Weinheimer Nachrichten: Schwarz-weißes Selbstverständnis
49. Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage in Baden-Württemberg
Das Metallschild ist exakt 1,25 Meter breit, 47,5 Zentimeter hoch und trägt die Aufschrift "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Doch es ist mehr als nur ein Schild. Es ist "unser Selbstverständnis auf Schwarz und Weiß", stellte SMV-Sprecherin Larissa Müller fest. Von Seiten der Schüler wurde an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS) eine Initiative angestoßen, die nun nach gut einem Jahr erfolgreich abgeschlossen wurde und die Schule zu einem Mitglied des größten Schulnetzwerks in Europa macht.
49. Schule in Baden-Württemberg
Die DBS ist in Baden-Württemberg die 49. Schule, die sich nun für alle sichtbar gegen sämtliche Formen von Diskriminierung ausspricht und dies mit mindestens einem speziell zu dem Thema passenden Projekt pro Jahr untermauern möchte. Insgesamt gehören in Deutschland 675 Schulen dem Netzwerk an, in ganz Europa sind es mehr als 900. Sie alle setzen sich für Menschenrechte ein, und das nicht erst seit der Verleihung des offiziellen Titels. So sieht es zumindest die DBS, deren Schulleiterin Gudrun Aisenbrey gestern Mittag sichtlich stolz die kleine Feierstunde eröffnete. Schließlich musste erst einmal eine relativ hohe Hürde übersprungen werden, um sich mit dem neuen Titel überhaupt schmücken zu dürfen. Denn Flagge zeigen gegen Rassismus ist eine Sache, die jeden Einzelnen an der Schule betrifft und daher müssen mindestens 70 Prozent aller Schulmitglieder mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie sich zu einer Schule ohne Rassismus bekennen. Es war ein langer Weg, viele Gespräche wurden geführt und viele Fragen mussten beantwortet werden, erzählte Larissa Müller gestern, doch am Ende zahlte sich das Engagement aller Beteiligten aus.
77,7 Prozent haben unterschrieben
Schüler, Lehrer, Schulleitung und Schulkonferenz unterstützten das Vorgehen und schafften es am Ende, dass exakt 77,7 Prozent der insgesamt 1908 Schulmitglieder die Vereinbarung unterschrieben haben. Von den Schülern unterzeichneten 78 Prozent, bei den Lehrern waren es 108 von 147, genau 73 Prozent. Hinzu kommt noch technisches Personal sowie das Sekretariat.
Koordiniert durch die Bundesstelle der Aktion in Berlin liegt es nun an der Schule selbst, Projekte ins Leben zu rufen, die unter anderem zeigen sollen, dass anders sein ganz normal ist und man vor dem vermeintlich Fremden keine Angst haben muss.
Unterstützt werden die Schulen innerhalb des Netzwerks von Paten, für die DBS ist es die Freudenberg Stiftung. Gewissermaßen als "Patentante" war gestern Ida Schildhauer als Vertreterin der Stiftung zu Gast. Sie erklärte den Schülern kurz die Arbeit der Stiftung, die sich unter anderem für ethnisch-kulturelle Minderheiten einsetzt und der Integration einen entsprechend hohen Stellenwert einräumt. Die Stiftung wird die künftigen Projekte an der Schule eng begleiten und unterstützen. "Ihr habt das Werkzeug, macht was draus", sagte Ida Schuldhauer.
Projekt steht am Anfang
An der DBS steht man nun am Anfang, "es ist ein Projekt, das erst anfängt und am besten nie aufhört", meinte Schulleiterin Aisenbrey. Gefragt sind nun alle und das dürfte nach Ansicht der SMV-Sprecherin kein Problem sein. "Wir sind fast 2000 Schüler. Wir können alles auf die Beine stellen." sf
Quelle:
Weinheimer Nachrichten


