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Ausgabe 1
September/ Oktober 2014
Liebe Aktive des Courage-Netzwerks,
inzwischen hat in allen Bundesländern das neue Schuljahr begonnen. Der Schulalltag hat uns wieder und im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen Anforderungen der Schulorganisation und des Fachunterrichts. Damit das Engagement im Sinne des Netzwerks Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage nicht zu kurz kommt, gibt es etwas Neues aus der Bundeskoordination: den „Rundbrief für das Courage-Netzwerk“. Er soll euch bei euren Aktivitäten unterstützen und anregen.

Der „Rundbrief“ wird künftig mindestens vier Mal im Jahr erscheinen. In jeder Ausgabe werden wir ein aktuelles Schwerpunktthema aufgreifen. Diesmal haben wir uns für „Muslime, Islamisten, Salafisten, Dschihadisten? Eine Begriffsklärung“ entschieden. Der Grund: Nachrichten über selbsternannte Scharia-Polizisten, die in deutschen Städten Streife laufen, verunsichern ebenso wie Meldungen von Jugendlichen aus Deutschland, die in den Reihen der IS-Milizen in Syrien und dem Irak kämpfen.


Sanem Kleff
In der Rubrik „Frage des Tages“ werden wir künftig Fragen aufgreifen, die häufig an die Bundeskoordination gestellt werden. Diesmal lautet sie: „Warum rufen die Bundes- und Landeskoordinationen eigentlich nicht zu Demonstrationen auf?

In der Rubrik „Das lernende Netzwerk“ werdet ihr künftig neben Tipps für eure Courage-Arbeit interessante Debattenbeiträge oder spannende Berichte und Interviews mit Akteuren unseres Netzwerks finden. In dieser Ausgabe geben wir Tipps, wie Schulen das nötige Kleingeld für Courage-Aktivitäten auftreiben können.  Daneben findet ihr Informationen und Fotos zu unserer Bundesfachtagung 2014, die im Juni in Berlin stattgefunden hat.

Unter der Rubrik „Materialien“ stellen wir Publikationen der Bundeskoordination oder von Kooperationspartnern zu Themen vor, die das Courage-Netzwerk bewegen und die für eure Arbeit nützlich sein können.
 
Über die laufenden Aktivitäten der Courage-Schulen und die Neuigkeiten aus den Koordinierungsstellen berichten wir weiterhin täglich auf unserer Facebookseite, die ihr „liken“ solltet, falls ihr das noch nicht getan habt. Und die wichtigen Informationen rund um das Courage-Netzwerk findet ihr wie gewohnt auf unserer Homepage.

Leider gibt es in diesen Tagen nicht nur Erfreuliches zu berichten. Die letzten Monate sind überschattet von dramatischen weltpolitischen Ereignissen, die sich auch auf unser Zusammenleben hierzulande auswirken. Der Antisemitismus nimmt zu, aber auch die Muslimfeindlichkeit und Angriffe auf Moscheen. Die Kriege in der Ukraine, in Syrien, dem Irak, in Afghanistan und anderswo zwingen Menschen zur Flucht. Immer mehr von ihnen suchen auch in Deutschland Schutz. Nicht immer sind sie willkommen. Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien schüren rassistische Ressentiments gegen die Schutzsuchenden. Ihr könnt ein Zeichen gegen Ideologien des Hasses setzen. Ihr könnt zeigen, dass es trotz aller Verschiedenheit Wege gibt, Konflikte friedlich zu lösen. In diesen unruhigen Zeiten sind eure Aktivitäten wichtiger denn je.

Mit herzlichen Grüßen
Sanem Kleff
Leiterin der Bundeskoordination                 
Schwerpunktthema
Muslime, Islamisten, Salafisten, Dschihadisten - eine Begriffsklärung

Religiöse Überzeugungen und Lebensformen der Muslime sind zunächst einmal Sache eines jeden Einzelnen und verdienen Respekt – und dies selbst dann, wenn es sich um Vorstellungen handelt, die der Mehrheit der Gesellschaft unverständlich sind.

Das Recht, seinen Glauben umfassend leben zu können, ist in Deutschland durch die im Grundgesetzt verankerte Glaubensfreiheit gesichert. Solange dadurch nicht die Rechte anderer Menschen angetastet werden, gilt dies für Muslime genau so, wie für alle anderen Gläubigen.

Von einer individuellen Glaubenspraxis, die ein Leben nach islamischen Vorstellungen und Traditionen anstrebt, unterscheidet sich die islamistische politische Gesellschaftsvorstellung durch ihren Anspruch, alle Lebensbereiche nach ihrer Ideologie zu bestimmen. 

