Christopher Street Day 2005


CSD 2005 in Berlin: SOR-SMC und Aktion Akzeptanz beteiligten sich mit einem Wagen. Fotos: Metin Yilmaz

In diesem Jahr hat sich Schule ohne "Rassismus - Schule mit Courage" mit einem eigenen Wagen am Christopher Street Day in Berlin beteiligt. Der Tag stand unter dem Motto "Unser Europa gestalten wir!" Mehr dazu könnt Ihr dem  Grußwort von Berlins regierenden Bügermeister Klaus Wowereit entnehmen. Organisiert wurde der SOR-SMC-Wagen vor allem von unserem Schüler Alex Freier, Landesschülersprecher in Berlin und Initiator der "Aktion Akzeptanz".

 

CSD - Was ist das eigentlich?

Um den 28. Juni feiern Schwule und Lesben in fast allen größeren Städten den Christopher Street Day. Auf der Suche nach den Anfängen des CSD begeben wir uns in die 60erJahre nach New York. Um genauer zu sein in die Christopher Street und um noch genauer zu werden in die Stonewall-Bar in der Christopher Street in New York. Damals war die Stonewall-Bar war ein bekannter Treffpunkt für Schwule und Lesben. Es war üblich, dass die Polizei im New Yorker "Milieu" häufiger Razzien durchführte. So auch am 28. Juni1969. Doch dieses Mal verlief das Ritual anders: Die gefilzten Gäste -Lesben und Schwule- verschwanden nach der Razzia nicht, wie es sonst der Fall war, sondern versammelten sich auf der Strasse, um Ihren Unmut über das Vorgehen der Polizei zum Ausdruck zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch eine recht friedliche Stimmung, was sich bald ändern sollte. Der Versuch einzelner Polizeibeamter Verhaftungen vorzunehmen, ließ die Situation eskalieren: Scheiben gingen zu Bruch, Polizeifahrzeuge wurden demoliert, Polizisten wurden mit Pferdeäpfeln beworfen, einige von Ihnen in die Stonewall-Bar eingeschlossen. Danach ging die Bar in Flammen auf. Nach ca. 45 Minuten hatte die Polizei-personell verstärkt- die Situation unter Kontrolle. Das zwang die Lesben und Schwulen zum Rückzug.

 



Augenblicke vom CSD 2005 in Berlin. Fotos: Metin Yilmaz

Mit diesem Ereignis wurde eine neue Schwulen- und Lesbenbewegung geboren. In den folgenden Tagen versammelten sich Lesben und Schwule immer wieder in der Christopher Street, um gegen das Geschehene zu protestieren. Regelmäßig kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die konservativen Homo-Organisationen distanzierten sich empört von dem kämpferischen Geist und der Militanz dieser neuen Bewegung. Diese gründete noch in derselben Woche die Gay Liberation Front (GLF). Der Name drückte ihre Verbundenheit mit dem Kampf des vietnamesischen Volkes gegen die USA aus ("Nationale Befreiungsfront Vietnams"); ihre Parole "Gay Power" erinnerte an "Black Power", di eParole der Schwarzen Amerikas. Die GLF betrachtete sich als Teil einer großen Bewegung gegen die Unterdrückung der Schwarzen, der Frauen, der Indianer und der Hippies. Die GLF gewann in ihrer Funktion als Organ und Interessenvertretung der Schwulen und Lesben zunehmend an Bedeutung, konservative Organisationen wurden damit zu Statisten degradiert.

 

In der Folgezeit entstanden Dutzende von Homosexuellengruppen mit verschiedenen Interessenschwerpunkten. Trotz aller Differenzen und Abspaltungen ist die "Gay Community" heute nicht mehr aus dem öffentlichen Leben wegzudenken. Schon bald erwachte die Bewegung auch in Deutschland, wo 1897 die erste homosexuelle Organisation gegründet worden war. Vor dem Hintergrund dieser Tradition und angeregt durch die studentische Protestbewegung wurden zahlreiche Homosexuellengruppen gegründet, die den Kampf um gesellschaftliche Anerkennung aufnahmen. Im Zentrum stand dabei lange die Liberalisierung des Sexualstrafrechts, insbesondere die Abschaffung des 175. In den80er Jahren kam dann die Auseinandersetzung mit AIDS dazu, die zur Gründung der ersten AIDS-Hilfen und des Dachverbandes Deutsche AIDS-Hilfe in Berlin führte. Dadurch konnten die Errungenschaften der sexuellen Liberalisierung gesichert und ausgebaut werden.

 

Mit Blick auf das bis heute Erreichte und in dem Bestreben, gesamtgesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen, versammeln sich auch heute noch jedes Jahr um den 28. Juni herum weltweit Lesben und Schwule, um ihren Interessen Ausdruck zu verleihen und um der Revolte von 1969 zu gedenken.

 

Quelle: Asta TU Kaisertslautern ( www.asta.uni-kl.de/190.html)

 

Mehr zu Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung

 


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