Generalanzeiger: Schüler zeigen Rassismus die rote Karte
Drei Bonner Schulen wollen ihre Überzeugung in die gesamte Stadt tragen - Toleranz kann man nicht nur lernen, sondern auch singen, tanzen, spielen und filmen.
Ein Meer aus roten Karten zeigte, worum es am Freitag beim Aktionstag an der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel ging: Die Schüler wollen ein Zeichen setzen gegen Rassismus.
Verbündete finden die mehr als 1 000 Beueler in den beiden anderen "Schulen ohne Rassismus", die es bisher in Bonn gibt. Gemeinsam mit den Godesberger Gesamtschülern und den Realschülern aus Medinghoven wollen sie noch mehr Schulen und Vereine für diese Idee begeistern.
Seit sechs Jahren trägt die Gesamtschule Beuel die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus". Gemeinsam mit der Aktion Courage geht sie nun noch einen Schritt weiter. Das Ziel: Der Stadtrat soll bis zur Eröffnung des Neubaus für das Internationale Kongresszentrum eine Antidiskriminierungsagenda verabschieden.
Inhalte wollen die Schüler laut Schülersprecher Timo Graumann selbst erarbeiten. Die Unterstützung von Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann ist ihnen sicher. Eine Stadt gegen Rassismus zu werden, dass müsse für eine UN-Stadt selbstverständlich sein, sagte sie.
"Ich wünsche mir auch, dass wir ganz nah am das Ziel kommen, eine Stadt ohne Rassismus zu werden." Bei einer mitreißenden Show zeigten die Jugendlichen, wie vielseitig man das Thema anpacken kann. Schüler der Realschule Medinghoven rockten ein selbst geschriebenes Lied, das Türen öffnet, und spielten ein eigenes Theaterstück zum Thema Gewalt unter Jugendlichen.
Beueler Schüler sangen die Bonner Kinderhymne, die Kinder aus aller Welt zu Brüdern und Schwestern macht, angelehnt an Beethovens "Ode an die Freude". Ein Tanz mit arabischen und afrikanischen Elementen und ein Film zum Thema "alle anders - alle gleich" rundeten das Programm ab.
Die Show hatte viele prominente Gäste und Unterstützer, live und per Videobotschaft. Schauspieler Hanno Friedrich moderierte und fand Spaß am gelegentlichen "Lehrerton". Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm freute sich von Ferne über das Engagement der Schüler und gab zu bedenken:
"Die Hauptsache ist, dass jede Position gut besetzt ist. Da spielt die Hautfarbe keine Rolle." Live waren auch Nationalspieler auf der Bühne, und zwar aus der Fußballnationalmannschaft der Menschen mit Behinderung. Sie setzen sich für Fairness und Toleranz ein, ebenso wie die Spieler der Telekom Baskets.
Die sind Partner der Realschule Medinghoven beim Projekt "Schule ohne Rassismus". Was am Morgen mit Lesungen und Diskussionen in den Klassen begonnen hatte, endete am Abend mit einem Konzert. Schulleiter Jürgen Nimptsch war zufrieden: "Ich bin stolz auf die Schüler."

