Der Westen: Ein Zeichen gegen Rassismus
Von: Andreas Rentel
"Ihr seid in bester Gesellschaft", stellte Renate Bonow vor den Gesamtschülern fest. Seit gestern weist das große Schild "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" die Gesamtschule als 191. Mitglied des Landesnetzwerks "Schule ohne Rassismus" aus.
Das Enthüllen der vom Förderverein finanzierten Tafel, die Übergabe der Urkunde und die Präsentation der Ergebnisse aus elf Arbeitsgruppen beendeten den Projekttag der Stufen elf und zwölf.
Schüler Ceyhan Dursun hatte vor über einem Jahr die Idee, an der Gesamtschule deutliche Zeichen gegen den Rassismus zu setzen und schrieb an Landeskoordinatorin Bonow, mit der Bitte um Ideen und Anregungen. "Es ist ein Projekt der Schüler", betonte diese und versicherte dem 18-Jährigen: "Du kannst stolz darauf sein, was du angeschoben hast." Auch Rektor Norbert Hohmann ist es ganz wichtig, dass die Initiative quasi von unten nach oben lief und nicht umgekehrt.
Fast 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen sagten in einer Umfrage Ja zum Konzept, die Schülervertretung war schnell an Bord, Eltern und Kollegium waren einstimmig dafür. Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter lobte, das Projekt setze eine Tradition an der Schule fort. Es gehe nicht um eine Preisverleihung, "sondern um die Selbstverpflichtung für künftige Projekte". Und: "Ich möchte euch zu diesem Mut gratulieren."
Denn Projekttag und Aufnahme ins Netzwerk (bundesweit rund 750 Schulen) sind Startschüsse: "Weitere Aktivitäten sind Bedingung und nachzuweisen", stellte Hohmann klar. Bonow wird künftig regelmäßig über weitere Schritte informiert. Auch die beiden Schülersprecher Laura Weihrauch und Ideengeber Ceyhan Dursun ließen keine Zweifel aufkommen: "Es bleibt genug zu tun. Rassismus ist ein andauerndes Problem." Soziale Werte zu vertreten müsse das Ziel aller Akteure sein.
Um Rassismus zu begegnen, gibt es an der Schule bereits eine AG, die Jaisy Manthuruthil leitet. "Ostereier gegen Rassismus" gab’s auch schon, und der Anteil des aktuellen Abi-Jahrgangs zum Projekt Stolpersteine (die NRZ berichtete) gehörte in diese Reihe. Im nächsten Jahr (vermutlich wieder vor den Sommerferien) soll es dann einen Aktionstag mit allen Schülern geben.
Als Teil der Feierstunde präsentierten die Oberstufenschüler ihre Ergebnisse: Der Musikkurs von Dr. Kay Kirchert stimmte aufs Thema ein. Texte und Gedichte las auch Katharina Hupperich, die im Kreis um Deutschlehrerin Anna Esters mitarbeitete. Bunt geschriebene unter weißen Luftballons standen für Menschen mit ausländischen Wurzeln. "Rassismus – Mut zur Courage" hieß das Standbild ("die Vielfalt der Kulturen leben"), das Jugendliche mit Kunstpädagogin Sabina Wichmann-Scholpp vorstellten. Es wird einen prominenten Platz im Eingangsbereich finden, um alle Schüler daran zu erinnern, dass es mit dem Projekt weitergehen muss.
Quelle:
Der Westen

