Die Landeskoordination Berlin

Teilhabe durch Bildung

Foto: Berufsfachschule Paulo Freire

92 junge Frauen und Männer werden an der Berufsfachschule Paulo Freire im Zentrum ÜBERLEBEN als Sozialassistent*innen in der Pflege ausgebildet. Die Schule richtet sich in erster Linie an Menschen mit Fluchtbiographie, denen die Ausbildung den Eintritt in die Arbeitswelt ermöglicht.

Damit handelt die Schule ganz im Geiste ihres Namesgebers Paulo Freire, der gegen Ausgrenzung und Diskriminierung kämpfte: Der brasilianischen Pädagogen konzipierte Anfang der 1960er Jahre Alphabetisierungskurse, mit denen Millionen von Menschen innerhalb kürzester Zeit des Lesens und Schreibens mächtig wurden und damit auch das Wahlrecht bekamen. 

Die Überzeugung, dass Vielfalt ein Gewinn ist, hat die Schule nun mit dem Eintritt in das Courage-Netzwerk bestärkt: Am Mittwoch, 19. Juli 2017, hat die Schule auf dem Gelände des LaGeSo den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage erhalten.

Zwei Paten, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen, unterstützen das Engagement der Schüler*innen:

Khaled Davrisch, Jugendliche ohne Grenzen
, steht hinter dem Courage-Titel, „weil es keinen besseren Ort gibt als Schule, um Rassismus schon im Auftreten entgegenzuwirken und weil die Schule der Ort ist, in dem sich alle wohlfühlen und niemand ausgegrenzt werden soll. Sich gegen Rassismus zu positionieren, ist verpflichtend für alle: nicht nur in den Schulen, sondern auch im Alltag, ganz gleich, ob Schüler_innen oder Lehrer_innen.

Mohammed Jouni, Vorstandsmitglied im Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e. V.
, steht den Schüler*innen ebenfalls zur Seite: „Der Kampf gegen Faschismus und Rassismus und für Menschenrechte dauert an und muss immer wieder und besonders an Schulen thematisiert werden. Dazu eignet sich die Berufsfachschule Paulo Freire wunderbar. Diese Schule setzt sich seit ihrer Gründung aktiv für von Rassismus betroffene Menschen ein und ergreift für sie Partei."

Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerks
: „Ich freue mich sehr, dass diese kleine Schule nun dem Netzwerk beitritt. Sie leistet einen konkreten Beitrag dazu, dass gesellschaftliche Teilhabe gelingt, indem sie den neu Zugezogenen eine Ausbildung vermittelt und ihnen damit eine berufliche Perspektive gibt.

Grundschüler*innen bringen Roma und Sinti auf die Bühne

Foto: Wolfgang Borrs

Die Rom*nja, die die größte ethnische Minderheit in Europa stellen, sind in deutschen Lehrmaterialien meist nur eine Randerscheinung. Nicht an der Katharina-Heinroth-Grundschule: Am Montag, den 17. Juli 2017 machen die jungen Wilmersdorfer Schüler*innen einen Tag lang Theater gegen die Diskriminierung von Roma und Sinti.  

Ganz im Sinne ihres Selbstverständnisses als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, werden sich die Kinder in neun theaterpädagogischen Workshops mit der Geschichte von Roma und Sinti, ihrer Diskriminierung und ihrem Widerstand beschäftigen. So machen sie deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Stereotypen und Vorurteilen nicht vom Alter abhängt. Die Pädagog*innen bilden sich währenddessen zum gleichen Thema fort.

Durchgeführt wird der Projekttag von der Theatergruppe So keres?. Der Kooperationspartner von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wurde 2014 zum Empowerment junger Romnja gegründet.  

Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerks: „Diese Schüler*innen beweisen, dass Kinder sich mit komplexen Themen, die auch ihren Alltag betreffen, aktiv beschäftigen können, wenn man ihnen einen altersgerechten Zugang dazu ermöglicht. Tatkräftige Unterstützung erhalten sie dabei durch ihre Pädagog*innen.“ 

Mit vereinter Kraft gegen Hass, Gewalt und Diskriminierung

Foto: LK Berlin

Die Gustav-Langenscheidt-Schule in Berlin-Schöneberg geht mit vereinter Kraft gegen Hass, Gewalt und jede Form der Diskriminierung vor: Am Montag, den 17. Juli 2017 hat die Schulgemeinschaft der Integrierten Sekundarschule den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage erhalten.

Dafür verpflichteten sich 86 Prozent aller Schulmitglieder, ab sofort bei Mobbing und Diskriminierung einzugreifen, um gemeinsam für ein gutes und friedliches Miteinander einzustehen.

Als Pate unterstützt Michael Kuhr, ehemaliger Weltmeister im Kickboxen und prominenter Chef eines Sicherheitsdiensts, die Schule. Er stärkt die Jugendlichen in ihrem Engagement, „weil ich es großartig finde, dass die Schüler sich hier zu einem klaren Statement bekennen. Es kann und darf nicht sein, dass Schüler und Schülerinnen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder Religion beschimpft, gemobbt oder sogar angegriffen werden. Seid mutig und ergreift Partei, respektiert und unterstützt eure Klassenkameraden, steht für sie ein, ganz egal, woher sie kommen!“  

Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerks: „Im Courage-Netzwerk setzen wir uns gegen alle Formen der Menschenverachtung und Gewalt ein. Auch die Schüler*innen und Pädagog*innen der Gustav-Langenscheidt-Schule stellen nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame aller Schulmitglieder in den Mittelpunkt und treten vereint gegen Hass und Gewalt ein. Das ist ein starker Weg, auf dem wir sie zukünftig begleiten."  

Auch der RBB war bei der Titelverleihung zu Gast. Den Bericht könnt ihr hier ansehen (ab Minute 18:40).

„Halte fest an deinen Träumen“ (City, Gestern)

Foto: LK Berlin

Das Berliner Alexander-von-Humboldt-Gymnasium hat Freitag, den 14. Juli 2017, mit einem Konzert die Verleihung des Titels Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage gefeiert.  

Über 70 Prozent aller Schulmitglieder des Köpenicker Gymnasiums haben sich verpflichtet, bei diskriminierenden Vorfällen nicht wegzuschauen, sondern einzugreifen und gemeinsam Lösungen für ein gutes Miteinander zu finden.

Toni Krahl, Sänger der Band City, unterstützt die Schüler*innen und Pädagog*innen bei ihrem Engagement für die Menschenrechte. Als ehemaliger Schüler ist er dem naturwissenschaftlichen Gymnasium in besonderer Weise verbunden.  

Der Musiker steht hinter dem Courage-Titel, „weil jeder davon ausgehen sollte, dass auch er zu einer Minderheit gehört: einer ist schwarz, der andere weiß. Einer trägt eine Brille, ein anderer hat rote Haare. Es gibt Menschen, die haben eine Glatze, andere wiederum gar keine Haare. Einige kämpfen mit verschiedensten Unverträglichkeiten, manche sind etwas dicker. Des einen Mutter kommt vielleicht aus Polen und jemand anderes ist schwul.

Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerks: „Mit dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium erhält die achte Schule in Berlin-Köpenick den Titel. Die engagierten Schüler*innen und Pädagog*innen wirken mit ihren Projekten und Aktivitäten weit über die Schulmauern hinaus und zeigen klare Kante gegen menschenfeindliche Ideologien und rechte Hetze. Bei diesem beherzten Engagement unterstützen wir sie."

Die Berliner Woche war bei der Titelverleihung dabei, ein Interview mit dem Schulleiter über die Courage des Paten Toni Krahl könnt ihr hier ansehen.

Wir sind viele – wir sind bunt! Kreuzberger Berufschüler*innen sagen Ja zur Vielfalt

Ein Fotoprojekt der Schule zum Thema Freundschaft

Die mehr als 5.000 Schüler*innen des Oberstufenzentrums (OSZ) Handel I haben ein gemeinsames Ziel: Ihre Schule soll eine Schule für alle sein. Unabhängig von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung – jede Form der Diskriminierung ist an der größten Berufsbildenden Schule Deutschlands unerwünscht.

Die Abteilung 2 des OSZ-Handel I hat als 90. Berliner Schule am Mittwoch, den 12. Juli 2017, den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage erhalten. In den Jahren 2007, 2013 und 2014 schlossen sich bereits die Abteilungen 5, 3 und 1 der Schule dem Courage-Netzwerk an.

