingo Grasdorf war das große Thema: „Strategien der Rechtsextremen“. Die 15 Teilnehmer wussten zunächst nicht, was auf sie zukommen wird, da die Überschrift viele Möglichkeiten offen lässt. Als Ingo dann sein Thema näher erläuterte, war in den Gesichtern der Teilnehmer ein freudiges Grinsen zu sehen, denn sie stellten schnell fest, dass dies der richtige Workshop für sie war. Das Ziel der Diskussionsrunde bestand darin, herauszufinden, wie Rechte vorgehen und wie man dieses Vorgehen erkennen kann.

 

Ingo fragte zuerst nach den Erwartungen der Teilnehmer und es wurde schnell klar, dass das Hauptinteresse darin lag, zu erkunden, wie man gegen Rechts vorgehen kann und wie man vor allem rechte Neigungen und Interessen erkennen und dagegen vorgehen kann. Thema im Workshop waren vor allem die Wahlerfolge der NPD in immer mehr Bundesländern.

 

Ingo versuchte den Teilnehmern klar zu machen, dass nicht alle Menschen, die Lonsdale-Kleidung tragen oder Alpha-Industries Jacken bevorzugen, Nazis sind, aber dass man es auch nicht ausschließen kann. Ingo gab nützliche Tipps, wie man Nazis erkennen kann. In einer Diskussionsrunde wurde erörtert, was man gegen rechte Gruppierungen tun kann und wie man sich gegen versteckte Botschaften schützen kann. Es wurde klar, dass Rechtsextreme früher offener aufgetreten sind, doch auch in der heutigen Zeit sind sie noch da, auch wenn man sie nicht auf den ersten Blick erkennt.

Foto: Metin Yilmaz

Foto: Gregor Seifert

Flucht und Asyl

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 17:00 Uhr

 

Im Workshop „Flucht und  Asyl“ haben 13 TeilnehmerInnen über die verschiedene Möglichkeiten von Asyl und Flucht diskutiert.

 

Swantje Tuch, die diesen Workshop geleitet hat, erörterte mit der Gruppe am Beispiel mehrerer Plakate die Grundaussagen, weshalb Flüchtlinge hier bleiben und mit welchen Rechten sie hier leben sollten. Die Gruppemitglieder haben über Ihre Erfahrungen erzählt und ihre Meinung erklärt. Sie haben sich mit mehreren Aussagen auseinander gesetzt und haben eine Gruppenentscheidung getroffen: „Bleiben darf jeder, der sich an das deutschen Rechte hält“.

 

In angeregten Diskussionen bauten sie das Thema in alle Richtungen aus, jeder beteiligte sich und es herrschte im Konferenzraum „Lounge“ eine angenehm hitzig, einverständige Stimmung!

Ich – Rassist?

Fotos: Metin Yilmaz

Foto: Gregor Seifert

Foto: Nathalie Mavinga

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 17:15 Uhr

 


Keiner denkt von sich, dass er ein Rassist ist. Und trotzdem gibt es Rassismus. Woher kommen unsere Vorurteile? Um diese Frage drehte sich der Workshop, den Wolfgang Brust moderierte und an dem 15 Personen teilgenommen haben. Die acht Mädchen und sieben Jungs, haben den Workshop mit einer kleinen Vorstellungsrunde eröffnet.

 

Zunächst wurden einige Spiele gespielt. Das Erste Spiel hieß „Kutschenspiel - Sultan und Sultanine“. Jedem Spieler wurde entweder ein Platz auf und an der Kutsche gewiesen. Wolfgang erzählte eine Geschichte und immer, wenn die jeweilige Position genannt wurde, musste diese einmal um ihren Stuhl laufen. Dabei hatten der Kutscher und der Sultan am meisten zu tun. Dieses Spiel brachte allen Mitspielern und vor allem Wolfgang viel Spaß, obwohl am Anfang in den Gesichtern noch etwas Skepsis zu sehen war. Doch diese verflog, als Wolfgang den Jugendlichen den Sinn des Spiels erklärte. Dieser bestand darin, dass man ein wenig aufgewärmt wurde und mit der größtenteils unbekannten Gruppe bekannt wurde, da jeder in das Spiel miteinbezogen war und Spaß hatte.

