07.05.08

Märkische Allgemeine: Ohne Rassismus, aber mit Courage

Von: Benno Rougk

Saldern-Gymnasium darf begehrten Titel tragen und feiert sich mit Recht selbst.

Großer Bahnhof am von Saldern-Gymnasium, Dienstag um 9 Uhr. Hunderte Schüler stehen mit bunten Kostümen auf dem Schulhof. In 27 Gruppen aufgeteilt, verkörpern sie die 27 Länder der europäischen Staatengemeinschaft.

 

Doch bevor die Schüler im Wettkampf auf dem neuen Sportplatz als Nationalmannschaften gegeneinander antreten, gilt es den Abschluss eines mehrjährigen Projektes zu feiern. Im Beisein von Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Europastaatssekretär Gert Harms wurde der Schule als 30. im Land der Titel "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" verliehen. Damit wurde das Engagement des Gymnasiums gewürdigt, konsequent gegen Diskriminierung und Intoleranz vorzugehen.

 

"Gerade wenn junge Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit Position beziehen und sich dafür stark machen, dass Ausgrenzung und Gewalt nicht geduldet werden, dann setzen sie ein wichtiges Zeichen in der Region und darüber hinaus", sagte Harms.

 

Für den Titel hatten sich Schüler und Lehrer verpflichtet, Zivilcourage zu zeigen und ihrer Schule ein darauf ausgerichtetes Profil zu geben. Seit Jahren unterhält das Gymnasium enge partnerschaftliche Kontakte zu Schulen in Polen, Schweden und Frankreich. Regelmäßig schickt das Lehrerteam um Direktor Hanswalter Werner Schüler in die Welt und steht für ausländische Schüler offen. Intensiv hatten sich Schüler und Lehrer mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auseinander gesetzt und sich verpflichtet, langfristig mit Aktionen und Projekten für eine gewaltfreie und demokratische Gesellschaft zu kämpfen. Die Idee der "Schule ohne Rassismus" wurde 1988 in Belgien entwickelt und ist in mehreren europäischen Ländern verbreitet.

 

Allein in Deutschland haben über 400 Schulen den Titel erworben. Die Voraussetzungen sind hoch: Mindestens 70 Prozent aller Schulangehörigen bekennen sich mit ihrer Unterschrift zum Projekt. Ein Pate muss das Projekt begleiten und unterstützen. In Brandenburg übernahm dieses Amt die Judo-Europameisterin Sandra Köppen-Zuckschwerdt, die selbst Absolventin der Schule ist.



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