Ergebnisse eines Grafitti-Workshops

Muslimfeindlichkeit

Das Klima gegenüber Muslimen hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, wie wissenschaftliche Untersuchungen regelmäßig erheben. Und die emotionale Wucht, mit der hierzulande um die rassistischen Thesen des ehemaligen Bundesbankers und SPD-Politikers Thilo Sarrazin zu Migration und Islam in der Öffentlichkeit gestritten wurde, offenbart die Wut vieler Bürger*innen auf die Muslime.

Auch die eher zufällige Enttarnung des rechtsextremen Terrornetzwerkes Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) machte deutlich: Terror gegenüber Muslimen gehörte schon längst zum bundesdeutschen Alltag, ohne dass die Gesellschaft dies ahnte. In den Jahren 2000 bis 2006 soll die Gruppe unbehelligt und kaltblütig acht Menschen mit türkischem Migrationshintergrund und einen griechischen Kleinunternehmer, der offensichtlich für einen Türken gehalten wurde, sowie eine (bio-)deutsche Polizistin ermordet haben. Der Gruppe wird auch das Nagelbombenattentat in der Kölner Keupstraße zugeschrieben. Die Keupstraße ist eines der Zentren türkisch-muslimischen Geschäftslebens in Deutschland. Bei diesem Anschlag wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer.

Auch der Mord an der ägyptischen Pharmazeutin Marwa El-Sherbini im Juli 2009 während einer Verhandlung im Landgericht Dresden kann als Verbrechen eingestuft werden, dass sich aus Muslimhass speist.

Am häufigsten agiert sich der Muslimhass zurzeit im Netz aus. Dies belegt der bemerkenswerte Erfolg von Internetplattformen der antimuslimischen Bewegung in Deutschland wie Politically Incorrect. Politically Incorrect – nach eigenen Angaben mit bis zu 100.000 Zugriffen täglich frequentiert – vermittelt eine klare Botschaft: Der Islam und die Muslime sind unsere Feinde – verabscheuungswürdig, minderwertig und niederträchtig. Im Weltbild der Islamhasser bekommen Muslime – einem geheimen Masterplan folgend – immer mehr Kinder, um in Europa die politische Macht und kulturelle Deutungshoheit zu übernehmen, still geduldet von einem Kartell aus linken Multikulturalisten, Gutmenschen, politischen Feiglingen und schweigenden Medien. Unverhohlen wird gefordert, den Muslimen elementare Bürger- und Menschenrechte vorzuenthalten: Zum Beispiel die freie Ausübung der Religion, die den Bau von Moscheen ebenso einschließt, wie das Recht auf religiöse Bekleidung und die Einhaltung religiöser Riten.

Die Bundeskoordination informiert seit Jahren mit Materialien wie dem Handbuch „Islam & Schule“ oder dem Themenheft „Islam & Ich. Muslimhasser. Lifestyle für die Umma, Dschihad 2.0. Soundtrack für Allah“ wie Rechtspopulisten und Rechtsextremisten mit Muslimfeindlichkeit auch Kinder und Jugendliche agitieren.

Mehr Informationen zum Modellprojekt „Islam & Ich“.