 

Beim zweiten Spiel, namens Hurrikan, ging es darum, Gemeinsamkeiten zu entdecken. Einer der Mitspieler stand in der Mitte und musste eine Gemeinsamkeit nennen und alle, die diese erfüllten, mussten Plätze tauschen. Beim dritten Spiel, wurde herausgefunden, wie weit jemand einer fremden Person näher kommen möchte, ohne sich persönlich bedroht zufühlen. Dabei kam heraus, dass dieser Abstand meistens eine Armlänge beträgt. Ideen, warum das so ist, waren, dass dies Eigenschutz und Respekt vor dem Gegenüber verlangen. Beim dritten Spiel wurde die Gruppe geteilt. Fünf Leute mussten aus dem Raum und die anderen wurden als „Berg Sesam“ in Pose gestellt. Sie waren ein Kreis, der sich an den Armen unterhakte, so dass keiner von den fünfen, die draußen standen, hinein konnten. Der „Schlüssel“ war eine Berührung an einer vorher abgemachten Stelle. Beim ersten Durchgang hatten alle Teilnehmer die gleiche Stelle, beim zweiten Durchgang hatten alle eine andere.

 

Die Auswertung fand wieder im Stuhlkreis statt und die Erfahrungen wurden ausgetauscht. Wurde die Situation von den „Räubern“, die Schlüsselstelle am Körper suchten, ausgenutzt? Diese Frage wurde einheitlich mit einem Nein beantwortet.
Auf die Frage, was stressiger war, ein Fels zu sein oder ein Räuber, gab es aber geteilte Meinungen. Für einige war das Felssein unangenehmer, für andere das Räubersein, da man da den Druck hatte, in denn Fels hineinzukommen.

 

Danach wurde die Frage diskutiert, ob es etwas anderes gewesen wäre, wenn ein Mitspieler ein Kopftuch getragen hätte. Die einen meinten, dass es kein Unterschied wäre, andere sagten, dass sie diese Person erstmal nicht nehmen würden, da sie das Kopftuch als „Abgrenzung“ der Person sehen würden, womit diese ihre Persönlichkeit schützen wollte.  Wenn eine Person mit schwarzer Hautfarbe mitgespielt hätte, wäre es für die anderen Teilnehmer kein Hinderungsgrund gewesen, an der Person den „Schlüssel“ zu suchen.

 

Am Nachmittag schauten sich die Teilnehmer den Film „Deutsche Bananen“ an, in dem um rassistische Vorurteile  einer alten Frau ging.  Der Film wurde von Schülern gedreht. Danach wurde der Film analysiert und interpretiert. Es wurde mit Klischees gearbeitet und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden gezeigt.

 

Danach folgte eine Übung mit Glückssteinen. Die Teilnehmer sollten aus einem Korb verdeckt Steine aufgrund der Beschaffenheit aussuchen und diese danach den anderen beschreiben. Die Steine wurden dann auf Menschen übertragen, alles was die Menschen ähnlich macht (Nase, Augen, Mund …) unterscheidet sie auch gleichzeitig (Größe, Farbe …).  So gab es keine gleichen Steine, wie es auch keine gleichen Menschen gibt.

 

Anschließend sollten alle einen Fragebogen ausfüllen und Gemeinsamkeiten mit den anderen Teilnehmern suchen und jeweils die Unterschrift von dem mit der gleichen Antwort sammeln. Zum Abschluss wurde die Aufgabe gestellt, eine Situation aus der Sicht von zwei Personen zu erarbeiten und vorzuspielen.

 

Die Begeisterung für den Workshop blieb bis zum Schluss erhalten.

Pressespiegel 30.09.2006

veröffentlicht am 30.09.2006 - 10:00 Uhr

 

Weser Kurier berichtet ausführlich über die Veranstaltung in der Bremer Bürgerschaft.

 

Die Tageszeitung berichtet im regionalen Teil über die selbe Veranstaltung.

Fotos: Metin Yilmaz

Eröffnungsplenum

Veröffentlicht am 30.09.2006 - 10:00 Uhr

 

Am Freitag um 19.00 Uhr treffen sich rund 120 SchülerInnen aus der ganzen Bundesrepublik zum Eröffnungsplenum „Jugendliche stärken demokratische Netzwerke“.in der Jugendherberge Bremen. Aus der ganzen Republik sind sie angereist. Schüler aus Sachsen, Brandenburg und Berlin, aus dem Saarland, Niedersachsen und Nordrhein Westfalen. Kein Wunder, dass die Jugendlichen von der Anreise etwas müde sind. Über 650 Kilometer hat zum Beispiel Anja G. aus Zittau zurückgelegt, um Gleichgesinnte zu treffen. Die Gruppe aus der Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal bei Saarbrücken brachte es immerhin noch auf 600 Kilometer.  Für diese weiten  Wege gab es zum Auftakt einen  anerkennenden Applaus.

