inFranken.de: Ernestiner bekennen Farbe
Wie lässt sich fremdenfeindlichem Gedankengut gegensteuern? Am Gymnasium Ernestinum veranstaltet die Schülermitverantwortung am 20. Juli einen vielschichtigen Projekttag.
Rassismus hat viele Gesichter: Mal taucht er unverhohlen in antisemitischen Äußerungen auf, dann wieder maskiert er sich mit scheinbar witzig gemeinten Formulierungen, die sich erst auf den zweiten Blick als Diskriminierung zu erkennen geben. "Eine Schule ist ein guter Ort, demokratiefeindliches Gedankengut gar nicht erst aufkommen zu lassen", ist sich Till Kellerhoff sicher. Der Schülersprecher am Ernestinum und die Schülermitverantwortung bekennen im wahrsten Wortsinn Farbe gegen Diskriminierung - und veranstalten dazu am Dienstag, 20. Juli, von 8 bis 13 Uhr einen Projekttag.
Der ist die konsequente Fortführung der europaweiten Initiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", die das Ernestinum im vergangenen Jahr startete. "Diesmal kommt quasi der Inhalt dazu", erläutert Till Kellerhof den Hintergrund des Projekttages. In den sollen alle 850 Schüler aller Jahrgangsstufen eingebunden werden. "Es gibt Workshops, Vorträge und Exkursionen. Der Tag soll abseits normaler Schulabläufe die Schüler mit dem Thema Rassismus in dessen vielfältigen Ausprägungen konfrontieren." Und seine Schülersprecher-Kollegin Rebecca Wicklein fügt hinzu: "Das alles soll informativ laufen und ohne den erhobenen Zeigefinger, denn wir wollen ja junge Menschen erreichen."
Mehr als 30 Referenten werden den Schülern zu den verschiedenen Schwerpunkten Rede und Antwort stehen. Unter anderem berichtet Franz Rosenbach von seinen schlimmen Erfahrungen im NS-Regime: Er überlebte als Sinto die Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau und Buchenwald. Ferner gibt es unter anderem Anleitungen zu einem besseren Wir-Gefühl, Vorträge über Länder wie Indien, Tansania und Israel sowie eine Erhebung von Schulpsychologin Regina Knape über die "Faszination an Gewalt & Mitläufertum".
Leider hat ein prominenter Mitstreiter des Ernestinums für den 20. Juli absagen müssen: Projektpate Frank-Markus Barwasser, vielen besser bekannt als Erwin Pelzig, hat am gleichen Tag einen Auftritt in Mainz, bleibt der Coburger Initiative aber weiterhin verbunden.
Quelle:
inFranken.de

