Alles geht besser mit Lehrer*innen

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage ist ein Projekt von und für Schüler*innen. Das bedeutet, Ihr nehmt die Initiative in die Hand, Ihr organisiert die Sammlung der Unterschriften und nur wenn Ihr es wollt und Euch dafür einsetzt, wird Eure Schule den Titel erhalten. Eure Rolle endet allerdings nicht mit der Titelverleihung.

Nun seid Ihr diejenigen, die Themen vorschlagen, Ideen einbringen, Projekte entwickeln und diese auch umsetzen. Dabei lernt Ihr, Euch geeignete Unterstützung von Partnern des Projektes zu holen. Wenn es auch auf Euer Engagement ankommt, bedeutet dies jedoch nicht, dass es ein Projekt ohne Lehrer*innen ist. Ganz im Gegenteil. Es ist wichtig, den Kontakt zu ihnen herzustellen, sie ebenfalls von Eurer Idee zu überzeugen und zu einem begeisterten Engagement zu motivieren.
 
Wenn die Zusammenarbeit zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen klappt, habt Ihr nicht nur viel mehr Möglichkeiten, Eure Ideen umzusetzen, sondern Ihr bekommt einerseits tatkräftige Unterstützung und könnt andererseits Eure Aktivitäten reibungslos in den Schulalltag integrieren. Sicherlich gibt es auch an Eurer Schule Lehrer*innen, die sich darüber freuen werden, wenn Ihr sie ansprecht, um mit ihnen gemeinsam das Projekt umzusetzen.
 
Und noch eins: Ihr seid nur für wenige Jahre an Eurer Schule, Eure Lehrer*innen aber viel länger. Sie werden eine wichtige Rolle dabei spielen, wenn Ihr wollt, dass das Projekt auch in der nächsten Schüler*innengeneration weiter geführt werden soll. Sie müssen schließlich mit entscheiden, ob das Projekt zum Teil des Schulprofils wird. Und vor allem: Sie können Euch sowohl praktische Tipps und Informationen geben als auch bei der Umsetzung begleiten.
 
Wie sprecht Ihr aber nun die Lehrer*innen an? Den besten Weg müsst Ihr finden. Vielleicht sprecht Ihr die Vertrauenslehrer*in Eurer Schule an, vielleicht aber auch Eure Klassenlehrer*in oder ihr geht zur Schulleitung und bittet darum, das Projekt auf die Tagesordnung der nächsten Schulkonferenz zu setzen. Wenn Ihr Lehrer*innen für das Projekt gewinnt, können diese zum Beispiel das Projekt im Rahmen von Elternabenden vorstellen und mit dazu beitragen, auch Eure Eltern zu aktiven Partnern zu machen. Hat vielleicht jemand aus Eurer Klasse einen Vater, der Journalist oder Schreiner ist oder eine Mutter, die beim Kunstamt arbeitet oder die städtische Bibliothek leitet, so könnten sie Euch vielleicht mit Tipps und Ratschlägen unterstützen. Oder Eltern können Euch mit Sachspenden, wie z. B. Papier für Plakate, günstige Druckmöglichkeiten für Einladungen, Bereitstellen von Stellwänden für Bilderausstellungen oder einfach durch ihre Kontakte bei Eurem Anliegen unterstützen.
 
Vergesst nicht: Je mehr Hilfe Ihr Euch von außen holen könnt, umso sicherer werden Eure Vorhaben gelingen. Welche weiteren Möglichkeiten Euch offen stehen, um Euer Anliegen in die schulischen Entscheidungsgremien zu tragen, könnt Ihr dem Kapitel "Schulorganisatorische Fragen" entnehmen.
 
Natürlich kann es auch sein, dass ein/e Lehrer*in sich dem Projekt gegenüber ablehnend verhält. Manche befürchten, dass die Umsetzung eines von Euch inhaltlich bestimmten Projektes den normalen Unterrichtsablauf stören könnte oder nicht mehr genug Zeit für die Unterrichtsthemen bleibt. Oder hat die Ablehnung ganz andere Gründe? Dann liegt es wiederum an Euch, mit ihnen zu sprechen und möglicherweise ihre Haltung zu verändern. Vor allem: Nach einer möglichen negativen Reaktion nicht gleich aufgeben und weitere LehrerInnen ansprechen. Ihr könnt auch einen Brief an alle Lehrer*innen schicken (siehe Beispiel im Anhang).
 
Helfen Euch all diese Hinweise nicht weiter, dann habt Ihr ja schon den ersten Grund Euch an eine der Courage-Schulen zu wenden und die Schüler*innen dort zu fragen, wie sie zu einer guten Zusammenarbeit mit den Lehrer*innen gekommen sind. Immerhin können diese ja auf eine positive Erfahrung zurückgreifen, da es ihnen sonst nicht möglich gewesen wäre, mit ihrer Schule den Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage zu erhalten. Spätestens jetzt wisst auch Ihr bestimmt, wie Ihr dieses Vorhaben umsetzen könnt.
 
Übrigens bieten wir auch Unterstützung für Lehrer*innen an, indem wir Seminare und Veranstaltungen zu verschiedenen Themen abhalten. Auch Lehrer*innen können sich also an uns wenden und finden ein offenes Ohr für ihre Fragen.