Zwei Paten unterstützen die Schulmitglieder bei ihrem Einsatz für die Menschenrechte:

Alexander Freier, ehemaliger Schüler des OSZ Handel I, und Verordneter der BVV Treptow-Köpenick (SPD). In seiner Schulzeit initiierte er das Courage-Projekt an der Kreuzberger Schule. Er steht hinter dem Titel, „weil wir alle die Errungenschaften des ‚Aufstandes der Anständigen' verteidigen müssen. Wieder werden Unterkünfte Schutzbedürftiger in Brand gesteckt, werden Ehrenamtliche auf Grund ihres Engagements eingeschüchtert und verfolgt und Mordanschläge auf PolitikerInnen verübt. Dem muss etwas entgegengesetzt werden. Es gilt, neue Wege zu gehen, um die Jugend für Demokratie und Vielfalt zu begeistern. Dazu trägt Schule mit Courage entschieden und vor allen Dingen nachhaltig bei."

Tarik Tesfu kämpft als Blogger mit seinem Format „Tariks Genderkrise" gegen Geschlechterklischees und Rassismus an.

Zur Titelverleihung ist außerdem Comedian Malte Anders mit seiner Show „Homologie" aufgetreten, um die Schüler*innen so bei ihrer Aufklärungsarbeit gehen Homophobie zu unterstützen.  

Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerks: „Seit über zehn Jahren begleiten und unterstützen wir die Schule in ihrem Einsatz für die Menschenrechtserziehung und ein diskriminierungsfreies Schulklima.  Daher freue ich mich sehr, dass dem Netzwerk nun eine weitere Abteilung des OSZ Handel I beitritt. Die beiden Paten bringen eine ganz besondere Energie und Kompetenz mit und sind mit ihrem Engagement Vorbild für die Schüler*innen.“

Weddinger Schüler*innen halten zusammen!

Foto: LK Berlin

Vielfalt ist an der Schule am Schillerpark selbstverständlich. An der Integrierten Sekundarschule im Wedding lernen Schüler*innen verschiedener Herkünfte und mit unterschiedlichen Lernvoraus- setzungen gemeinsam. Gleichwertigkeit wird an dieser Schule daher großgeschrieben: Ziel ist das gemeinsame und erfolgreiche Lernen aller, in einer von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägten Atmosphäre.

Am 7. Juli 2017 hat die Schule die Verleihung des Titels Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage gefeiert. Herzlich willkommen im Netzwerk!

Als Pate steht den Jugendlichen Paul Küchenmeister, Nachwuchskoordinator beim 1. FC Union Berlin, zur Verfügung: „Wir unterstützen Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, weil wir als Fußballverein für multikulturelle Begegnungen, ein friedliches Mit- und Nebeneinander sowie respektvolle Integration stehen. Wir dulden Rassismus weder in unserer Mannschaft noch in unserem Stadion."

Zur Verleihungsfeier haben die Schüler*innen kunstvolle Workshop-Ergebnisse präsentiert: Mit einem Trickfilm, Graffitis und Fotoarbeiten, die in Zusammenarbeit mit dem c/o Berlin entstanden, machen sie sich kreativ gegen Menschenverachtung stark.

Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerks
: „Als Kunstlehrerin ist es mir ein Anliegen, dass sich Schüler*innen auch über kreative Zugänge wie Film, Foto, Graffiti oder Hip-Hop mit komplexen Themen wie Antisemitsmus, Flucht oder Homophobie auseinandersetzen. Wir unterstützen die Schüler*innen auch in Zukunft bei ihrem kreativen Engagement für die Menschenrechte."

Kein Platz für Rassismus im Sport!

Foto: Wolfgang Borrs

Dass Diskriminierungen im Sport keinen Platz haben, das hat die Berliner Sportschule im Olympiapark - Poelchau-Schule heute auf ihrer Feier zur Titelverleihung bewiesen.

Der Standort der Poelchau-Schule ist ein geschichtsträchtiger Ort: Der Berliner Olympiapark wurde als Reichssportfeld für die XI. Olympischen Sommerspiele als Großbauprojekt Adolf Hitlers erbaut. Die Nationalsozialisten nutzten die Olympischen Spiele 1936 als Propagandainstrument, um ein positives Bild des NS-Regimes im Ausland herzustellen.

Mit der Titelverleihung haben die SchülerInnen und PädagogInnen der Poelchau-Schule heute gezeigt, dass ihnen der historische Schulstandort eine Verpflichtung ist, alle menschenfeindlichen Ideologien abzuwehren. Mit ihrem Engagement sind sie zudem der Haltung ihrer NamenspatronInnen, Dorothea und Harald Poelchau, verbunden. Das Ehepaar Poelchau verhalf während des Nationalsozialismus vielen Verfolgten des NS-Regimes zur Flucht.  

Als PatInnen konnten die Courage-Aktiven neben den ehemaligen SchülerInnen Annika Schleu, einer Modernen Fünfkämpferin, und Maurice Jüngling, Wasserballspieler, auch Dr. Thomas Bach als prominenten Paten gewinnen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees zeigte sich beeindruckt vom Engagement der SchülerInnen. "Gerade an diesem Ort und gerade mit und durch den Sport kann viel für Courage und gegen Rassismus getan werden. Das ist der Sinn des Sports," so Dr. Thomas Bach.

Anschließend an die Titelverleihung konnten die bisherigen Projekte der SchülerInnen in einem Gallery Walk besichtigt werden. Dazu zählen unter anderem die Teilnahme am diesjährigen Anne Frank Tag, die Beschäftigung mit der Geschichte schwarzer PhysikerInnen und der gemeinsame Sport mit Kindern aus einer Berliner Notunterkunft für Geflüchtete.

Herzlich willkommen im Netzwerk!

Auch der RBB war bei der Titelverleihung zu Gast, hier könnt ihr den Beitrag nachlesen und anhören.

Charlottenburger Moser-Schule: kreativ für die Menschenrechte

Fotos: Moser-Schule

„Verantwortung für das eigene Handeln, Respekt gegenüber anderen" – dies ist den SchülerInnen und PädagogInnen der Moser-Schule wichtig. Grundsätze für eine gute Gemeinschaft an dem deutsch-französischen Gymnasium haben sie in ihrem Ehrenkodex, dem „Code d’honneur de l’école Moser", niedergeschrieben.

Die Schulgemeinschaft bestärkt nun ihr Anliegen mit dem Eintritt in das Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Am 4. Mai 2017 feierte das private Gymnasium als 87. Berliner Schule die Verleihung des Courage-Titels.

An der bilingualen Schule werden Internationalität und Weltoffenheit großgeschrieben. Die SchülerInnen meistern deshalb nicht nur ihr Abitur und das französische Baccalauréat, sondern sie entwickeln außerdem wertvolle Kompetenzen, um als mündige BürgerInnen Verantwortung für das gesellschaftliche Zusammenleben zu übernehmen.

Sanem Kleff, Leiterin der Landeskoordination Berlin: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ermuntert die SchülerInnnen sich für ein friedliches Miteinander zu engagieren und bei allen Fragen des Schulalltags mitzuwirken. Gerne unterstützen wir die Moser-Schule dabei, eine Schülervertretung aufzubauen. Künftig stehen wir ihnen bei ihren Aktivitäten gegen Diskriminierung und für ein gutes Miteinander zur Seite. Der Pate Jochen Busse bringt auch die notwendige Portion Humor an die Schule."

Der Schauspieler und Kabarettist Jochen Busse übernimmt die Patenschaft für den neuen Courage-Titel der Schule. „Ich bin überzeugt: Bildung und Empathie können Rassismus verhindern. Bildung aber vermittelt die Schule. Also ist die Schule der Ort, an dem Rassismus gar nicht erst aufkommen darf", so Busse.

"Vielfalt ist für uns ein Gewinn"

Fotos: Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

An der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg-Willmersdorf ging es am 7. März 2017 einen ganzen Schultag lang um das Thema "Sexuelle Vielfalt".

In allen Fächern und allen Klassen egal ob Englisch, Politik oder Physik, von der 7. bis zur 12. Klasse, wurde das Thema mit all seinen Facetten behandelt und ausführlich diskutiert.

In den ersten beiden Schulstunden setzten sich die SchülerInnen mit Begrifflichkeiten wie hetero-, homo-, bi- und transsexuell auseinander und diskutierten, inwiefern sie eine queer freundliche Schule sind. Danach ging es im Fachunterricht weiter. Der Mathematikkurs diskutierte wie geschlechtergerecht und vielfältig die Aufgaben im Mathebuch sind und der Biologieunterricht fragte nach der menschlichen Sexualität und deren genetische Grundlagen. Die SchülerInnen aller Klassenstufen hielten auf bunte Plakate ihre wichtigsten Gedanken und Ergebnisse fest. Diese stellten sie in einer umfangreichen Ausstellung zum Abschluss des Tages in der Schulaula aus.

