13.07.10

Der Patriot: "Rassismus findet bei uns keinen Platz"

Von: rb

Friedrich-Spee Gymnasium erhält Titel als "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Stefan Gödde ist Schirmherr, Erlös für Integrationsarbeit des Schutzbundes

Rüthen - Neigt sich das Schuljahr dem Ende zu, feiert das Friedrich-Spee Gymnasium sein Sommerfest. Am vergangenen Montag stand als letzte Etappe vor der Zeugnisausgabe für Schüler, Lehrer, Eltern und Freunde das von der SV geplante Fest unter dem Motto "Multi-Kulti" auf dem Plan. Doch anders als gewohnt gab es dieses Mal einen weiteren Grund zu feiern: Das Gymnasium wurde mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet.

 

Durch das Comenius-Projekt, das sich seit zwei Jahren mit dem Thema "Minderheiten in unserer Gesellschaft" zusammen mit Partnern aus England und Frankreich befasst, entstand die Möglichkeit, die Auszeichnung zu bekommen. "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist ein Projekt von und für Schüler, die sich bewusst gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. SOR-SMC ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Rund 760 Schulen in ganz Deutschland bekennen sich zu diesem Projekt. In NRW waren es bis Montag 185 Schulen, jetzt ist das FSG die Nr. 186.

 

Auf dem ersten Blick gibt es am Gymnasium keinen Rassismus, jedoch lauert Diskriminierung einzelner Schüler in allen Ecken, auch im ländlichen Umfeld. "Unser Namensgeber Friedrich Spee ist das Vorbild in unserem Leitbild der Schule. Er hat sich für faire Prozesse und gegen Gewalt eingesetzt und vor allem für Verständigung. Den Erfolg von Friedrich Spee, Toleranz und Courage zu vermitteln, müssen wir als unsere Aufgabe sehen", bekundete Schulleiter Dr. Hans-Günther Bracht.

 

Um die Auszeichnung zu erhalten, waren Unterschriften von mindestens 70 Prozent der Schüler und Lehrer nötig und es galt, einen prominenten Paten zu finden. Mit ihrer Unterschrift bekennen sich die Schüler zu Offenheit und Toleranz, eine respektvolle Schulgemeinschaft zu bieten und vor allem bei Konflikten oder Diskriminierung Einzelner nicht wegzuschauen. Als gebürtiger Rüthener und ehemaliger "Freddy" übernahm Pro7-Moderator Stefan Gödde die Schirmherrschaft für dieses Projekt: "Ich fühlte mich sehr gerührt, als ich gefragt wurde, die Patenschaft zu übernehmen. Es sollte selbstverständlich sein, dass Rassismus keinen Platz in der Schule hat. Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft oder Religion sind Teil unsere Gesellschaft und gehören dazu. Diese Auszeichnung ist ein positives Signal und ich hoffe, dass die Absichtsbekundung gelebt wird, doch da mach ich mir keine Sorgen".

 

Sevgi Kahraman-Brust von der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) appellierte in einer kurzen Rede an Schüler und Lehrer, dass es darum gehe, "Vorbilder zu schaffen - und dafür sind die Schüler die Richtigen, denn sie tragen die Verantwortung für die Zukunft." Comenius-Leiter Christian Neuhaus zeigte sich glücklich, das Ziel erreicht zu haben: "Ich bin sehr gespannt, wie es mit dem Projekt weitergeht, denn es handelt sich hier nicht um einen Preis oder Pokal, sondern um eine Aufgabe und Verpflichtung, sich dauerhaft gegen Rassismus zu engagieren. Mit dem Schild vor der Tür signalisieren wir, dass Rassismus hier bei uns keinen Platz findet". Als nächsten Schritt stehen Aktionen wie Theaterstücke und Konzerte auf dem Plan.

 

Bei gutem Wetter schloss sich das Sommerfest an. Der Kinderschutzbund nutzte die Gelegenheit sich vorzustellen und bot internationales Essen getreu dem Motto "Multi-Kulti". Unterhalten wurden die Gäste durch Live-Musik von Bands wie Second-Voice, Bad Reputation und Jack Player. Der Erlös des Sommerfests dient der Unterstützung der Integrationsarbeit des Kinderschutzbundes in Rüthen.

 

Quelle:  Der Patriot / Lippstädter Zeitung



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