Bundestreffen 2008 in Weimar
"Courage – Schulen mischen mit!" Dies war das Motto unseres bundesweiten Treffen 2008. 130 Aktive aus den derzeit 450 SOR-Schulen trafen sich vom 13.-15. Juni in Weimar. Sie diskutierten, planten, informierten, lernten und feierten in der europäischen Jugendbegegnungs- und Jugendbildungsstätte. Ein tolles Haus, mit freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern.
Los ging es am Abend des 13. Juni. Nach der Begrüßung durch die Projektleiterin Sanem Kleff und den Geschäftsführer Eberhard Seidel stellten die SchülerInnen unterschiedliche Projekte vor, die auf großes Interesse stießen. Eine dieser Schulen war das Nicolaus-Otto-August Berufskolleg in Köln. In einer Power-Point-Präsentation berichteten zwei Schüler über die Projekttage, die im zurückliegenden Schuljahr an der Schule liefen. Z.B. ein Tag über Jugendkulturen in Deutschland "Culture on the Road", das vom Archiv der Jugendkulturen durchgeführt wurde. Was Euch bei so einem Projekttag erwartet, erfahrt Ihr unter
www.culture-on-the-road.de
Eine Schülerin aus dem Georgianum Hilburghausen berichtete über die "Stolperstein-Aktion", die die SchülerInnen erstmals in ihrer Stadt durchführten. Die "Stolpersteine"-Idee geht auf den Künstler Gunter Demnig zurück. Mit "Stolpersteinen" wird an die Opfer der NS-Zeit erinnert, indem vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir eingelassen werden. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Für 95 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen. Das Georgianum hat die Patenschaft für einen Stolperstein in Hilburghausen übernommen. Mehr Informationen findet Ihr unter
www.stolpersteine.com
1938 brannten SA-Männer in Bremen die Synagoge in der Gartenstraße 6 (heute Kolbingstr.) nieder. Nur das benachbarte Gemeindehaus der Synagoge blieb unversehrt. Nun möchten BürgerInnen in diesem Haus eine Begegnungsstätte einrichten. Unterstützt wurden sie von SchülerInnen des Schulzentrums Walle. Z.B. mit einem Benefiz-Konzert. Eine Schülerin des Schulzentrums Walle aus Bremen stellte die Aktivitäten vor. Mehr Informationen zu dem Projekt im Schulzentrum Walle
Workshop: Rechte Musik und Symbole
Im Workshop "Rechte Musik und Symbole" erläuterte der Referent Michael Weiß vom antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz) die Bedeutung unterschiedlicher Symbole der rechtsextremen Szene. Viele dieser Symbole sind verboten, einige können jedoch legal verwendet werden. Beispielsweise das Zahnrad. "Dieses Zahnrad setzen die Nationalsozialisten immer mehr in der Öffentlichkeit ein", so Weiß. Auf der anderen Seite gibt es natürlich viele anderen Symbole, die nur leicht verändert wurden, um sie weiterhin in der Öffentlichkeit tragen zu können.
Mehr Informationen zu unserem Kooperationspartner apabiz auf der
Homepage vom antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V.
Workshop: Theater
Lutz Bublitz vom Theater "Rote Grütze" in Berlin, erarbeitete mit fünfzehn SchülerInnen eine Theaterszene zu den Themen Vorurteile und Diskriminierung, die am Abend vor den begeisterten SchülerInnen aufgeführt wurde.
Mehr zum Workshop-Leiter Lutz auf der
Homepage von "Rote Grütze"
Workshop: Rap
Was ist Rap und wo kommt diese Musik her? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler im Rap-Workshop! Sie bekamen Informationen zum Ursprung von Hip Hop und Rap. Sie erfuhren Details über verschiedene Ausprägungen und Richtungen dieses Musikstils und mit welcher Technik man seine Ideen umsetzen kann.
Es blieb nicht bei der Theorie. Die TeilnehmerInnen verfassten eigene Texte und nahmen sie zu den Beats, die Workshop-Leiter Florian Steindle mitbrachte, auf.
In einer öffentlichen Session präsentierten sie ihre Ergebnisse den anderen SchülerInnen.
RAP-Song (MP3-Datei, 6MB) herunterladen und mit-rappen! Lyrics der Weimar RAP sind auch online!