Die SchülerInnen und PädagogInnen der Courage-Aktivengruppe an der Schule hatten mit viel Einsatz den Tag vorbereitet und organisiert. Die Landeskoordination Berlin hat sie dabei zusammen mit Berliner Kooperationspartner unterstützt. Mit Workshops waren dabei der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V., Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V. mit dem Projekt Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und Mann-O-Meter e.V., Berlins schwules Informations- und Beratungszentrum.

Die erste Courage-Schule im Jahr 2017

Fotos: Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Willkommen im Berliner Sartre Gymnasium! Am Samstag, den 21. Januar 2017, öffnete es seine Pforten zum Tag der offenen Tür und feierte die Verleihung ihres Titels zur Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.

"Der Titel ist ein öffentliches Bekenntnis gegen Menschenverachtung, Hetze und Hass. Die SchülerInnen und PädagogInnen zeigten allen BesucherInnen des Tages, was sie sich für die Zukunft vorgenommen haben: Gegen Mobbing und Gewalt eintreten und füreinander einstehen! Wir unterstützen sie dabei." so Sanem Kleff, Leiterin des Berliner Netzwerkes Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.   

Gleich zwei PatInnen stehen den SchülerInnen und PädagogInnen bei ihrem Engagement zur Seite.

Dr. Gabriele Hiller, Politikerin (Die Linke) unterstützt die Schule, "damit Rassismus gerade bei jungen Menschen, bei Schülerinnen und Schülern, keine Chance hat. Rassismus macht aggressiv, verblendet Menschen und nimmt ihnen die Menschlichkeit, deshalb dürfen wir ihm keine Chance geben."

Peter Kastschajew, Politiker (FDP) findet, dass man "nicht früh genug anfangen kann, Menschen für das Thema zu sensibilisieren und es wichtig ist, dass gerade junge Menschen laut gegen Rassismus einstehen."

Kreuzberger Schüler*innen für Courage

Eine Schule, so vielfältig wie ihr Heimatbezirk: 430 Kinder unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft, mit und ohne Förderbedarf, lernen gemeinsam an der inklusiven Heinrich-Zille-Grundschule in Kreuzberg.

Am Freitag, den 9. Dezember 2016 feierten sie ihren Eintritt in das Netzwerk Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage. Moderiert wird die Feier von den Kindern, die auch das vielfältige Bühneprogramm zusammen mit ihren PädagogInnen auf die Beine gestellt haben.

"Mit dem Titel zeigt die Schule, dass sich Kinder von der ersten Klasse an ernsthaft mit den Themen der Menschenrechtsbildung auseinandersetzen können. Unsere Unterstützung ist den jungen Menschenrechtsaktivisten gewiss.", so Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerks.

Auch die Auswahl der PatInnen ist so divers, wie die Schulgemeinschaft. Insgesamt sechs KünstlerInnen haben den Courage-Aktiven ihre Unterstützung bei ihrem Engagement für Vielfalt zugesichert: Mal Élevé, Sänger der Band Irie Révoltés; Suli Puschban, Kinderlieder-Macherin; Sookee, Rapperin; Shukrullah Joya, Filmakteur; Tamer Yiğit, Schauspieler und Matondo Castlo, Rapper.  Ihre Statement gibt es weiter unten auf dieser Seite.

Matondo Castlo, Rapper

Ich unterstützte Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, weil es wichtig ist, dass Kinder schon früh für Themen wie Rassismus sensibilisiert werden. Rassismus darf nicht geduldet, sondern muss bekämpft werden und deshalb stehe ich stark hinter diesem Projekt. Hoffentlich wird es unsere Kinder untereinander dazu bringen nicht nach Unterschieden, sondern eher nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Es wird Zeit ein Zeichen zu setzen. Für ein besseres Berlin, ein besseres Deutschland, ein besseres Europa und für eine bessere Welt. Das ist der Anfang!

Mal Élevé, Sänger der Band Irie Révoltés

Ich unterstütze Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, weil es sehr wichtig ist, in Zeiten, wo Rassismus weltweit zunimmt, ein klares Zeichen zu setzen und den Mund aufzumachen. Es ist erschreckend, was in Deutschland die letzten Jahre passiert. Einen so offenen Rassismus hatten wir zuletzt Anfang der 1990er Jahre. Rassismus hat viele Gesichter und findet sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft wieder.

Die jüngeren Menschen sind die Zukunft und die Hoffnung. Mit ihnen können wir es schaffen, ein Miteinander statt ein Gegeneinander aufzubauen!

Shukrullah Joya, Filmakteur

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist notwendig, weil ich selbst in einem Land geboren und aufgezogen wurde, in dem die Feuer von Diskriminierung und Hass jeden Tag hoch lodern und ich damit viele schlechte Erfahrungen gemacht habe. Viele Menschen leiden unter Rassismus - auch im Namen von Religion, Nationalität, Sprachzugehörigkeit oder Hautfarbe. Jetzt ist es Zeit, NEIN zum Rassismus zu sagen. Es ist unser Recht, in Frieden zu leben und unser Glück zu teilen – ohne Angst und Sorge vor rassistischen Attacken.
Jeder ist gleich und jeder ist besonders. 

Suli Puschban, Kinderlieder-Macherin

Ich unterstützte Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, weil ich fest daran glaube, dass Kinder einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Gemeinschaft haben, den ich für vorbildlich und erstrebenswert halte. Mit meinen Liedern versuche ich ihnen Wind unter die Flügel zu fächeln und ihnen Mut zu machen sich weiterhin für Vielfalt und das bunte Leben einzusetzen. Wir sitzen im Bus der Leben heißt, komm setz dich doch dazu. Hier ist Platz für dich, hier ist Platz für mich - Rosa Parks bist du!

Sookee, Rapperin

Ich unterstützte Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, weil ich es wichtig finde ganz junge Menshen mit in die großen Themen der Gesellschaft einzuladen.

Was Erwachsene oft vergessen, wenn sie Politik machen: Kinder sind bereits Teil der Gesellshaft und sollten deshalb frühzeitig die Erfahrung machen wie bereichernd es ist mitzudenken und wirksam zu sein.

Es gibt dieses Sprichwort: Kinder sind unsere Zukunft. Ich denke, es sollte besser heißen: Kinder sind unsere Gegenwart.

Hannah Arendt - Ein Name der verpflichtet

Fotos: Dilara Catak

"Ich will verstehen" - lautet das berühmte Zitat ihrer Namenspatronin, das sich die SchülerInnen und PädagogInnen des Neuköllner Hannah-Arendt-Gymansiums zum Schulmotto gemacht haben. Am Mittwoch, den 12. Oktober 2016, feierten sie ihre Titelverleihung zur Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.

Nicht Wegschauen bei Mobbing und Gewalt und sich aktiv dagegen einsetzen - das haben sich die Courage-Aktiven der Neuköllner Schule mit der Erlangung des Titels fest vorgenommen.

Unterstützung bekommen sie von ihrem Paten Axel Bosse, Sänger der deutschsprachigen Band Bosse. Gefragt nach den Gründen für sein Engagement betont er: "Weil ich in einer Welt ohne Rassismus leben möchte. Ich möchte ein Zeichen setzen gegen Hass und Vorurteile, für Empathie und Humanität."

Sanem Kleff, Leiterin des Courage-Netzwerkes: "Gerade in Zeiten von offen artikuliertem Hass ist es ein gutes Zeichen für die Zukunft, dass die SchülerInnen des Hannah-Arendt-Gymnasiums sich mutig für ein gutes und friedliches Zusammenleben einsetzen. Wir unterstützen sie dabei."

Die Titerlverleihung fand unter Anwesenheit des Schulpaten Axel Bosse statt. Weitere Gäste vor Ort waren: die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, der Bezirkstadtrat für Bildung, Jugend und Sport Jan-Christopher Rämer und die Schulrätin Gisela Unruhe.

Gerechtigkeit und Chancengleichheit weltweit

Fotos: Campus Berufsbildung e.V.

Am 21. September 2016 stellten die Aktiven SchülerInnen und PädagogInnen am Campus Berufsbildung e.V. einen schulweiten Aktionstag Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage auf die Beine.

Die Auszubildenden besuchten zahlreiche Workshops unter dem Motto "Gerechtigkeit und Chancengleichheit weltweit". Das vielfältige Programm reichte von Themen wie ‚Fairem Handel‘ und ‚Gerechtem Wirtschaften in der Zukunft‘ über ‚Diskriminierung in der Altenpflege‘ bis hin zu ‚Frauenpower in Graffiti-Kunst‘.