 

Dicht gedrängt sitzen die Jugendlichen im Bistro, neugierig darauf, was in den nächsten Tagen auf sie zukommen wird. Interessiert hören sie den Bericht von Projektleiterin Sanem Kleff und Eberhard Seidel über den Aktionstag in der Bremischen Bürgerschaft zu, an dem über 200 SchülerInnen an zwölf Workshops teilgenommen haben.

 

Nach der kurzen Begrüßung haben die SchülerInnen das Wort. Eine Stunde lang berichten sie, welche Projekte und Aktionen sie an ihrer Schule durchgeführt haben.

 

Holzwickede

Eine besonders lebendige Präsentation kam von einer Gruppe aus dem Clara-Schumann-Gymnasium in Holzwickede. Der 14-Jährige Mahan S. redete sich mit wenigen Worten in die Herzen seiner Zuhörer. Witzig, informativ und spritzig berichtete er mit seinen Mitschülern über die „Antifa-Aydaco-AG“ an seiner Schule. „Aydaco“ ist Esperanto und bedeutet Mut. Mahan S: „In dieser AG engagieren wir uns nicht nur gegen Nazis, sondern vor allem auch für die Menschlichkeit.“ Hier eine kleine Auswahl der vielen Aktion, die an dieser engagierten Schule laufen: Schüler begleiteten Gebrechliche aus einem Altersheim auf den Weihnachtsmarkt.  Bevor sie die Aktion starteten, absolvierten sie eine einwöchige Ausbildung. Bei einer anderen Aktion verkauften die Kinder und Jugendlichen am Tag der Armut weise Armbänder und spendeten den Erlös an einen Kindergarten in Namibia – eine Partnereinrichtung des Clara-Schumann-Gymnasiums.

 

Köln

Mit ebenso viel  Elan wie Mahan präsentiert Sandra L. vom Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg in Köln die Aktivitäten im Rahmen von SOR-SMC. 2006 war ein Projekttag mit „Culture on the road“ des Archivs der Jugendkulturen der Höhepunkt. 300 SchülerInnen haben daran teilgenommen. Einen Tag lang lieferten Referenten Infos über Jugendkulturen und der politischen Ziele. In Workshops ging es um Streetdance, Graffiti und  D-Jing. Aber auch um Fragen wie Gewalt und Respekt in Sportarten wie  Judo. Leidenschaftlich ging es nach den Erzählungen von Sandra in einem Workshop, der die Frage erörterte: Wie böse ist die Musik der Böhsen Onkelz heute noch? Einhelliges Urteil der Kölner Schüler: Die Böhsen Onkelz haben in ihrer Jugend rechtsextreme Texte verfasst, sich aber lange davon distanziert. Eine kleine spontane Umfrage im Bremer Bistro ergab: Von den 120 SchülerInnen hören rund zehn SchülerInnen die Böhsen Onkelz. Einen Widerspruch zu ihrer antirassistischen Arbeit sehen sie nicht.

 

Paderborn

Eine Gruppe aus Paderborn präsentiert eine kleine Kunstaktion. Die Schüler besorgten sich Schaufensterpuppen und staffierten sie mit Naziklamotten aus. Anschließend wurden die Puppen in der Schule, später dann auch im städtischen Rathaus ausgestellt. Die Puppen lösten kontroverse Diskussionen zum Thema Rechtsextremismus, Neonazis und Gewalt aus. Jeder konnte seine Meinung aufschreiben und die Zettel an die Puppen anheften. Die Aktion kam sehr gut an. Einige kritisierten aber auch, es würden Klischees bedient.

 

Friedrichsthal

Die SchülerInnen der Edith-Stein-Schule stellen einen Flyer vor, den sie zur Namenspatronin ihrer Schule verfasst haben. Edith Stein, nach der in Deutschland eine Reihe von Schulen benannt sind,  wurde 1942 von den Nationalsozialisten in Auschwitz  auf Grund ihrer Herkunft als Jüdin umgebracht. Gestorben ist sie als überzeugte Christin. 1986 wurde Edith Stein von Papst Johannnes Paul II zur Märtyrerin ernannt, 1987 wird sie selig gesprochen. Aufgrund ihres Engagements rund um Edith Stein wurde die Projektgruppe zu einer General-Audienz bei Papst Benedikt XVI. eingeladen. Die Audienz findet ihn knapp zwei Wochen, am 11. Oktober statt. Spontan kam unter den SchülerInnen die Idee auf, der Delegation aus Friedrichsthal Wunschzettel an den Papst mitzugeben.

