SOR-SMC -  Making of Radio 2008

Alle Fotos: Metin Yilmaz

Making of Radio Q-rage – April 2008

Der Wrangelkiez zwischen Himmel und Hölle?!

 

Radio Q-Rage war wieder live auf Sendung. Dafür produzierten Schülerinnen und Schüler aus Berlin und Brandenburg diesmal vom 23. – 27. Mai 2008 im Rahmen des Radio-Workshop von SOR-SMC eine Magazin-Sendung aus Kreuzberg zum Thema: "Der Wrangelkiez zwischen Himmel und Hölle?!"

 

Die 14 Schülerinnen und Schüler kommen zwar größtenteils aus Berlin, die meisten waren jedoch nur selten oder noch nie in Kreuzberg.

 

Die jungen Reporterinnen und Reporter treffen sich am Mittwoch um 15:30 Uhr mit den Teamern Thomas, Eva und Daniel im A & O Hostel an der Köpenicker Straße. Das Hostel liegt direkt an der Grenze vom ehemaligen West- und Ostberlin, an der Grenze der Stadtteile Mitte und Kreuzberg. In Kreuzberg, im Bgegnungszentrum der Arbeiterwohlfahrt, findet auch der Radio-Workshop statt.

 

Doch welche Klischees oder Bilder kennen die SchülerInnen über Kreuzberg? Stimmt es, dass es viel Gewalt gibt? Ist es gefährlich auf den Straßen? Oder gibt es auch Gutes aus Kreuzberg zu berichten? Dies sind die Fragen, mit denen sich die angehenden Reporterinnen und Reporter in den nächsten Tagen beschäftigen werden.

 

Zum Aufwärmen geben Eva und Thomas erst einmal eine Aufgabe: Die SchülerInnen sollen kurze Texte über das Leben in Kreuzberg schreiben. Diese werden  vorgetragen, ohne dass man die SchülerInnen dabei sieht – wie im Radio. Zum Abend  gibt es dann arabisches Essen- Humus, Falafel, Haloumi.

 

Der nächste Tag beginnt früh. Nach dem Frühstück findet um 9:00 Uhr die erste Redaktionssitzung statt. Vier Reporterteams werden gebildet: Paul, Thuy, Angelina, Ulrike, Josephine und Laura werden das Jugendzentrum "Naunyn Ritze" besuchen, um herauszufinden, was Jugendliche hier in Kreuzberg in ihrer Freizeit machen.

 

Anne, Leon, Jon und Marie-Helen werden indessen an einem "alternativen" Stadtspaziergang teilnehmen. Alternativ weil, der Spaziergang durch das "türkische" Leben in Kreuzberg führt.

 

Marco, Geraldine, Sheila und Robert haben vor, einen Mädchentreff zu besuchen. Sie wollen wissen, wie Mädchen im angeblichen "Macho-Bezirk" leben. Außerdem bereiten sie eine Umfrage vor: Wie sehen Kreuzberger ihren Kiez?

 

Nach einer kurzen Pause treffen sich alle im Computerraum, um sich von Eva und Thomas in Rundfunktechnik unterrichten zu lassen: Schneiden mit dem Audioprogramm Audacity. Praktischerweise geht es nun an das Produzieren von Jingles, die später für die Radiosendung genutzt werden sollen.

 

Mit dem Erlernen des Schneidens ist es jedoch nicht getan. Beim Produzieren von Beiträgen müssen die Jugendlichen auch Interviews führen und Skripte schreiben- Eva und Thomas geben ihre Erfahrung weiter.

 

Die zweite Redaktionssitzung findet noch am gleichen Tag statt. Leider gibt es schlechte Nachrichten: Die Interviewpartner im Mädchentreff haben abgesagt. Doch schnell, wie es in einer Spitzenredaktion zugeht, hat sich die Chefredaktion etwas einfallenlassen: Statt des Mädchentreffs wird die "Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus" (KIgA) interviewt.

