Dokumentation der Bundesfachtagung 2015

Das neue deutsche Wir

Deutschland ist ein Einwanderungsland und der Islam gehört zu Deutschland! Das ist seit Jahrzehnten gelebter deutscher Alltag. Aber nicht nur rechtspopulistische Bewegungen wie Pegida und AfD leugnen diese Realität, sondern auch große Teile der Bevölkerung haben das noch nicht verinnerlicht.

Aus diesem Grund hat der „Rat für Migration“, ein Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, ein neues pluralistisches Leitbild für Deutschland gefordert. Es sei wichtig, dass wir den Begriff 'Wir Deutsche' neu definieren, so die Wissenschaftler*innen. Sie fordern eine Kommission, die Leitbilder erarbeiten soll, wie der Zusammenhalt in einer pluralistischen republikanischen Gesellschaft gelingen kann. Das Leitbild müsse auch auf den Alltag ausstrahlen und Eingang in die Lehrpläne von Schulen finden.

Die Bundeskoordination begrüßt diese Initiative. Denn das Courage-Netzwerk führt seit Jahren mit Kindern und Jugendlichen Debatten um das ‚neue deutsche Wir’ und um die Frage „Wie wollen wir im Land der Vielfalt zusammenleben?“ Das Courage-Netzwerk wird diese Debatten weiterhin begleiten und Impulse für den politischem Raum und die Zivilgesellschaft liefern. Auf der Tagung werden wir uns über folgende Fragen austauschen:

- Vor welchen neuen Herausforderungen steht das Courage-Netzwerk in den zentralen Handlungsfeldern Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Rassismus, Islamismus und Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung?

- Welche Hürden sind zu überwinden, um gesellschaftlichen Strömungen, die auf ein trennendes „Ihr“ und „Wir“ zielen, das Leitbild eines ‚neuen deutschen Wir’ entgegenzustellen, das nicht ausgrenzt, sondern einbezieht?

- Wie können wir die Kommunikation, Qualifikation und die Vernetzungsstrukturen weiterentwickeln und stärken, damit das Courage-Netzwerk auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag
zur Implementierung eines pluralistischen Leitbildes leisten kann?

Autorinnen der Tagungsdokumentation: Jeanette Goddar und Cornelia Gerlach