Die Ergebnisse der Workshops und der angeregten Diskussionen präsentierten die SchülerInnen in verschiedenste künstlerischen Darstellungsformen – z.B. in Rap-Texten, in Graffiti-Transparenten oder in einem mit Resten von Wahlplakaten gebauten „House-of-Rights“.

Abschluss des Aktionstages war ein gemeinsames Hoffest, bei dem die Courage-Aktiven mit einer mit einer T-Shirt-Verkaufsaktion Spenden für die Stadtmission sammelten. Mit dem Aktionstag haben die SchülerInnen und PadagogInnen ein Zeichen gegen jede Form von Diskriminierung gesetzt: "Wir sind der Überzeugung, dass eine tolerante und harmonische multikulturelle Gesellschaft aktiv gestaltet werden muss. Und das fängt in der Ausbildung an!"

Mit Krawallmusiker und Zehnkämpfer zur Titelverleihung

Fotos: Courage-Netzwerk

Was verbindet SchülerInnen aus Friedrichshagen mit einem Krawall- und Klamaukmusiker und einem DDR-Olympionik? Ihre Haltung gegen rechtspopulistische Hetze und ihr Engagement für Menschenrechte.

Die SchülerInnen des Köpenicker Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums feierten am Freitag, den 16. September 2016, ihre Titelverleihung zur Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage. Mit dabei waren ihre Paten Alexander Thomas alias Alf Ator, Musiker der Krawall- und Klamauk-Band Knorkartor und der Leichtathlet und Publizist Christian Schenk, der bei den olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul Gold im Zehnkampf für die DDR gewann.

Musiker Alexander Thomas alias Alf Ator unterstützt die Jugendlichen, "weil Rassismus eines der Dinge ist, die uns daran hindern, so genial zu werden, wie wir es eigentlich alle sein könnten".

Und Sportler Christian Schenk, "weil mich neben meinen Eltern und dem Sport vor allem die Schule zu einem weltoffenen und werte-orientierten Menschen gemacht hat und in der Schule ein Kind die Vielfalt des Lebens und das Miteinander mantrisch erlernt. Welch Aufgabe. Welch Herausforderung."
   
Sanem Kleff, Leiterin von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage: "Sowohl in Musikvideos als auch im Stadion geht es noch zu oft rassistisch und sexistisch zur Sache. Rechtsextreme verbreiten ihre Hetze und Gewalt. Dabei können gerade Sport und Musik Jugendlichen spannende Zugänge in der Menschenrechtserziehung ermöglichen. Wir als Landeskoordination unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, sich kritisch mit menschenfeindlichen Ideologien in Sport und Kunst auseinanderzusetzen.“

Mit Lyrik gegen Rassismus

Fotos: Antonia Kausche

Im schuleigenem Kunstatelier feierten die SchülerInnen und PädagogInnen der Klax Sekundarschule in Pankow am Freitag, den 9. September 2016 die Verleihung des Titels Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.

Als Patin unterstützt die Lyrikerin und Poetry Performerin Linda Gabriel die Jugendlichen. Gabriel, 1985 in Simbabwe geboren, lebt in Johannesburg und vermittelt derzeit als "Artist in Residence" auch Jugendlichen in Berlin die Kraft der Sprache. Gefragt warum sie die Schule unterstützt, antwortet sie: "Because I believe the world can be a better place if we start seeing and treating each other as equals."
   
Sanem Kleff, Leiterin von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage: "Gerade als Kunstlehrerin ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass wir uns den komplexen Themen der Menschrechtserziehung auch mit kunstpädagogischen Methoden nähern. Die Gestaltung eines Graffitis für das Schulgebäude, das körperliche Spiel auf einer Theaterbühne oder eine Rap-Perfomance ermöglichen den Jugendlichen einen zusätzlichen Zugang zum Thema Menschenrechte, neben einer Diskussionsrunde im Unterricht. Beide Methoden sich wichtig und notwendig."

Berliner SchülerInnen starten couragiert ins neue Schuljahr!

Fotos: Rafael Rickfelder

Mit einem Zeichen für Menschenrechte und Weltoffenheit begehen die Schülerinnen und Schüler des Spandauer Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums ihren ersten Schultag nach den Sommerferien. Am Montag, dem 5. September 2016 feierten sie den Eintritt in das Courage-Netzwerk und die damit verbundene Verleihung des Titels Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.

Die Patenschaften übernehmen der Bezirksbürgermeister von Spandau Helmut Kleebank (SPD) und der Bezirksbildungsstadtrat (CDU) Gerhard Hanke. Kleebank unterstützt die Jugendlichen, da "Rassismus in unserer heutigen Welt keinen Platz haben darf". Und Hanke betont, dass "gerade Spandau ein weltoffener Bezirk ist, in dem Menschen aus vielen Nationen zusammenleben. Die Vielfalt in unserer Gesellschaft ist wichtig und es sind alle aufgerufen, Rassismus mutig und entschlossen entgegen zu treten!"
   
Sanem Kleff, Leiterin des Berliner Courage-Netzwerks, erklärt: „Diese Jugendlichen zeigen bei ihrem Engagement für ein friedvolles Miteinander besonders viel Kreativität. Auf Grundlage von Rollenspielen haben sie einen Film zum Thema „Zivilcourage“ gedreht. Wir werden die SchülerInnen und PädagogInnen des Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums, so wie alle Mitglieder der insgesamt 81 Berliner Courage-Schulen, bei ihrem Einsatz für Menschenrechte unterstützen.“

Peer to Peer gegen Diskriminierung

Fotos: Max-Delbrück-Gymansium

Am Berliner Max-Delbrück-Gymnasium in Pankow fanden am 18. und 19. Juli 2016 ganz besondere Projekttage statt. Organisiert von den SchülerInnen der Courage-Arbeitsgemeinschaft, ging es bei diesen Projekttagen darum, dass ältere SchülerInnen sich mit ihren jüngeren MitschülerInnen aus den siebten Klassen zu verschieden Formen der Diskriminierung austauschen.

Intensiv hatten sich die älteren SchülerInnen der Klassen zehn, elf und zwölf auf diesen Rollentausch vom Schüler zum Teamer vorbereitet. In Teams von drei bis vier SchülerInnen arbeiteten sie sich, unterstützt von Ihren PädagogInnen, in die verschiedenen Ideologien der Ungleichwertigkeit, wie Antisemitismus oder Islamismus ein und bereiteten die Workshops mit den jüngeren SchülerInnen inhaltliche und methodisch vor.

Die SchülerInnen der siebten Klassen waren mit großer Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit dabei und tauschten sich intensiv mit ihren älteren Schulkameraden über Rassismus oder Sexismus aus - vieles Neues war zu erfahren: Wie erkennt man Diskriminierung und was kann man dagegen tun?

Diese Projekttage nach dem Prinzip Peer to Peer fanden so großen Anklang bei den SiebtklässlerInnen, dass die SchülerInnen der Courage-Arbeitsgruppe diese Tage zur Tradition an Ihrer Schule machen werden. Einmal im Jahr soll es nun heißen: Von Peer to Peer, also von älter zu jünger gegen Diskriminierung aufklären.

Mit Techno-Beats gegen rechte Hetze

Fotos: M. Graff

Laut und kreativ – so feiern die Courage-Aktiven der Heinz-Brandt-Schule am Montag, den 18. Juli 2016 ihre Titelverleihung zur Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Mit einer eigenen DJ-Show geben sie Beats aus einem Workshop mit dem Love-Parade Erfinder Dr. Motte zum Besten, machen Streetdance, singen im Chor und spielen Trompete. Abschließen wird das Fest mit einer Menschenkette, mit der die SchülerInnen ein klares Statement gegen rechte Hetze im Kiez setzen.

