Holzwickede ohne Rassismus, Holzwickede mit Courage
Ein Langzeit-Projekt der Bundeskoordination von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" fand am 27. Januar 2010, dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, seinen sehr erfreulichen Höhepunkt: Holzwickede feierte mit etwa 300 Gästen an diesem Tag in der Aula des Clara-Schumann-Gymnasiums die Verleihung des Titels "Holzwickede ohne Rassismus – Holzwickede mit Courage".
Die Bürgerinnen und Bürger aus Holzwickede freuten sich besonders über eine sehr gelungene Ansprache des Paten Georg Uecker, bekannt aus der "Lindenstrasse". Anschließend überreichte Henning Flad, Referent bei der Bundeskoordination von SOR-SMC, die Urkunde und das dazugehörige Schild. Auf der Bühne nahmen die Schulsozialarbeiterin Zurah Roshan-Appel, die Mitglieder der Aydaco-AG des
Clara-Schumann-Gymnasiums und der Bürgermeister Jenz Rother diese entgegen.
Jenz Rother betonte in seiner Ansprache, dass die Erinnerung an Auschwitz auch eine Verpflichtung für die Gegenwart bedeutet und dass der Termin für die Titelverleihung aus diesem Grund auch sehr bewusst gewählt wurde.
Die Veranstaltung wurde von der lokalen Politik sehr ernst genommen - sämtliche Mitglieder des Stadtrates von Holzwickede waren anwesend. Die Schülerinnen und Schüler von der Jazz-Big Band des Clara-Schumann-Gymnasiums sowie Sevgi Kahraman-Brust und Wolfgang Brust, die Regionalkoordinatoren von SOR-SMC in der Region Unna, begleiteten den Abend musikalisch. Auch die Landeskoordinatorin von SOR-SMC, Renate Bonow, nahm an der Veranstaltung teil.
Ein besonderer Dank ging an die Schülerinnen und Schüler des Clara-Schumann-Gymnasiums, die ein herausragendes und langfristiges Engagement in Holzwickede gezeigt haben, ebenso wie an die Lehrerinnen und Lehrer, die sie dabei unterstützten. Dieses Engagement zeigten sie, obwohl sie immer wieder Angriffen durch rechtsextreme Gruppen ausgesetzt waren. Das Dortmunder Umland ist eine der Schwerpunktregionen des militanten Neonazismus in Westdeutschland, wie auch die in Holzwickede Aktiven am eigenen Leib erfahren mussten. Neonazis veröffentlichten, versehen mit üblen Verleumdungen, ihre Fotos, Privatadressen und Telefonnummern im Internet, darunter auch die von Schülerinnen und Schülern. Auch die Schule selbst wurde von Neonazis mit Parolen und rechtsextremistischen Symbolen beschmiert. Einige Jugendliche wurden sogar zuhause von Neonazis belästigt. Diese Einschüchterungsversuche bewirkten letztendlich jedoch nur, dass das Engagement gegen Neonazi-Aktivitäten erst recht weiter ging. Eine besonders wichtige Rolle spielte dabei Zuhrah Roshan-Appel, Sozialpädagogin am Clara-Schumann-Gymnasium, die auf bewundernswerte Weise über viele Jahre hinweg die Aktivitäten der Jugendlichen unterstützte.
"Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ist der Gemeinde Holzwickede schon seit langer Zeit verbunden. Schon im Jahr 2003 schloß sich das Clara-Schuhmann-Gymnasium dem Schulnetzwerk an.
Schon damals wurden die Aktivitäten an der Schule von der Aydaco-AG getragen, einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern. Sie hatten schon damals die Unterschriften für die Anerkennung der Schule gesammelt. Mit der Verleihung des Titels an die Gemeinde wurde die Ausweitung ihres Engagements von der Schule auf die Gemeinde mit einem schönen Erfolg belohnt.
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