Die Frage des Tages

Was macht die Ungleichheit mit Jugendlichen?


Der soziale Aufstieg ist in Deutschland in den letzten Jahren schwieriger geworden. Gleichzeitig haben sich die Unterschiede zwischen Arm und Reich verstärkt. Jugendliche der Q-Rage!-Redaktion geben Auskunft, mit welchen Gefühlen sie in die Zukunft blicken.

Foto: Luiz Hanfilaque


Kathrin, 17, Königin-Mathilde-Gymnasium, Herford (NRW)


Meine Hoffnungen
Meine Hoffnung ist, dass ich in der Zukunft etwas Großes in der Welt verändern kann. Wichtig ist mir auch der berufliche Erfolg, weswegen ich gerne  Diplomatin werden möchte. Ich hoffe, dass ich mit meinem Handeln und meinen Entscheidungen viele Menschen erreiche und den Lauf der Geschichte mitbestimmen kann.

Meine Ängste
In der Zukunft macht mir Angst, dass die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden, dass es keine unbefristeten Jobs mehr gibt. Mir macht Angst, dass die Leute immer egoistischer werden und sich nur noch für die eigenen Interessen einsetzen. Dass es keine Solidarität mehr gibt.



Lucia, 18, Gymnasium Höchstadt (Bayern)

Meine Hoffnungen
Ich wünsche mir einen spannenden und spaßigen Beruf, vor allem soll er sicher und gut bezahlt sein. Und ich habe eine Art Ziel, das ich erreichen möchte und das gibt mir mehr als jede Hoffnung oder ein vager Traum. Wenn ich alt bin, möchte ich mich einmal wöchentlich mit meinen Freunden in einem Café treffen, um zu lästern. Und ich werde meinen Kindern und Enkeln peinliche Socken stricken und sie verwöhnen. Ich muss keine Welt retten, um glücklich zu werden, dass überlasse ich sehr gerne anderen. Ich möchte nur meine eigene aufbauen und so gut es geht erhalten.

Meine Ängste
Meine größte Angst ist es, schulisch zu versagen, schlechter zu sein als andere. Vielleicht ist so eine Angst irrational und unbegründet. Sie lässt sich aber nicht einfach abstellen. In meinem Fall führt sie dazu, dass ich zwanghaft meine Noten oder meinen Notendurchschnitt ausrechne. Was aber vielleicht ein noch viel größerer Fehler ist, dass ich mich konstant mit anderen vergleiche, schaue, ob ich schlechter oder besser bin als meine Freunde oder Geschwister.



Fabio, 16, Friedrich-König-Gymnasium, Würzburg (Bayern)

Meine Hoffnungen
Wenn ich Musik mache, schöpfe ich unglaublich viel Kraft. Ich setze mich dann einfach ans Klavier und schalte vollkommen ab. Dann können auch locker ein, zwei Stunden draus werden, ganz egal – diese Zeit gibt mir immer wieder neue Kraft für den Alltag.

Hoffnung kann mir ein einfaches Lächeln geben. Es gibt für mich nichts Größeres, als ein kleines Kind, das meinetwegen glücklich ist. Sei es wegen eines Schokoriegels, wegen eines Witzes oder weil wir einfach zusammen gesessen haben – diese Freude, die man da schenkt, die bekommt man doppelt und dreifach zurück.

Meine Ängste

Wenn ich mir die Einschränkungen bei der Pressefreiheit in Polen oder TTIP – das umstrittene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA – anschaue, dann habe ich Angst, dass wir auch in Deutschland unsere Grundrechte verlieren. Ich fürchte, dass wir durch Handys und soziale Netzwerke wie Facebook den Datenschutz abschaffen. Dass wir unsere persönlichen Daten an große internationale Konzerne abgeben. Ich habe außerdem Angst, dass es immer mehr internationale Krisenherde gibt. Es kann Krieg geben, wenn die Konflikte nicht bekämpft werden.



Julia, 18, Gesamtschule Haspe, Hagen (NRW)

Meine Hoffnungen
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es mehr Frieden auf der Welt gibt. Ebenso wünsche ich mir mehr Offenheit von Menschen, da sehr viele gegenüber allem Neuen verschlossen sind. Ich hoffe, dass ich weiterhin gesund bleibe und meine Ziele erreiche. Es macht mich immer wieder glücklich, wenn ich bei meinen Tieren bin.

Meine Ängste
Der schulische Druck macht mir Angst. Wenn ich das Abitur nicht schaffe, dann weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich habe Angst, dass mir Schule und Arbeit irgendwann zu viel werden. Ich bin in der zwölften Klasse und jobbe mehrere Tage in der Woche bei McDonalds. Ich habe Angst, in die Alkoholszene reinzurutschen, wenn ich in der Schule versage. Mir fällt es schwer, Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel weiß ich noch nicht, was ich studieren soll. Meine Familie ist mir sehr wichtig. Ich will auf gar keinen Fall zum Studieren von ihr wegziehen.



Miriam, 16, Gymnasium Nepomucenum, Rietberg (NRW)

Meine Hoffnungen
Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass sich unsere Gesellschaft Stück für Stück in ein buntes Miteinander verschiedenster Kulturen verwandeln wird. Ich hoffe, dass so mancher Mensch von seinen Vorurteilen befreit wird und die Veränderung mitgestalten kann. Für mich persönlich hoffe ich auf ein Leben, in dem ich frei bin und freie Entscheidungen treffen kann.

Meine Ängste
Ich habe Angst, dass unser Leben immer schnelllebiger und unpersönlicher wird. Dass Menschen sich von Meinungen überzeugen lassen, ohne sich zuvor Gedanken gemacht zu haben, ob dies auch wirklich ihre Einstellung ist. Meine persönliche Angst ist, dass ich nicht den Vorstellungen anderer entspreche und auch nicht in das gewünschte Bild der Gesellschaft passe.