Sanem Kleff, Leiterin der Landeskoordination des Courage-Netzwerks, sagt hierzu: "Das Engagement für Menschenrechte erfordert Mut und kann über viele gewaltfreie und vor allem kreative Methoden erfolgen. Wie das gelingt, zeigen uns die Aktiven der Heinz-Brandt-Schule. Mit ihren Aktivitäten machen sie ihre Haltung gegen Menschenfeindlichkeit jeder Art auch klar nach außen hin sichtbar.“
   
Klaus Mindrup, MdB (SPD) und Dr. Clara West, MdA (SPD) unterstützen die Jugendlichen als PatInnen. Klaus Mindrup steht hinter den SchülerInnen, "weil die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Weltansichten längst in jeden Stundenplan gehört und uns Respekt, Toleranz und Courage stets begleiten sollten.“

Dr. Clara West setzt sich als Patin ein, „weil sich Kinder und Jugendliche selbst mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen und eigene Wege finden, um für ein faires und diskriminierungsfreies Miteinander zu ringen.“ Ferner betont die Politikerin: „ Berlin ist bunt, vielfältig und weltoffen - und das soll so bleiben! Das passiert aber nicht einfach so - dafür braucht es genau solch ein Engagement wie hier.“

Feministin Helene Lange ist Namensgeberin

Fotos: Courage-Netzwerk

Das hätte Helene Lange sicherlich gefallen: Die Pädagogin und Vorkämpferin der ersten deutschen Frauenbewegung in Deutschland wird Namensgeberin der 80sten Berliner Courage-Schule. Am Montag, den 18. Juli 2016 erhält die Steglitzer Schule gleich zwei neue Schilder für ihre Schulfassade: Sie trägt ganz offiziell den Namen „Helene-Lange-Schule" und erhält passend zur feministischen Namenpatronin den Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.

Sanem Kleff, Leiterin des Berliner Courage-Netzwerks, ist hoch erfreut: "Es ist ein schöner Zufall, dass die 80ste Berliner Courage-Schule den Namen Helene Langes trägt. Mit dem Titel verpflichten sich die Schulmitglieder, gegen alle Formen der Benachteiligung und Ausgrenzung vorzugehen, auch gegen Sexismus. Jedes Kind hat ein Recht auf gleiche Chancen und ein selbstbestimmtes Leben. Bildung ist für alle Geschlechter der Schlüssel - das wusste schon Helene Lange."

Der Schauspieler Björn Harras unterstützt die SchülerInnen als Pate. Er richtet sich per Videobotschaft an die Jugendlichen und findet es bemerkenswert, "dass junge Menschen, und Menschen, die mit jungen Menschen arbeiten und sie begleiten, sich ein Herz fassen und in dieser schwierigen Zeit für Courage aufstehen, um gegen Rassismus und jede andere Form von Diskriminierung einzutreten."

Fotoaktion am Lily-Braun-Gymnasium

Courage-Aktive des Liliy-Braun-Gymnasiums
Fotos: Reinhard Hoffmann

Die Aktivengruppe des Lily-Braun-Gymnasiums setzte am 14. Juni 2016 ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung auf ihrem Schulhof.

Mit dem Kreidewagen malten die SchülerInnen der Spandauer Courage-Schule kräftige Striche auf den Boden – SOR schrieben sie in übergroßen Lettern und bereiteten die große Fotoaktion auf dem Schulhof vor.

Nach anfänglichem Chaos gelang es den Courage-Aktiven sich exakt entlang der Kreidelinien aufzustellen: Zusammen bildeteten sie die drei Buchstaben SOR, für "Schule ohne Rassismus".
 
Ein Fotograf schoß aus Vogelperspektive das entscheidende Foto, mit dem die Schule klar macht: Wir sind seit dem 2. Juli 2010 eine Courage-Schule und bleiben unserer Selbstverfplichtung treu - heute und in Zukunft!

Quinoa-SchülerInnen für soziale Gerechtigkeit

Fotos: Courage-Netzwerk

Gleiches Recht auf Bildung, trotz vielfältiger Startbedingungen – so lautet das Credo der jungen Qiunoa-Schule mit ihren 84 SchülerInnen im Berliner Bezirk Wedding. Mit dem Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wollen die Schulmitglieder ihrer Haltung zu sozialer Gerechtigkeit Nachdruck verleihen. Am 15. Juli 2016 schlossen sie sich als 78ste Schule in Berlin dem Courage-Netzwerk an.

Sanem Kleff, Leiterin des Berliner Courage-Netzwerkes, betont: "Die SchülerInnen zeigen, sie wollen einander fair, couragiert und respektvoll behandeln. Auf beeindruckende Art und Weise gelingt es dieser noch jungen Schule, Menschenrechtserziehung im Lehrplan zu verankern und das Schulklima gewalt- und diskriminierungsfrei zu gestalten. Zusammen mit über achtzig Berliner Kooperationspartnern unterstützen wir sie dabei – jetzt und auch in Zukunft.“

Unterstützung gibt es auch von ihrem Paten Yiğit Muk, Autor des Buches "Muksmäuschenschlau. Wie ich als Hauptschulproll ein Abi mit 1+ hinlegte". Der junge Berliner war als Teenager Mitglied einer Neuköllner Straßengang, absolvierte trotz Hauptschulempfehlung im Jahr 2012 das beste Abitur Berlins und studiert heute Wirtschaftswissenschaften. Mit seinem Lebensweg ist er vielen SchülerInnen ein Vorbild.

Menschenrechte - kein bloßes Stück Papier

Titelverleihung mit dem Courage-Paten Michael Müller.
Fotos: Aris Papadopoulos.

Michael Müller, Berlins Regierender Bürgermeister, unterstützt Charlottenburger SchülerInnen bei ihrem Einsatz für Menschenrechte.

Menschenrechte sind kein bloßes Stück Papier – das wissen die 1.300 SchülerInnen des Charlottenburger Oberstufenzentrum für Recht und Wirtschaft. Für sie gilt es, diese auch im Schulalltag zu leben. Mit dem Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, den die Hans-Litten-Schule am 15. Juli 2016 als 77ste Schule in Berlin verliehen bekommen hat, machen sie diese Haltung auch nach außen hin sichtbar.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller unterstützt als Pate die Schule. Für ihn sind die SchülerInnen "mutige junge Menschen, die sich dem Rassismus entgegenstellen und damit eine Vorbildfunktion für uns alle einnehmen. Sie zeigen, dass sie bereit sind, die Grundwerte, die unser Land zusammenhalten, gemeinsam zu leben und weiterzugeben." Das Engagement der SchülerInnen sei gerade heute und hier unverzichtbar, weil "die Jugend die Zukunft unserer demokratischen, toleranten und vielfältigen Gesellschaft in den Händen hält. Rassismus darf nie einen Platz in unserer Gesellschaft haben. Gerade jetzt sind wir alle gefordert, eine klare Haltung zu zeigen – für Weltoffenheit und Toleranz", so Müller.

Patricia Litten, die Nichte des Namensgebers der Schule, Hans Litten, war ebenso anwesend für ein Grußwort. Hans Litten setzte sich als Rechtsanwalt in der Weimarer Republik schon früh vor Gericht gegen den nationalsozialistischen Terror und die Propaganda der Parteiführung der NSDAP ein. Jahrelang als Gegner des NS-Regimes verfolgt, wurde er 1938 im Konzentrationslager Dachau in den Tod getrieben.

Im Rahmen der Verleihungsfeier führten SchülerInnen der Willkommensklasse eine Theater-Performance auf, es gab Tanz- und Poetryslams. Und unter dem Motto "Fair-Play" hat zum Abschluss ein Fußballspiel der "Hans-Litten-Allstars" stattgefunden, bei dem FußballspielerInnen aus verschiedenen Klassenstufen gegeneinander antreten sind.

Deutschlands älteste Gemeinschaftsschule mit Courage

Titelverleihung auf dem Balkon.
Fotos: Courage-Netzwerk

Die Neuköllner Fritz-Karsen-Schule, älteste Gemeinschaftsschule Deutschlands, wurde als 76. Berliner Schule Teil des Netzwerks von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage. Mit dem Eintritt in das Netzwerk bestätigen die Aktiven an der Schule, wie wichtig ihnen das Engagement aller Altersstufen gegen Mobbing und Diskriminierung und für den Zusammenhalt in der bunten Schulgemeinschaft ist.

Die Leiterin der Landeskoordination Sanem Kleff betont: "Mit ihrem Verständnis als eine Schule für Alle lernen auf der Fritz-Karsen-Schule Schülerinnen und Schüler frühzeitig, sich von der 1. bis hin zur 13. Klasse gemeinsam gegen Menschenverachtung, für die Einhaltung der Menschenrechte und eine bunte und vielfältige Gesellschaft einzusetzen und einer rechtspopulistischen Stimmungsmache entgegenzutreten."

Unterstützt werden die Schülerinnen und Schüler von ihrer Patin, Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey: "Weil die Würde des Menschen unantastbar ist. Sie zu achten und zu schützen ist nicht nur Aufgabe aller staatlichen Gewalt, sondern auch unserer ganzen Gesellschaft. Schule muss ein Ort sein und bleiben, an dem sich unsere Kinder und Jugendlichen frei entfalten können und zu selbstbestimmten Erwachsenen entwickeln dürfen."