Wenn der Anspruch auf Alleingültigkeit des Islam mit der Überzeugung verbunden ist, die einzig richtige Auffassung vom Islam zu vertreten, aus dieser Haltung heraus andere Überzeugungen und Lebensweisen abgewertet werden und der Wille sichtbar wird, den Islam als einzigen Maßstab in allen privaten und gesellschaftlichen Beziehungen durchzusetzen – dann sind wesentliche Merkmale islamistischen Denkens und Handelns erfüllt.
 
Das lernende Netzwerk
Geld sammeln, Gutes tun

Das kennt jeder. Da hat man eine Idee für ein tolles Projekt und stellt sie dem Schuldirektor vor. Der findet das Vorhaben auch prima, doch dann kommt das große „Aber“. Leider gibt es für die Umsetzung überhaupt keinen Etat. Nachfolgend ein paar Tipps von Jule (17), wie ihr mit eurer SV oder Klasse zu Geld kommen könnt.

Diesjährige Fachtagung des Courage-Netzwerkes

Die im Courage-Netzwerk aktiven Kinder und Jugendlichen treffen sich regelmäßig auf regionalen und landesweiten Vernetzungstreffen. An diesen Tagungen nehmen bundesweit jährlich über 5.000 SchülerInnen teil. Hier werden Erfahrungen und Projektideen ausgetauscht, Schul-Partnerschaften besiegelt, kompetente Kooperationspartner kennengelernt und persönliche Kontakte geknüpft.

Die schulischen und außerschulischen MultiplikatorInnen des Courage-Netzes treffen sich ebenfalls einmal im Jahr. Die diesjährige Fachtagung fand unter dem Motto „Wie wollen wir zusammenleben?“ vom 25. bis 27. Juni in Berlin statt.

„Zäsur? Politische Bildung nach dem ‚NSU‘“
Neue Herausforderungen für die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland


Im Zentrum der Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung stehen zentrale Fragen für die pädagogische Arbeit, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem „NSU“ und seinem Umfeld ableiten lassen.

Homophobie und Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung sind
für uns seit Jahren ein wichtiges Thema. Das Themenheft informiert über die verschiedenen Formen der sexuellen Orientierung und der sexuellen
Identitäten sowie über das Coming-out. Ein Kapitel beschäftigt sich mit der Rolle der monotheistischen Religionen bei der Ablehnung von Homosexualität.

Hier könnt ihr eine PDF-Fassung herunterladen.


Die Frage des Tages
Warum rufen die Bundes- und die Landeskoordinationen nicht zu Demonstrationen und Kundgebungen auf?

Sanem Kleff:  Wir rufen aus Prinzip niemals zu einer Teilnahme an einer bestimmten Demonstration auf. Die Gründe haben mit dem Selbstverständnis von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage zu tun. Wir sind eine Bottom-Up-Initiative. Das heißt: Im Courage-Netztwerk bestimmen die Kinder und Jugendlichen selbst, welche Aktivitäten sie ergreifen - nicht die Lehrer, nicht die Bundeskoordination, nicht die Landeskoordinationen.
Materialen für Courage-Aktivitäten
Nachfolgend möchten wir euch auch in Zukunft Materialien von unseren Kooperationspartnern und der Bundeszentrale für politische Bildung für aktuelle und wichtige Themen vorstellen, die euch im Rahmen eurer Courage-Aktivitäten interessieren könnten:

Die Publikationen, Pakate und Promo-Artikel der Bundeskoordination findet ihr wie immer im Courage-Shop.
 
MedienmacherInnen für die Q-rage gesucht!
Wie werden Nachrichten produziert und wer entscheidet eigentlich über die Themen? Für alle, die das wissen wollen und Lust haben an einer Zeitung mitzuarbeiten, gibt es jetzt die Gelegenheit, sich für die nächste Q-rage-Ausgabe zu bewerben.

Wenn du Lust am Schreiben hast, dich politische Themen interessieren, du Courage-SchülerIn und mindestens 16 Jahre alt bist, dann schick uns bitte neben dem Anmeldeformular einen Text (max. 1.000 Zeichen) und schreib uns, wer du bist und warum du gerne mitmachen würdest.

Gemeinsam mit Profi-MedienmacherInnen könnt ihr Reportagen, Interviews und Berichte zu den Themen Rechtsextremismus, Antiziganismus, Islamismus, Muslimfeindlichkeit oder Flucht & Asyl produzieren.

Bewerbungsschluss ist der 10. Oktober 2014.
 
Zum Abbestellen des Rundbriefs klicken Sie bitte hier