Der Westen: Auszeichnung für Gymnasium Warstein
Von: Tanja Frohne
Gegen Diskriminierung und Vorurteile aller Art wollen sich die Schüler des Gymnasiums Warstein einsetzen und haben sich daher am Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" beteiligt. Montag wurde die offizielle Urkunde in einer Feierstunde verliehen.
Die Beziehung der Deutschen zu den Ausländern zu verbessern, aber auch die Beziehung der Deutschen untereinander- das hat sich das Warsteiner Gymnasium auf die Fahnen geschrieben. "Es ist ein Integrationsprojekt, das mutiges Auftreten verlangt und fördert", erläuterten Lisa Heppelmann, Alicia Martin, Antonella Murrone und Magdalena Nübel, Schülerinnen der Klasse 8 c, in einem Rollenspiel. Von der 8. Klasse wurde das Projekt angestoßen: Unterschriften wurden in der gesamten Schule gesammelt, mit denen sich Pädagogen und Schüler verpflichteten, Projekte zu der Thematik durchzuführen. Kritik, dass es in Warstein keine Probleme mit Rassismus gebe, halten die Schüler entgegen: "Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert. Wir wollen verhindern, dass etwas passiert."
Große Verantwortung bringe die Urkundenverleihung mit sich, erklärte Schulleiter Werner Humbeck. "Das ist kein Preis, sondern eine Verpflichtung für uns alle."
Erste Projekte haben die Schüler unter Leitung von Marlies Kühle, Hendrik Möcker und Anne Janzen bereits angestoßen. Einige Kontakte gibt es bereits zur muslimischen Gemeinde in Meschede und den jüdischen Gemeinden in Paderborn und Dortmund. Gegenseitige Besuche sollen folgen.
Viel Arbeit komme auf die Gymnasiasten zu, sei die Urkunde doch eine Verpflichtung, sich für Benachteiligte zu engagieren. "Die Urkunde müsst ihr euch jedes Jahr wieder erarbeiten", betonte Sevgi Kahraman-Brust, NRW-Landeskoordination für "Schule ohne Rassismus". "Ihr seid die Vorreiter hier an der Schule. Es gilt, Vorbild zu sein für andere."
Eine Verpflichtung, die auch Dr. Ahmet Arslan, Dialogbeauftragter des türkisch-islamischen Kulturvereins, betonte. Diese ziele darauf ab, "in puncto Rassismus weiterhin am Ball zu bleiben. Ein faires Wetteifern in guten Dingen ist erlaubt und erwünscht." Nur durch "einen langen Prozess des gegenseitigen Verstehen-Lernens" sei es möglich, in der Vergangenheit verwurzelte Vorurteile zu überwinden. "Eine wesentliche Voraussetzung sind sachgemäße Kenntnisse über national, kulturell, sprachlich und religiös andersartige Mitmenschen aus dem eigenen Umfeld." Hier seien Bildung und Erziehung der Jugend gefragt.
Dass das Gymnasium das Ziel verfolge, Schüler zu toleranten, kritischen Menschen zu erziehen, betonte die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Bertling. "Ihr stellt euch gegen die Engstirnigkeit und gegen Diskriminierung, ihr merkt die Weitherzigkeit und den Respekt vor Menschen an", gab sie den Gymnasiasten mit auf den Weg. "Ihr appelliert an Zivilcourage – mit Erfolg. Möge euer Wirken in unserer Stadt weite Kreise ziehen, damit Rassismus und Diskriminierung in Warstein keine Chance haben."
Quelle:
Der Westen

