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Ausgabe 9
Juni 2016
Liebe Aktive des Courage-Netzwerks,
die Fußball-Europameisterschaft beherrscht zurzeit den Alltag und erfreut Millionen Fans. In den letzten Wochen waren von Rechtsaußen obskure Kommentare zur deutschen Nationalmannschaft zu hören. Einige regten sich darüber auf, dass die Kinderfotos von Spielern wie Sami Khedira, Shkodran Mustafi, Leroy Sané und Lukas Podolski auf Kinderschokolade abgebildet wurden. Andere monierten ein Selfi von Mesut Özil, das er von seiner Pilgerfahrt nach Mekka gepostet hat. Und manche meinten, Fußballer wie Jérôme Boateng seien, auch wenn sie noch so gut spielten, den meisten Menschen in Deutschland als Nachbarn nicht willkommen.

Glücklicherweise sind diese Stimmen in der Minderheit. Als gut gemeinte Reaktion betonen nun viele, dass zehn der 23 Spieler einen Migrationshintergrund haben und wie wichtig diese für den Erfolg der deutschen Mannschaft seien.
Auch wir freuen uns natürlich darüber, wenn Boateng, Özil oder Mustafi glänzen. Allerdings möchten wir daran erinnern, dass Kinder aus Einwandererfamilien nicht beweisen müssen, dass sie gut sind, oder besser als andere, oder etwas besonderes für Deutschland zu leisten haben, damit sie als Deutsche akzeptiert werden. Ahmet, Dimitri, Elena und Fatma gehören auch dann zu Deutschland, wenn sie vollkommen unsportlich sind, wenn sie nerven, durchschnittliche Noten haben, oder einfach normal sind.

Bald schon geht das laufende Schuljahr zu Ende und ich wünsche jetzt schon im Namen des Teams der Bundeskoordination sonnige und erholsame Sommerferien.

Mit freundlichen Grüßen
Sanem Kleff

Schwerpunkt - Lernziel Gleichwertigkeit
Handbuch Grundstufe 'Lernziel Gleichwertigkeit'
Kinder und Jugendliche können einen wichtigen Beitrag für kulturelle Vielfalt und ein friedliches Miteinander in Deutschland leisten. Das Handbuch 'Lernziel Gleichwertigkeit' beschreibt, wie das Engagement von Kindern an Schulen gegen Diskriminierung und für die Stärkung von Menschenrechten gelingen kann.

Es werden neue und bewährte Methoden der Menschenrechtserziehung anhand praktischer Beispiele dargestellt und hilfreiche Materialien vorgestellt. Und es finden sich zahlreiche Tipps, wie sich die Aktiven schulübergreifend vernetzen können. Die Publikation richtet sich an Lehrkräfte und Pädagog*innen an Grundschulen.

Das Handbuch wird ab dem 31. August 2016 ausgeliefert. Bei Bestellungen bis zum 31. August 2016 erhalten Sie das Handbuch für einen Sonderpreis von 12,95 €.
Das lernende Netzwerk
Diskutieren, qualifizieren, vernetzen
Unter dem Titel 'Umbrüche, Entwicklungen, Perspektiven - Das Courage-Netzwerk in Zeiten beschleunigten Wandels' hat vom 1. bis zum 3. Juni die diesjährige Bundesfachtagung in Berlin stattgefunden. 200 Akteur*innen aus dem gesamten Bundesgebiet sind angereist, um über Herausforderungen der weltweiten Fluchtbewegungen, des Rechtspopulismus und Salafismus, über die Folgen der Silvesternacht von Köln und über Angriffe auf die Geschlechtergerechtigkeit zu diskutieren.

Neben den zahlreichen Workshops, Inputs und Vorträgen gab es in diesem Jahr zum einen die Ausstellung 'Geflüchteten eine Stimme geben' und zum anderen jeweils zum Abschluss des Tages die Exkursion 'Auf den Spuren der Menschenrechte durch Berlin'.

Eine ausführliche Dokumentation der gesamten Tagung folgt in Kürze auf unserer Homepage.
Akteur*innen des Courage-Netzwerks auf der Bundesfachtagung 2016
Fotos: Björn Stysch
Die Frage des Tages
„Müssen Courage-Schulen das Metallschild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ von außen sichtbar an das Schulgebäude anbringen?“
Die Antwort der Bundeskoordination lautet: „Ja, das gehört zur Titelverleihung verbindlich dazu. Eine Schule, die das Schild ausdrücklich ablehnt, hat den vorgegebenen Aufnahmeprozess nicht vollständig abgeschlossen, auch wenn sie alle anderen Voraussetzungen zur Aufnahme erfüllt hat. Sie kann deshalb nicht in das Courage-Netzwerk aufgenommen werden.

Materialien für das Courage-Netzwerk
Wie wollen wir leben? – Q-rage! 2016
Reporter*innen im Alter von 15 bis 20 Jahren haben für „hopes and fears“, so der Titel der neuen Q-rage!, im ganzen Land  recherchiert. Sie wollten wissen: Wie reagieren Jugendliche auf Geflüchtete in ihren Schulen und Kommunen? Und wie auf brennende Unterkünfte und die Parolen rechtspopulistischer Organisationen wie Pegida und AfD?

Sie fanden interessante, berührende und auch beunruhigende Antworten, von denen sie in Artikeln wie „Ohne Freiheit kann man nicht glücklich sein“ oder „Mit aller Gewalt gegen Rechts?“ berichten. Sie berichten aber auch, welche Hoffnungen und Ängste sie haben und wie sie in Zukunft zusammenleben möchten.
Materialien der BpB
Publikationen, Seminare, Workshops
Auf der folgenden Seite finden Sie Publikationen zu aktuellen Themen wie Flucht, Populismus und Islamismus. Zudem gibt es Informationen über die mehrtägigen Veranstaltungen Welchen Weg nehmen wir? - Ein Jugendcamp zu Flucht in Geschichte und Gegenwart und Game Jam: Flucht und Vertreibung, welches sich mit der Entwicklung von politischen Videospielen beschäftigt. 




Impressum
Bundeskoordination
Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
Ein Projekt von Aktion Courage e.V.

Redaktion:
Eberhard Seidel (V. i. S. d. P. ), Canset Icpinar,
schule@aktioncourage.org  / Tel.: (030) 21 45 86 0
Im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung zur Unterstützung schulischer Netzwerke
 
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