Workshop: Homophobie
Großen Zulauf hatte das Seminar zum Thema "Homophobie". Dabei ging es zum einen um Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung und zum anderen um den Erfahrungsaustausch homosexueller, heterosexueller oder bisexueller Lebensweisen. Die Workshopleiter Dr. Martin Ganguly und Melike Cinar standen den SchülerInnen als kompetente Ansprechpartner für alle Fragen zur Verfügung.
Im Workshop sollten Vorurteile abgebaut und über Möglichkeiten diskutiert werden, wie Schülerinnen und Schüler offensiver mit ihrer Homosexualität umgehen können.
Zum Thema "Sexuelle Orientierung" hat die Bundeskoordination eine 48-seitige Broschüre veröffentlicht. Diese Broschüre und auch andere Publikationen könnt Ihr auf der
Seite Publikationen bestellen.
Workshop: Jugendkulturen zwischen Islam und Islamismus
Zum ersten Mal führten wir den Workshop "Jugendkulturen zwischen Islam und Islamismus – Lifestyle, Medien und Musik" durch. Informiert wurde über eine Jugendszene, die in Deutschland immer mehr an Bedeutung und Einfluss gewinnt, über die es aber bislang nur wenig Wissen gibt. In spannenden Diskussionen ging es um die Frage: Wo sind die Jugendkulturen unproblematisch, und wo sind sie problematisch, da sie demokratiegefährdende Inhalte verfolgen.
Referent des Workshops war Jochen Müller vom Verein "Ufuq.de – Medienforschung und politische Bildung in der Einwanderungs-
gesellschaft". Weitere Informationen auf der
Homepage von ufuq.de
Workshop: Antisemitismus in Deutschland
Ausgehend vom Leben Anne Franks beschäftigte sich dieser Workshop mit alten und neuen Formen des Antisemitismus in Deutschland. Im Verlauf des Tages gingen die Schülerinnen an verschiedenen Beispielen auch solchen Frage nach wie: Wo beginnt Antisemitismus? Was ist legitime Kritik an Israel oder auch an einzelnen Juden und was ist bereits Antisemitismus?
Geleitet wurde der Workshop von Tara Hawk und Elisabeth Gliesche vom Anne-Frank-Zentrum Berlin.
Mehr Informationen über die Angebote findet ihr auf der
Homepage des Anne-Frank-Zentrums
Saturday-Night-Show
Ab 20.00 Uhr trafen sich die 130 TeilnehmerInnen zu einer spektakulären Saturday-Night-Show.
Zum Auftakt präsentierte der Theater-Work-Shop, was sie einen Tag lang erarbeitet und einstudiert haben.
Der Rap-Workshop performte einen Song, den sie im Verlauf des Tages geschrieben haben. Der Inhalt des Songs: Was bislang auf dem Bundestreffen so geschah!
Ein Jahr lang begleitet der Filmemacher Thorsten Kellermann SchülerInnen der Hauptschule Rendsberger Platz in Köln Mühlheim.
Sie erzählen über ihr Leben, ihre Träume, Hoffnungen und ihren Stadtteil Köln Mülheim. Kellermann reiste mit drei Schülern zur Night-Show an und präsentierte erste Ausschnitte des Films.
Mehr Informationen zu diesem Kooperationsprojekt des Kölner Vereins "KRAN51" und "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" findet Ihr auf der
Homepage von My Home
Höhepunkt der Show war der Auftritt der beiden Sieger des "Rap Contests 2007" Jeffrey John (
Jeffrey's Seite auf myspace) und Junior Jero.
Und nach der Show ging es direkt über in die PAAAARTY……
Open-Space
Bei der Abschlussveranstaltung des bundesweiten Treffens 2008, dem "Open-Space" am Sonntag, diskutierten die SchülerInnen über zukünftige Projekte von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".
Eine Idee: Kann es künftig nicht einen zentralen Aktionstag geben, an dem alle SOR-SMC-Schulen zu einem Zeitpunkt eine Aktion an ihren Schulen starten?
Eine gute Idee! Wir bleiben dran und informieren Euch, wann ein solcher Aktionstag starten kann.



























