11.03.08

Wochenspiegel: "Politische Extreme - Wie berührt mich das?"

Von: Brita Kirchhof

Veranstaltung des Schulclubs des Heinrich-Heine Gymnasiums.

Bitterfeld-Wolfen. Eingeladen waren ebenso kompetente Gesprächspartner aus Politik, Justiz, Polizei und Jugendarbeit. Gefördert wurde diese Veranstaltung von der Kreissparkasse Bitterfeld und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Der Landrat Uwe Schulze, die Oberbürgermeisterin von Bitterfeld - Wolfen, Petra Wust, und Herbert Hartung (MdL, CDU) brachten durch ihre Anwesenheit ihr großes Interesse an der Problematik zum Ausdruck.

 

Das Programm war hoch interessant. So referierte Mark D. Scheland, Generalkonsul im Konsulat der USA in Leipzig, zum Thema "Politische Extreme in den USA". Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, Karl-Heinz Willberg, nannte in seinem Vortrag Fakten, z.B., dass es 2006 in Sachsen-Anhalt 1 660 politisch motivierte Straftaten und 901 Propagandadelikte gab. Zudem informierte er über die Organisationsstruktur der NPD und stellte deren Publikationen vor.

 

Einen für Lehrer und Schüler besonders praxisnahen Diskussionsbeitrag lieferte Winfried Schubert, Oberlandesgerichtspräsident in Naumburg. Er untersuchte und diskutierte gemeinsam mit den Zuhörern die rechtliche Situation von Schulen bei rechtsextremen Vorfällen. Die Schüler fragte er: "Was tut ihr, wenn ihr bei einem Mitschüler rechtsextremistische Symbole entdeckt? Denkt daran, der Mitschüler mag euch sympathisch sein, aber die Ideologie, die er bei sich trägt, ist es nicht." Veit Wolpert, Landtagsabgeordneter und Schirmherr des Schulclubs, betonte, es komme stark darauf an, dass sich die Menschen nicht von der Politik abwenden, denn dann können extremistische Gruppen die Tabuisierung von Politik und Demokratie für ihre Ziele ausnutzen.

 

mmer wieder war das Wort "Toleranz" zu hören. Und genau dieses Ziel, eine Kultur der Toleranz und Gewaltlosigkeit in ihrer Schule zu entwickeln, verfolgen die Lehrer und Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums Bitterfeld - Wolfen. Alle haben sich am Landesprojekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" beteiligt und mehrere Aktionstage durchgeführt, wie den "Aktionstag gegen Rechts" am 9. November 2007.

 

91 % der Schüler und 98 % der Lehrer des Gymnasiums bekräftigten durch ihre Unterschrift ihr Engagement und das erfolgreich: Am 14. April wird Justizministerin, Prof. Dr. Angela Kolb, dem Gymnasium den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verleihen. "Wir sind stolz, das gemeinsam erreicht zu haben", so der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Schmidt.



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