 

Beim Abendessen trifft sich die Redaktion zur Musikauswahl. Es prallen verschiedenste Musikgeschmäcker aufeinander, was das Aussuchen nicht gerade erleichtert.

 

Freitag, neun Uhr morgens. Die dritte Redaktionssitzung. Eine vierte Person sitzt vorn bei den Teamern - Niklas. Er wird die jungen Radiomacher bei der Produktion ihrer Beiträge unterstützen. Die Naunyn-Gruppe erzählt vom Vortag. Interviewt wurde der Leiter des Jugendhauses. Auch Jugendliche haben sie angesprochen, doch es erwies sich als sehr schwierig, etwas Brauchbares von ihnen zu bekommen.

 

Den Vormittag sind die Reporter unterwegs – auf Recherche im Kreuzberger Kiez. Es gilt O-Töne einzufangen, Audiomaterial für die Radiosendung, die schon in zwei Tagen über das Internet zu hören sein wird.

 

Um einen Überblick über das Material der Sendung zu erhalten, berichtet am Abend jeder in der vierten Redaktionssitzung ausführlich von seinen Recherchen.

 

Samstag morgen - der letzte Tag vor der Live-Sendung bricht an. Abends soll die Generalprobe stattfinden, bei der alle Beiträge fertig sein müssen.

 

Die Redaktionssitzung beginnt pünktlich. Man sieht den Reportern ihre Müdigkeit an. Während die AGs an ihren Berichten feilen, bekommen die Technikcrew eine Einweisung in den Aufbau und die Handhabung der Tontechnik. Die Moderatoren Sheila und Jón hingegen erarbeiten mit Eva einen Programmablauf. Außerdem bekommen sie intensives Aussprachetraining.

 

Stunden später steht das Programm mit allen Beiträgen, Jingles und der Musik. Es ist fast vollbracht. Heute steht nur noch die Generalprobe auf dem Plan. Sheila und Jón sitzen vor den Mikrofonen und schauen ein weinig nervös in ihre Skripte. Die Technik, auch etwas zappelig, bereitet sich auf ihre Aufgaben vor. Der Rest hört gespannt im Nebenzimmer zu. Wird alles klappen? Der Stream läuft!

 

Ein erster Eindruck ist entstanden. All die Arbeit der letzten Tage wurde in dieser Sendung zusammengetragen. Die jungen Reporter sind vorerst zufrieden: Die Arbeit hat sich gelohnt.

 

Sonntag, Sendetag. Es ist Punkt neun, die letzte Redaktionssitzung beginnt. Um 11:00 Uhr wird gesendet. Doch zunächst müssen die Fehler der Generalprobe aufgearbeitet werden.

 

Nur noch eine Stunde bis zur Sendung. Die Moderatoren lockern sich. Die letzten Stimmübungen werden vollzogen. Besonders die Technik hat aus ihren Fehlern gelernt und ist nun gewappnet für den Ernstfall. Es kann losgehen!

 

Die Technik gibt das Zeichen, der Livestream läuft, der Anfangsjingle erklingt. Jón und Sheila beginnen mit der Anmoderation und leiten die Zuhörer gekonnt durch das Programm. Aus technischer Sicht läuft auch alles bestens.

 

Kurz vor Ende der Sendung spürt jeder, dass in den vier Tagen Radio-Workshop etwas entstanden ist, worauf alle stolz sein können: Eine Produktion in der professionelles Arbeiten im journalistischem Bereich und ein Erweitern des eigenen Horizonts aufeinander trafen. So haben die TeilnehmerInnen gelernt, dass es wichtig ist Klischees zu hinterfragen und Vorurteile abzubauen. Das Radio, als ein wichtiges Intstrument zur objektiven Meinungsbildung und zur öffentlichen Aufklärung, besitzt die Möglichkeit dies zu fördern.

 

Daniel Olivares-Gomez


Fenster schliessen