22.07.08

Ostsee Zeitung: Bundespräsident besucht Vorpommern

 

250 Schüler des Pasewalker Oskar-Picht-Gymnasiums stellten Köhler ihr Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" vor.

Bundes- präsident Horst Köhler beendet seinen Besuch in Mecklenburg-Vorpommern. Neben einer Visite in Anklam, inklusive Rundgang durch das Lilienthal-Museum, standen Besuche in Torgelow und Pasewalk auf dem Programm.

 

Anklam/Pasewalk (dpa) Bundespräsident Horst Köhler will sich weiter für eine Verringerung der Bürokratie sowie für bezahlbare Energiepreise in Deutschland einsetzen. "Die Menschen fordern von der Politik, sich zu diesen Dingen klarer als bisher zu positionieren", sagte Köhler heute bei seinem Besuch in Torgelow in Vorpommern.

An seinem zweiten Besuchstag war der Bundespräsident zuvor ohne Öffentlichkeit mit Stadtvertretern in Anklam zusammengetroffen. Zudem besuchte er das Museum für den Flugpionier Otto Lilienthal und die Eisengießerei Torgelow GmbH. Danach begrüßten rund 250 Schüler des Pasewalker Oskar-Picht-Gymnasiums den Bundespräsidenten, der von seiner Frau Eva Luise, Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) und dessen Frau Dagmar begleitet wurde. Die Schüler stellten Köhler ihr Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" vor.

Er habe die Probleme der Arbeitslosigkeit in Vorpommern - mit einer Quote von mehr als 20 Prozent noch immer die bundesweit höchste - kennengelernt, aber auch ein erfolgreiches Unternehmen gesehen, sagte Köhler.

Die Gießerei, in der dem Bundespräsidenten der Abguss eines 40 Tonnen schweren Metallteiles vorgeführt wurde, ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei der Herstellung schwerer Gussteile für Windkraftanlagen. Sie ist bis 2013 ausgelastet und plant weitere Kapazitätserweiterungen. In der Gießerei arbeiten rund 800 Menschen.

Mit den Besuchen in Vorpommern sollte die zweitägige Reise Köhlers durch den Nordosten enden. Am Abend war in Pasewalk noch ein Bürgergespräch zum Thema "Arbeit, Bildung, Integration" geplant, das die Tageszeitung "Nordkurier" initiierte. Im Süden Vorpommerns erzielte die rechtsextreme NPD bei der Landtagswahl 2006 ihre höchsten Ergebnisse.

Schon gestern hatte Köhler in Rostock die Politik zu mehr Engagement im Kampf gegen den Rechtsextremismus aufgerufen. Initiativen vor Ort müssten wissen, mit welchen finanziellen Mitteln sie im Folgejahr ausgestattet würden. Das Wichtigste sei aber, sich mit den Menschen auseinanderzusetzen, die rechtsextremes Gedankengut vermitteln.



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