Mit Musik und Kunst für Courage

Fotos: Dilara Catak und Felix-Mendelsohn-Bartholdy-Gymnasium

Das musik- und kunstbetonte Felix-Mendelsohn-Bartholdy-Gymnasium in Pankow ist als 75ste Berliner Schule dem bundesweiten Netzwerk von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage beigetreten. Die SchülerInnen setzen damit ein Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung - egal, ob es sich um Rassismus, Homophobie, Mobbing oder Sexismus handelt. Diskriminierung soll an ihrer Schule keine Rolle spielen - für sie ist die Vielfalt einfach ganz normal!

Der Berliner Journalist Ronny Blaschke und Experte für Rassismus und Rechtsextremismus im Sport, steht den Schülerinnen und Schülern als Pate zur Seite, "….weil der Ton in unserer Gesellschaft in den vergangenen Monaten immer rauer geworden ist. Menschen werten andere Menschen ab, durch Rassismus, Hetze oder Homophobie. Es ist unverzichtbar, schon in der Schule offensiv dagegen Stellung zu beziehen und Empathie zu zeigen."

Auch der SV Babelsberg 03 unterstützt als Pate die Schule, "….weil es wichtig ist, rassistischen Grundeinstellungen entschieden und so früh wie möglich entgegen zu treten. Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage ist aus unserer Sicht genau der richtige Ansatz, um den Grundstein für eine antirassistische Gesellschaft zu legen."

Sommerfest 2016

Wir blicken auf ein Schuljahr voller kreativer Projekte und beeindruckender Beispiele des couragierten Engagements. SchülerInnen und PädagogInnen haben Geflüchtete willkommen geheißen und sich rechtspopulistischer Hetze offen entgegen gesetzt.

Unterstützt wurden sie dabei von unseren außerschulischen Netzwerkpartnern, die bei Veranstaltungen der Landeskoordination, bei Projekttagen und Seminaren an Courage-Schulen die inhaltliche Unterstützung, Qualifikation und Beratung übernommen haben.

Mit unserem jährlichen Sommerfest wollten wir uns bei jenen bedanken, die mit ihrer Fachkompetenz maßgeblich zu unserem Gelingen beitragen. Trotz des regnerischen Wetters feierte die Berliner Courage-Aktiven am Freitag, den 8. Juli 2016 ein ausgelassenes Fest.

Kein brauner Einheitsbrei

Mehr als 2.000 Aktive hat das Oberstufenzentrum Gastgewerbe in Pankow.
SchülerInnen einer "Köche-Plus"-Klasse für hochqualifizierten Nachwuchs initiierten das Projekt
Diese sorgten auch für das tolle Buffet...
Fotos: David Masur

Über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und Menschen mit Respekt begegnen, das ist über 2.000 SchülerInnen der Brillant-Savarin-Schule in Berlin-Pankow wichtig.

Das Oberstufenzentrum für Gastgewerbe trägt ab sofort den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, als ihr öffentliches Statement gegen Menschenverachtung. Am Mittwoch, den 29. Juni 2016, erhielten die Abteilungen 2 und 4 des Oberstufenzentrums als 74. Berliner Schule den Titel. Bundesweit tragen mehr als 2.100 Schulen den Titel.

Die Brillat-Savarin-Schule ist eine der größten gastgewerblichen Schulen Deutschlands. Ihre SchülerInnen feiern interkulturelle Kochfeste, heißen Geflüchtete in Pankow willkommen, sprechen mit Zeitzeugen des Nazi-Terrors und holen Ausstellungen über Rechtsextremismus an die Schule. Auf ihrem Stundenplan steht das Fach "Interkulturelle Kompetenz".
   

Die SchülerInnen einer "Köche-Plus"-Klasse für hochqualifizierten Nachwuchs initiierten das Projekt, sammelten über Monate hinweg Unterschriften ihrer MitschülerInnen und PädagogInnen. Das Ergebnis: 87 Prozent der Schulmitglieder wollen zukünftig jeder Form der Diskriminierung entschlossen entgegen treten.

Sanem Kleff, Leiterin von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: "Die SchülerInnen zeigen, dass Respekt, Vielfalt und Weltoffenheit zu ihrem Ausbildungsalltag gehören, ob im Hotel oder Restaurant. Und sie zeigen, dass ihnen ein brauner Einheitsbrei nicht schmeckt."

Der Bundesliga-Verein Hertha BSC unterstützt die SchülerInnen als Pate
Zusammen mit den Jugendlichen zeigen die Fußballer von Hertha klare Kante: " Ein vertrauensvolles und respektvolles Miteinander zu unterstützen, ist für uns eine selbstverständliche Aufgabe. Wir werden nur miteinander die Herausforderungen unserer Zeit meistern. Auf dem Platz und in der Schule: Fairplay und Respekt!"

Sport verbindet

Die SchülerInnen der Kopernikus-Schule wollten ein Zeichen setzen und herzlich Willkommen sagen, zu den geflüchteten Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf. Das beste Mittel dafür: Sport und Spiel. Deshalb veranstalteten sie am 28. April 2016 ein großes Begegnungsfest, mit Völkerball- und Fußballtunier, Hockey-Spielen, Tanz und vielem mehr. Die Landeskoordination Berlin unterstützte die Schule dabei mit einem Capoeira-Workshop des Kooperationspartners Abadá Capoeira-Schule-Berlin e.V.. Alle hatten an diesem Tag gemeinsam sehr viel Spaß, die Kopernikus-SchülerInnen und die gleichaltrigen Jugendlichen aus aller Welt. Die ReporterInnen der Online-Schülerzeitung Kosmos der Kopernikus-Oberschule berichten wie es von der ersten Idee zum Sportfest kam:

"… Schließlich sind wir nun seit einem Jahr eine Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und diesem Titel auch verpflichtet. Wir wollten ein Zeichen setzen!
Da kam uns die Idee, ein Sportfest zu veranstalten. Bei Sport und Spiel könnte es uns am leichtesten fallen, mit einander Kontakte zu knüpfen."

Zum ganzen Artikel: http://kosmos.kopernikus-oberschule.de

Tag der Toleranz

"ARM-REICH": Ein von SchülerInnen gestalteter Projekttag am Berliner Heinrich-Hertz-Gymnasium

"Wir leben in unruhigen Zeiten, hunderttausende Menschen sind auf der Flucht vor Kriegen und Armut, Finanzkrisen bedrohen eine stabile Entwicklung, Terrorismus und Gewalt bestimmen vielerorts den Alltag." Mit diesen aufrüttelnden Worten informierten die SchülerInnen am Heinrich-Hertz-Gymnasium über ihren Projekttag, welcher unter dem Motto "ARM - REICH" stand.

Für den 11. Februar 2016 war kein normaler Unterricht angedacht, denn die Jugendlichen gestalteten diesen Tag selbst. Unter der Fragenstellung „Was bedeuten die großen Herausforderungen des Weltgeschehens für uns?“ organisierten sie mehr als 20 Workshops und tauschten sich über Begriffe wie Armut und Reichtum aus. Hierzu luden sie ExpertInnen ein, gingen ins Theater, berichteten von Erfahrungen im Ausland und moderierten die Arbeitsgruppen, nach dem Peer-to-Peer Konzept.

Thematisch waren die Diskussionsrunden sehr breit gefächert: "Klimaflüchtlinge", "Hasskommentare im Internet" und "Gentrifizierung in Berlin" lauteten die Titel von nur einigen. In diesen erörterten die Aktiven welche psychologischen Folgen Armut für Menschen hat, wie Musik und Filme Reichtum und Armut als Themen aufgreifen und wollten wissen welche soziale Ausgrenzung transidente Menschen erfahren und wie Menschen ihr Leben in den Favelas in Rio bestreiten.

Mehr Informationen, Fotos und einen Videobeitrag zu den einzelnen Workshops findet ihr auf der Website der Schule: www.heinrich-hertz-schule.de

Senatorin Dilek Kolat übernimmt die zweite Patenschaft im Courage-Netzwerk.
Fotos: Wolfgang Borrs

Gelebte Vielfalt

Senatorin Dilek Kolat wird Patin der Friedenauer Gemeinschaftsschule

 

Die Aula der Schule war gefüllt mit vielen Kindern und Jugendlichen von der ersten bis zur zehnten Klasse. Mit einer tollen Veranstaltung haben wir am 17. Februar 2016 die Friedenauer Gemeinschaftsschule als 73. Schule in Berlin im Netzwerk begrüßt.

Die SchülerInnen saßen bunt gemischt – auf Stühlen, auf dem Boden und in Rollstühlen – und lauschten gebannt der Patin der Schule, Dilek Kolat. In ihrer motivierenden Rede lobte die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen vor allem die Vielfalt die an der Gemeinschaftsschule gelebt wird: „Diese Schule ist wirklich eine Schule für alle!“. Mit den positiven Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler hier mit Heterogenität sammeln, sind sie eine Bereicherung für die Gesellschaft die momentan auch durch Einwanderung immer bunter wird.

