Der Westen: Urkunde für Freienohler Schule
Von: Helena Bertelsmeyer
Eine Schule ohne Rassismus, eine Schule mit Courage – das möchte die Konrad-Adenauer-Schule in Freienohl sein. Und hat sich deshalb für ein gleichnamiges Projekt zertifizieren lassen.
Ein Urkunde und ein großes Schild zeigen es deutlich: "Wir möchten keinen Rassismus an dieser Schule". Schülersprecherin Kyra Jürgens und Schülersprecher Tim Bornemann ließen sich die Urkunde im Rahmen einer Feierstunde jetzt offiziell aushändigen. Sevgi Kahraman-Brust von der Arbeitsstelle zur Förderung von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien war eigens aus Unna angereist, um den Schülerinnen und Schülern die Auszeichnung zu bringen.
"Es war die Idee der Schüler, sich für das Projekt zu bewerben", erklärte Michael Schröder, der als Ansprechpartner für die Schülervertretung (SV) an der Hauptschule tätig ist. Dazu nötig war eine Liste mit Unterschriften, auf denen sich Schüler und Lehrer klar von jeglicher Form des Rassismus distanzieren. "Wir haben Listen ausgelegt", erzählte Schülersprecherin Kyra Jürgens, "aber es war allen freigestellt, ob sie unterschreiben möchten oder nicht."
Unterschrieben haben trotz Freiwilligkeit alle Schüler und Schülerinnen. "Auch die Sekretärin und der Hausmeister haben mitgemacht", freute sich Kyra Jürgens sichtlich.
"Ausländerfeindlichkeit hat es an dieser Schule bisher nicht gegeben", stellte SV-Lehrer Michael Schröder klar, wir haben hier ein tolles Klima und das möchten wir mit der Zertifizierung jetzt auch offiziell machen." Der Lehrer sagte aber auch: "Die Urkunde ist eine Verpflichtung." Man wolle sie nicht einfach an die Wand hängen und sich freuen, sondern es solle jeden Schultag lang nach diesem Motto gelebt werden.
Für eine Überraschung sorgte ein ganz spezieller Wunsch der Schüler. Sie sollten im Vorfeld einen Paten für ihr Projekt benennen. "An anderen Schulen sind das meist Politiker oder auch mal Stars", berichtete Sevgi Kahraman-Brust. An der Freienohler Hauptschule wünschten sich die Kinder und Jugendlichen einstimmig ihren Lieblingsbusfahrer: Gustav Zacharias.
Vor 32 Jahren war er selbst Schüler der Schule und über die Anfrage sehr überrascht. "Ich fühle mich sehr geehrt und übernehme gerne die Schirmherrschaft", sagte er. "Es gibt bereits 187 Schulen, die an dem Projekt teilnehmen, aber den Lieblingsbusfahrer als Paten - das hatte wir noch nie", kommentierte Sevgi Kahraman-Brust die Wahl.
Quelle:
Der Westen