Fotos: Christoph Wesemann

Bundesweites Treffen 2006 - Das Teilnehmerprofil

veröffentlicht am 29.09.2006 - 21:00 Uhr

 

Miriam aus Rastede und Anne aus Bremen befragten TeilnehmerInnen des bundesweiten Treffens am Freitagnachmittag kurz nach ihrer Ankunft über ihre ersten Eindrücke von Bremen und dem Veranstaltungsort:

 

Jacqueline, 15, aus Bremen: Die Jugendherberge ist klasse. Ich bin hier, weil ich mich im Schülerrat engagiere und mich eine Lehrerin auf das Treffen angesprochen hat.

 

Laura, 16, aus Rastede: Ich bin hier, weil ich die Welt verändern möchte.

 

Max, 16, Berlin: Ich bin hier, weil in Berlin Ferien sind und ich in einer Aktionsgruppe von SOR-SMC bin. Ich finde Bremen sehr schick.

 

Jana, 17, Bremen: Ich war letztes Jahr schon auf einem SOR-SMC-Treffen in Berlin. Bin ganz  gespannt, was in den nächsten Tagen hier passieren wird.

 

Alex, 20, Berlin: Ich war schön öfter bei SOR-Aktionen dabei und finde es toll, dass so viele engagierte Leute auf einem Haufen sind. Jetzt bin ich auch hier, weil ich einen Workshop moderiere.

 

Ingo, 31, Berlin: Ich bin hier weil ich einen Workshop über Rechtsextremismus leite. Ich finde Bremen wunderbar, leider komme ich viel zu selten hierher. Das soll sich in Zukunft ändern.

 

Frederik, 16,  Paderborn: Bin wegen des Projektes nach Bremen gekommen. Bis jetzt finde ich, dass was ich von Bremen gesehen habe, ganz gut.

 

Ramo, 17, Berlin: Bis jetzt finde ich das hier alles ganz gut. Bind gespannt, was hier so abgehen wird. Bremen finde ich sexy, aber leider zu teuer, weil der Döner hier drei Euro kostet.

Fotos: Metin Yilmaz

Tag der Jugend in Bremen

veröffentlicht am 29.09.2006 - 13:00 Uhr

 

Zum ersten Mal in der Geschichte Bremens veranstalteten SchülerInnen aus drei SOR-SMC-Schulen am 29.09.2006 gemeinsam mit  der Bürgerschaft der Hansestadt und der Landeszentrale für politische Bildung einen Aktionstag  "Bremen gegen Rassismus – Bremen mit Courage".

 

Über 200 SchülerInnen kamen in die Bürgerschaft, um sich von 10.00 Uhr bis 17:00 Uhr in zwölf Arbeitsgruppen über den Rechtsextremismus zu informieren.

 

Warum kam es zu dieser außergewöhnlichen Aktion? Dazu schreiben die SchülerInnen in ihrer Einladung: "Immer mehr Nachrichten aus der rechten Szene in Bremen und Umland erschüttern uns. So plant die NPD den Erwerb  eines Gebäudes für Schulungszwecke im Zentrum von Delmenhorst. Und am 4. November wollen die Rechtsextremen eine Demonstration durch den Bremer Stadtteil Gröpelingen durchführen. Wir SchülerInnen aus drei bremischen Schulen haben bereits im Frühjahr versucht, die Abgeordneten der bremischen Bürgerschaft auf die Entwicklungen in der rechten Szene hinzuweisen. Die Abgeordneten haben sich nach unserem SOR-SMC-Muster durch ihre Unterschrift verpflichtet, ein Parlament gegen Rassismus und mit Courage zu werden. Sie haben alle eine Unterschrift dafür gegeben, sich offensiv gegen Rassismus einzusetzen."

 

In eine Arbeitsgruppe berichtete die Journalistin Andrea Röpke über aktuelle Entwicklungen in der neonazistischen Szene in Bremen und im Umland. Ein 20-Jähriger Punk beantwortete in einer anderen Gruppe Fragen wie: "Was sind Neonazis?  Sind sie wirklich so harmlos wie man denkt?" Zumindest eine Gruppe von Mädchen war sich sicher, dass sie alles andere als harmlos sind. Noch waren sie unsicher, ob sie am 4. November an der Gegendemonstration zum NPD-Aufmarsch in Gröpelingen teilnehmen werden.

 

Ralf Beduhn von der Kooperativen Gesamtschule in Weyhe berichtete unter dem Motto "Gib Nazis keine Chance" über die langjährigen Erfahrungen und Erfolge schulischer Antifaarbeit. Manfred Rutkowskis vom Fanprojekt von Werder Bremen informierte über die Arbeit mit Fußballfans, die immer mehr von Neonazis für ihre Zwecke benutzt werden. In der Arbeitsgruppe "Soundtrack of Hate" ging es um die Bedeutung und Funktion rechtsextremer Rockmusik für jugendliche Neonazis.


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