Die Großen und Kleinen der Schule präsentierten in dem bunten Bühnenprogramm unter anderem ein türkisches Volkslied und einen Rock mit mehreren Musikinstrumenten. Tolga aus der 8. Klasse performte einen mitreißenden Rap den er bei einem Projekttag der Schule selbst geschrieben und komponiert hat. Für ihn steht bei seiner Schule ganz klar eins im Vordergrund: „Lernen wir zusammen ja dann werden wir alle schlau - jeder hat ne Chance verdient!“.

An der Schule wird Inklusion groß geschrieben und das zeigt sich auch im Schulalltag. Neben SchülerInnen mit und ohne Behinderung besuchen auch viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und teilweise auch ohne Deutschkenntnisse die Gemeinschaftsschule im Südwesten Berlins.

Titelverleihung der Bilingualen Schule Phorms Berlin Süd.
Fotos: Wolfgang Borrs

BossHoss-Sänger Alec Völkel ist Pate

Mit einer fröhlichen und inhaltlich beeindruckenden Veranstaltung zur Titelverleihung trat am 11. Februar 2016 die Bilinguale Schule Phorms Berlin Süd heute dem Courage-Netzwerk bei. Rund 400 SchülerInnen lernen hier von der ersten Klasse bis zur Abiturklasse gemeinsam und das zweisprachig, in Englisch und Deutsch. Der Festakt in der Aula zeigte: Diversität ist auf dem Phorms-Campus bereits gelebter Alltag.

Die SchülerInnen präsentierten Filmspots gegen Rassismus, trugen selbst geschriebene Gedichte zu Menschenrechten vor und sangen lauthals im Chor.

BossHoss-Sänger Alec Völkel, ließ es sich nicht nehmen, sich zu ihnen ans Mikrophon zu begeben, mitzusingen und gemeinsam die Aula zum Schwingen zu bringen.

Er betonte, dass schon die Kleinsten hier einen fairen Umgang miteinander erleben können. „Niemand sollte nach der Farbe seiner Haut, Herkunft oder Religion beurteilt werden. Jegliche Heterogenität sollte als Chance und niemals als Nachteil verstanden werden!“

Die Leiterin der Landeskoordination Berlin, Sanem Kleff übergab die Urkunde und verlieh den Titel. Sie hieß die Schule willkommen im Courage-Netzwerk und freute sich: „Diese Schule legt viel Wert auf Kommunikation und individuelle Förderung, sie bringt gute Voraussetzungen für eine Courage-Schule mit. Mit Alec Völkel hat sie einen sehr guten Paten gefunden. Er steht entschieden gegen Diskriminierung und bringt dies mit viel Energie und Kreativität rüber. Das gelingt ganz sicher auch dieser Schulgemeinschaft.“

Die SchülerInnen ließen Alec Völkel nicht eher aus der Aula, bevor sie nicht alle eines von hunderten Autogrammen bekommen hatten. Und er verließ den Campus erst, nachdem er eigenhändig das Schild „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ an die Wand geschraubt hatte.

Fotos: Aris Papadopoulos

Kinder sagen Nein zu Rassismus

Am Freitag, den 5. Juni 2015, feiert die Grundschule am Stadtpark Steglitz ihre Titelverleihung zur Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage. Die Patenschaft der jungen Courage-Aktiven übernimmt der Schauspieler und der ehemalige Sesamstraßendarsteller Oliver Korittke. Drei Viertel der Schulmitglieder sind mit ihrer Unterschrift die Verpflichtung eingegangen, sich aktiv für ein positives Schulklima zu engagieren.

 

Und diese Verpflichtung nehmen die GrundschülerInnen sehr ernst. Sie besuchen SeniorInnen im Altersheim für gemeinsame Aktivitäten, engagieren sich als Konfliktlotsen auf dem Schulhof und übernehmen Patenschaften für MitschülerInnen, die aus geflüchteten Familien stammen, um sie beim Einleben an der neuen Schule zu unterstützen.

 

"Das Engagement der Stadtparker GrundschülerInnen sich für die Eingliederung jener MitschülerInnen einzusetzen, die als Kinder aus Flüchtlingsfamilien einen besonders schweren Start in den Schulalltag haben, zeigt, dass Menschenrechtserziehung bereits in der Grundschule ansetzen und altersgerechte Zugänge bieten muss. So können selbst die Jüngsten von klein auf lernen, sich mit komplexen Themen wie Rassismus oder Antisemitismus sinnvoll auseinanderzusetzen. Wir werden die jungen "Stadtparker" auch in Zukunft bei ihrem Engagement unterstützen“, so Sanem Kleff, Leiterin der Landeskoordination.

 

Wir sagen herzlich wilkommen im Courage-Netzwerk.

Titelverleihung in der Fichtenberg Oberschule. Foto: Susanne Breton
Titelverleihung in der Fichtenberg Oberschule. Foto: Susanne Breton
Titelübergabe. Foto: Susanne Breton

64. Courage-Schule in Berlin

Am Freitag, den 13. März 2015, feierten 700 SchülerInnen der Fichtenberg-Oberschule in Berlin-Steglitz den Eintritt ins Netzwerk. Pate wurde der Refugee-Aktivist Bruno Watara. Im Rahmen der Titelverleihung organisierte die Schule einen Projekttag zum Thema Flucht & Asyl. Unter dem Titel "Ein Leben auf der Flucht" luden sie in Berlin lebende Geflüchtete ein, die in persönlichen Erfahrungsberichten über die Situation auf der Flucht und im Asylverfahren in Deutschland erzählten. Weitere Workshops bearbeiteten die Themen "Stimmung gegen Flüchtlinge - wir halten dagegen", "Antisemitismus im Jahr 2015" und "Klischees und Vorurteile über Muslime in Deutschland". 

 

 

 

Bruno Watara unterstrich in einer sehr persönlichen Ansprache die Notwendigkeit des Projekts: "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage muss sein, weil ich und viele andere Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten unter Rassismus und Ausgrenzung leiden. Ich habe es oft erlebt, dass Flüchtlingskinder traurig aus der Schule zurück ins "Heim" gekommen sind und Angst vor dem nächsten Schultag haben mussten. Ich hoffe, dass ich den Tag noch erleben werde, an dem alle Schulen in Deutschland ohne Rassismus sind."

Fotos: Aris Papadopoulos

Rassismus die Rote Karte zeigen!

Zwei Courage-Schulen, die Sonnengrundschule aus Neukölln und die Konrad-Wachsmann-Schule aus Marzahn, trafen sich am Mittwoch, den 4. März 2015, bei Union Berlin. Unter Anleitung von TeamerInnen von Show Racism the Red Card diskutierten sie über Rassismus im Sport und über Möglichkeiten dagegen aktiv zu werden.

 

Mit von der Partie war Aydan Özoğuz, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Sie freute sich über das Engagement der Courage-SchülerInnen und schrieb auf Facebook: "Heute war ich beim 1. FC Union in Berlin-Köpenick und habe als Schirmherrin die Aktion "Show Racism the Red Card" eröffnet. Im Stadion an der Alten Försterei habe ich mit Schülern über Rassismus und Gegenstrategien diskutiert. Mit dabei waren Union-Profi Christopher Trimmel und Union-Maskottchen "Ritter Keule". Herzlichen Dank an den 1.FC Union Berlin für sein großes Engagement gegen Rassismus!"

27. Januar: Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Fotos: Thomas Guthmann




Am diesjährigen Gedenktag, siebzig Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, bleiben alle Opfer des Nationalsozialismus unvergessen.

Die Landeskoordination Berlin, mit Sitz im Bezirk Schöneberg, führte am Gebäude des U-Bahnhofs Nollendorfplatz vor der Gedenktafel mit der Inschrift:  „Totgeschlagen, totgeschwiegen - den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus“ eine Mahnwache durch, damit die Totgeschlagenen nicht totgeschwiegen und vergessen werden.

Gemeinsam mit den VertreterInnen ihrer drei Kooperationspartner, dem Landesverband Berlin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dem Lesben und Schwulenverband Deutschlands und der Beratungsstelle Maneo legte die Referentin Samira Mahmud einen Kranz nieder.

Die RednerInnen erinnerten an die Geschichte der Verfolgung von Homosexuellen im Bezirk Schöneberg, der in der Weimarer Republik Heimat vieler queeren Szenelokale war. Jörg Steinert vom LSVD erinnerte daran, dass der § 175 nach der NS-Herrschaft in Kraft blieb und Homosexualität in der Bundesrepublik bis 1969 strafbar war. Die Opfer dieser Politik sind bis heute nicht rehabilitiert.

