Die 10. Q-rage – eine Bilanz

Q-rage! Ausgabe 2005
Q-rage! Ausgabe 2016/2017

Seit sich die erste Redaktion 2005 in Bremen und Chemnitz traf, haben 200 Schüler*innen 120 Seiten Q-rage gefüllt; 8 Millionen Zeitungen wurden gedruckt. Immer wieder zeigten die Nachwuchsschreiber*innen Gespür für Themen, welche die breite Öffentlichkeit erst Jahre später erreichten – oder die heute so aktuell sind wie nie zuvor. So hieß es schon in der ersten Ausgabe „Hier geblieben!“ – wie Schüler erfolgreich das Bleiberecht für eine Mitschülerin erkämpfen. Homophobie war erstmals 2006/07 Thema; nur ein Jahr später der leichtfertige Umgang von SchülerInnen mit ihren digitalen Daten. 2009/10 kam Cyber-Mobbing dazu.

Immer wieder im Fokus stehen Herausforderungen, die das Miteinander in einer bunter werdenden Welt mit sich bringen: So erzählten Kreuzberger Schüler 2009/10, wie der Gaza-Krieg ihr Klassenzimmer erreicht und ihre Schule damit umgeht. Im Folgejahr beleuchteten Jugendliche unter dem Titel „Fatma ist emanzipiert, Michael ein Macho!?“ facettenreich, wie es um Geschlechterrollen in der Einwanderungsgesellschaft bestellt ist – und wo Klischee und Wahrheit liegen. Unter anderem debattierten drei junge Frauen mit jesidischem, bosnischem und altdeutschem Hintergrund ebenso leidenschaftlich wie lebendig über Liebesdinge und Heiratspläne. Für die Ausgabe gab es den Alternativen Medienpreis der Medienakademie Nürnberg.

Im Jahr 2011/12 wurde noch einmal nach interkulturellen Liebschaften gefragt; und danach, was passiert, wenn sich die Eltern querstellen. Nach einem Jahr Pause – aus den üblichen, nämlich Finanzgründen – konnte 2013/14 immerhin eine Best-of-Q-rage-Notausgabe erscheinen. Im Jahr 2015 ging dann wieder eine Schülerredaktion an den Start; unter anderem mit Antworten auf die Frage „Was ist deutsch?“ und einem Bericht vom Kampf gegen Rechts in drei Bundesländern.

Die Schüler*innen, die an den bisher zehn Ausgaben mitwirkten, kamen von Gesamtschulen und Gymnasien, Haupt-, Real-, Förder- und Berufsschulen und reisten aus Ost und West, Nord und Süd, Stadt und Land an. Das sorgte immer wieder auch für die Erkenntnis, wie sehr das Erleben deutscher Realitäten vom Wohnort abhängt. Und: Sie alle wurden zwischen 1985 und 2000 geboren. Entstanden ist so auch ein Spiegelbild der so genannten Generation Y. Von der heißt es zuweilen, dass Hinterfragen nicht nur ihre größte Stärke ist – sondern auch ihr Problem. Wir können das nicht bestätigen.

Alle zehn Ausgaben der Q-rage können hier nachgelesen werden.