Teckbote: Regionale Bands rockten gegen Rassismus
Rund 250 Besucher kamen ins Kirchheimer Ludwig-Uhland-Gymnasium.
Beißende Gitarren und kräftige Rockgesänge ertönten am Freitagabend auf dem Theaterhof des Ludwig-Uhland-Gymnasiums. Das Konzert "Rock am LUG" stand unter dem Zeichen "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".
Kirchheim. "Mobbing ist ein weit verbreitetes Problem an den Schulen. Heute wollen wir ein Zeichen für mehr Toleranz setzen", sagte Nora Kost von der Schülermitverwaltung (SMV) des LUG. Am Freitag fand im Theaterhof der Schule unter freiem Himmel das Konzert "Rock am LUG – LUG zeigt Toleranz" im Rahmen des Projekts "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" statt. Das Kirchheimer Gymnasium bewirbt sich in dem gleichnamigen bundesweiten Wettbewerb als Schule, die sich gegen Rassismus, Diskriminierung, unter anderem von Homosexuellen und Mobbing, einsetzt.
Die SMV verkaufte Gegrilltes, Pommes und Getränke. Das Offene Antifaschistische Bündnis Kirchheim und die Jungen Liberalen (JuLi), waren mit einem Infostand vertreten. "Unsere Partei fühlt sich der sozialen Verantwortung verpflichtet, deshalb sind wir heute auch hier dabei", sagte Björn Ebert von den JuLis, der auch im Kirchheimer Jugendrat vertreten ist. Er verteilte zusammen mit anderen Parteimitgliedern unter anderem die Infobroschüre "Hass mach hässlich" gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.
Die Schüler des LUG hatten mit einer Plakataktion am Schwarzen Brett die eigene Interpretation von Toleranz festgehalten. "Jeder durfte sich äußern. Wir von der SMV werten das aus und werden uns so in Zusammenarbeit mit der Schulleitung für noch mehr Toleranz an unserer Schule einsetzen", erklärte Nora Kost.
Die dreiköpfige Kirchheimer Nachwuchs-Rockband "Aporia" machte den Anfang und heizte die Stimmung mit rockigen Coversongs wie "Californication" kräftig und gekonnt an. Da ihr Keyboarder kurzfristig ausgefallen war, verstärkten sie sich spontan vor Ort durch einen jugendlichen Zuschauer an diesem Instrument. Nach ihnen spielten noch die Wendlinger Punkrockband "Zielscheibe", die Funkband "Funky Fizzle" aus dem Raum Köngen, die Kirchheimer Rockband "Rocking Chairs" und die Kirchheimer Coverband "V.I.P."
In den Pausen hielten der Kirchheimer Jugendrat, das Antifaschistische Bündnis Kirchheim, die Jungen Liberalen und die Jungen Grünen kurze Reden zum Thema Toleranz. Während zu Beginn der Veranstaltung sich nur knapp 75 Zuschauer im Rund des Theaterhofs verloren, steigerte sich dies gegen Abend hin auf über 200 zahlende Gäste. Es herrschte Partystimmung, teilweise tanzten die Gäste vor der Bühne, andere verfolgten die musikalischen Darbietungen bequem im Sitzen.
Die Einnahmen fließen in die Kasse der Schülermitverwaltung des Kirchheimer Gymnasiums. "Wir werden dadurch Schulprojekte verwirklichen", sagte eine SMV-Mitarbeiterin. "Wenn sich die Jugend für solche sozial wichtigen Themen einsetzt, sollte man das als Erwachsener unterstützen, sagte eine Zuschauerin, die mit einer Bekannten, die gerade aus den USA bei ihr zu Besuch ist, ins LUG gekommen war und sichtlich Spaß hatte.

