Südwest Presse: Ein Signal gegen Rassismus
Von: VERENA HERWIG
In Göppingen leben rund 58 000 Menschen aus etwa 120 Nationen. Diskriminierung ist auch in der Hohenstaufenstadt präsent. Das "Courage wird Kult"-Festival hat am Wochenende ein Zeichen gesetzt.
Boateng, Özil, Khedira - das sind Namen, auf die man in Deutschland stolz sei, erklärte Karim Doosry in seiner Ansprache beim "Courage wird Kult"-Festival. "Aber hätte man die Fußballer vor ihrer Berühmtheit auf der Straße getroffen, hätten sie zu dem Kreis gehört, den man verspottet", fuhr der Schulleiter des Mörike-Gymnasiums in Göppingen fort. Es sei egal, welche Hautfarbe oder welche Abstammung man habe, betonte er. "Jeder muss Wertschätzung genießen dürfen - weil er Mensch ist."
Das "Courage wird Kult"-Festival am Wochenende im Alten-E-Werk hat ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Hauptinitiator der dreitägigen Aktion ist der Schülersprecher des Mögy, Kornelius Friz. Der 19-Jährige hat in den vergangenen Monaten eine verstärkte Präsenz von Rechts-, aber auch Linksextremismus in Göppingen erlebt. An Straßenschildern, Laternen oder Zigarettenautomaten prangten kleine Aufkleber mit diskriminierenden Parolen und Symbolen, auf Böden und an Wänden entsprechende Graffiti. "Ich will und kann diese für den Normalbürger so harmlos scheinenden Aufkleber nicht ignorieren", erklärt Friz. Er war es auch, der das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", kurz "SOR - SMC", am Mögy ins Rollen brachte. Das "Courage wird Kult"-Festival war dabei der Höhepunkt in diesem Jahr.
Am Samstagabend wurde auf der Benefizveranstaltung im E-Werk die Urkunde, die das Mögy von nun an als "SOR - SMC" auszeichnet, feierlich übergeben. Die Landeskoordinatorin des Projekts, Claudia Sünder, gratulierte dem Team zur Auszeichnung und hieß das Mögy im Bund der landesweit 55 Schulen mit Courage willkommen. "Diese Urkunde verpflichtet", sagte sie. "Aber vielleicht steckt ihr ja auch andere Schulen im Kreis an." "Dank der Aktion Vielfalt tut gut konnte das alles überhaupt finanziert werden", erklärt Friz. Es floss ein Zuschuss von 8000 Euro. Der Erlös des Festivals geht zur einen Hälfte an das Projekt "Gesicht zeigen!", zur anderen an die Göppinger Einrichtung "Haus Linde". Ganz nach dem Motto: Einer hilft dem anderen.
Quelle:
Südwest Presse

