Weser Kurier: Schon mehr als 3500 Unterschriften
Für die Aktion "Gröpelingen gegen Rassismus - Gröpelingen mit Courage" wurden schon mehr als 3500 Unterschriften gesammelt.
GRÖPELINGEN. Ihr Ziel haben die Initiatoren der Aktion "Gröpelingen gegen Rassismus - Gröpelingen mit Courage" klar vor Augen: "5000 plus X" Stadtteilbewohner sollen bis Ende November mit ihrer Unterschrift ein Zeichen für Toleranz setzen. Nach fünf Wochen gibt es jetzt eine erste Zwischenbilanz. Und die fällt positiv aus: Genau 3653 Menschen haben sich bis Mitte Oktober beteiligt. Anfeindungen habe es wenige gegeben, berichten die meist jugendlichen Akteure.
Der Saal im Ortsamt West ist gut besucht. Es sind vor allem Schüler der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule und der Gesamtschule West, die an diesem Donnerstagabend den Weg ins Walle-Center gefunden haben. Sie alle sind sogenannte "Multiplikatoren", Unterschriftensammler die ihre persönlichen Kontakte und ihre Offenheit gegenüber anderen Menschen einsetzen, um das Projekt "Gröpelingen gegen Rassismus - Gröpelingen mit Courage" zu unterstützen.
Und sie tun es mit Erfolg: "Das ist doch schon ein ganz gutes Ergebnis", freut sich die Ortsamts-Mitarbeiterin Ulrike Pala angesichts der vielen ausgefüllten Sammelbögen. Neben den 3653 Signaturen seien weitere 120 derzeit noch nicht eingerechnet, erklärt sie. Es habe an Zeit gemangelt.
Die rund zwei Drittel der insgesamt fast 60 Multiplikatoren kommen aber nicht nur, um einen ersten Zwischenstand der Aktion abzurufen. "Wir wollen auch unsere Erfahrungen austauschen", so Pala. Die sind zumeist positiv. "Einmal haben wir einen Skinhead gesehen", berichten Hanna und Rumeysa. Vor der Waterfront, dabei sei ihnen schon mulmig zumute geworden. "Doch zum Glück ist der nur stur vorbeigegangen", so die beiden Teenager von der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule.
Dort haben beide bereits in vielen Projekten mitgemacht. Aber dieses Mal läuft es anders: "Mein Vater hat die Unterschriftenlisten mit zu Freunden genommen", berichtet Rumeysa. Im Kindergarten haben sie ebenfalls welche ausgelegt, ebenso wie in der Grundschule Nordstraße. "Die Leute haben gefragt, ob sie mitmachen könnten", ergänzt Hanna. Manchmal gab es aber auch weniger angenehme Gespräche: Ein Passant habe gemeint, Gröpelingen sei "doch sowieso schon abgestürzt", erinnert sich die Schülerin.
Von guten Erfahrungen kann auch Thomas Weinknecht berichten. Der Fachbereichsleiter Politik an der Gesamtschule West hat 18 Schüler eines Wahlpflichtfachs mit ins Ortsamt gebracht. Man sei stets auf der Suche nach guten und konkreten Projekten für ein friedliches Miteinander, so der 57-jährige Pädagoge.
Die Bereitschaft zum Mitmachen sei groß: "Gleich am Tag der offenen Tür haben wir 600 Unterschriften gesammelt."Es gab aber auch Menschen, die nicht unterschreiben wollten. "Weil sie nicht wissen, was mit den Unterschriften passiert", erzählt Ulrike Pala und unterstreicht: "Die Unterschriften werden keinesfalls veröffentlicht". Sie würden lediglich gezählt und auf doppelte Namen geprüft. "Nach Abschluss der Aktion schicken wir sie zur Bundesgeschäftsstelle "Schule ohne Rassismus" nach Berlin, wo sie als Nachweis der Aktion in Empfang genommen werden."
Das nächste Großereignis für die Sammler ist am 10. November bei den Gröpelinger Feuerspuren. Weitere Informationen über die Aktion gibt es auf der Internetseite www.ortsamtwest.bremen.de.