Die Leiterin der Landeskoordination, Sanem Kleff erinnerte: “Heute noch, wird Homosexualität an vielen Orten der Welt mit dem Tode geahndet. Homophobie ist eine noch längst nicht überwundene, tödliche Ideologie. Auch in Deutschland werden immer wieder homophobe Einstellungen sichtbar. Die Berliner Courage-Schulen werden weiterhin entschieden gegen Homophobie vorgehen. Dabei werden sie tatkräftig von unseren außerschulischen Kooperationspartnern die sich an der heutigen Mahnwache beteiligen, durch ReferentInnen und Materialien unterstützt.“

Fotos: Samira Mahmud

10 Jahre Courage an der Max-Planck-Schule



Das Max-Planck-Gymnasium im Bezirk Mitte gehört seit 2004 zum bundesweiten Courage-Netzwerk und hat dies am 12. Dezember 2014 mit einem Projekttag und Festakt ausgiebig gefeiert. Die Leiterin Sanem Kleff würdigte in einer Grußbotschaft das Engagement der Schule: "Das Max-Planck-Gymnasium zeigt, das es gelingen kann, Antidiskriminierungsarbeit über viele Schuljahre nachhaltig im Schulalltag zu verankern. Dies ist allemal ein Grund für die Schule stolz zu sein."

Auf dem Projekttag befassten sich die SchülerInnen in 28 Workshops mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Antisemitismus oder rassistischer Hetze gegen Flüchtlinge und überlegten sich, was sie zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen können. Auf der Podiumsdiskussion mit Joachim Zeller (MdEP, CDU), Eva Högl (MdB, SPD), Klaus Lederer (MdA, Die Linke), Özcan Mutlu (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) und Fabio Reinhardt (MdA, Piraten) diskutierten sie über die aktuelle Europa-Politik und die Ukraine Krise.

Foto: Samira Mahmud

Europa auf dem "rechten" Weg?!



 

Vieles ist uns eine liebe Gewohnheit geworden und die Generation, die heute aufwächst kennt es auch nicht anders. Die Klassenfahrt nach Frankreich, der Austausch mit der polnischen Partnerschule, ein Urlaub in Italien oder Dänemark: Europa ist in den vergangenen 40 Jahren zusammen gewachsen. Das ist alles andere als eine Selbstverständnis. Auf dem Fachtag gegen Rechtsextremismus 2014 erörterten etwa einhundert SchülerInnen aus Berlin und Brandenburg die Gefahr von Rechts in Europa. Rechtspopulistische Parteien gewinnen an Einfluss und überall machen sich Vorurteile breit; gegen Sinti und Roma genauso, wie gegen Menschen, die in Europa um Asyl nachsuchen.

Gedenken an die Opfer des Holocausts


Am internationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus versammelten sich Kooperationspartner und die Landeskoordination Berlin von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage am Mahnmal für die homosexuellen Opfer der NS-Gewaltherrschaft. Bei eisigen Temperaturen und Schneetreiben legten die Leiterin Sanem Kleff, Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW-Berlin, sowie Torsten Siebert vom LSVD und Bastian Finke von Maneo einen Kranz nieder.

Freundschaft überwindet Grenzen

Was bedeutet Heimat? Für die einen ist es Nudelsalat, für die anderen überall wo Rockmusik läuft, andere sagen, da wo ihre Familien sind, wieder andere wo man eben willkommen ist - in jedem Fall aber sei „Heimat ein Gefühl“, so die SchülerInnen des Oberstufenzentrums Handel 1, die sich im Rahmen einer Projektwoche mit dem Thema Vielfalt und Toleranz beschäftigt haben.

Entstanden ist dabei unter anderem die Fotoausstellung „Freundschaft überwindet alle Grenzen“. Neben unterschiedlichen Motiven zum Thema Diskriminierung und Mobbing gibt es auch Bilder, den Nahost-Konflikt aufgreifen. Der Schülerin Manar El-Nehmer, die das Projekt initiiert hat, liegt dieses Thema besonders am Herzen, denn sie wünscht sich den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern, der durchaus auch möglich sein kann.

Das OSZ Handel 1 in Berlin-Kreuzberg ist eine der größten Schulen Europas und bereits seit 2007 ein Teil des Courage-Netzwerkes. Mehr als 70 Prozent der Schülerschaft hat einen Migrationshintergrund, so auch Manar, deren Eltern aus dem Libanon stammen.

Mit ihrem Engagement haben die SchülerInnen des Profilkurses Wirtschaftsinformatik viel Courage bewiesen und zu Recht viel Anerkennung von ihren MitschülerInnen und LehrerInnen erhalten. Bei geöffneten Schulzeiten ist die Ausstellung im OSZ Handel in Berlin-Kreuzberg zu besichtigen. Auch gibt es bereits das Angebot, die Ausstellung in einer Schule in Israel zu zeigen.

Hier geht es zum Video zur Ausstellung.

Dialogtisch: Flucht und Asyl, Foto: Samira Mahmud
Dialogtisch: Flucht und Asyl, Foto: Samira Mahmud

Dialogtisch: Flucht und Asyl

In Deutschland steigt die Anzahl der Geflüchteten und damit auch die junger Menschen ohne Deutschkenntnisse und evtl. ungeklärtem Aufenthaltsstatus an Berliner Schulen. Welche Herausforderungen stellen sich damit für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteure? Diese Frage stand im Zentrum des Dialogtischs "Flucht und Asyl" am 20. November 2013. VertreterInnen der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Wissenschaft, PädagogInnen, Akteure außerschulischer Bildungseinrichtungen und des Flüchtlingsrat Berlin diskutierten die Situation von Flüchtlingen an Berliner Schulen, über Verwaltungsstrukturen im schulischen Alltag und über die Rolle außerschulischer Akteure. Das gemeinsame Ziel: Wissen, Ressourcen und Engagement zu bündeln und die Akteure produktiv miteinander zu vernetzen.

Die Veranstaltung wird im Rahmen der "Tage des Interkulturellen Dialogs" dokumentiert und voraussichtlich 2014 wieder stattfinden.

Vertonte Erinnerung, Foto: Metin Yilmaz
Vertonte Erinnerung, Foto: Metin Yilmaz

Vertonte Erinnerung

Radio-Workshop anlässlich des 75. Jahrestages der Pogromnacht

Anfang November 2013 fand am Lily-Braun-Gymnasium in Berlin-Spandau ein zweitägiger Radio-Workshop zur Geschichte der Novemberpogrome 1938 statt. Zwölf SchülerInnen der 9. Klasse der Courage-Schule besuchten eine Gedenkstunde am Jüdischen Mahnmal am Spandauer Luisenufer und zeichneten die Redebeiträge auf. Im Anschluss überlegten sie, wer im Radiobeitrag zu hören sein und wo die inhaltlichen Schwerpunkte liegen sollen. Dann verfassten die SchülerInnen den Moderationstext und produzierten den Beitrag. Zu hören sind nun der Rabbi Daniel Alter und SchülerInnen einer benachbarten Oberschule, unterlegt ist das Stück mit Gesang (el mole rachamim), gesungen vom Kantor Simon Zkorenblut.

Fachtag gegen Rechtextremismus

Fachtag gegen Rechtextremismus
Fachtag gegen Rechtextremismus

Am 7. November 2013 fand in Berlin der Fachtag gegen Rechtsextremismus statt. Rund 200 SchülerInnen nahmen an den Workshops und Diskussionen in der Friedrich-Ebert-Stiftung teil. Dabei standen unterschiedliche Aspekte und Fragen dieser Ideologie der Ungleichwertigkeit im Zentrum, wie "Mädchen und Frauen in der extremen Rechten", "Rassismus im Alltag und in Strukturen" oder "Die Medien und der NSU". Die Workshops wurden von den außerschulischen Kooperationspartnern der Landeskoordination "Reach Out", "Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus", "Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum apabiz" und anderen ExpertInnen geleitet. Organisiert wurde der Fachtag von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Landeskoordination von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Hoffest gegen Rassismus

Hoffest gegen Rassismus
Hoffest gegen Rassismus

„Wir bekennen Farbe - für Zivilcourage“. Unter diesem Motto stand am 17. Juni 2013 das große Hoffest des Gebrüder-Montgolfier-Gymnasiums in Treptow-Köpenick. Die Schule, die seit 2007 den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" trägt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Aktivitäten von Rechtsextremen in ihrem Bezirk etwas entgegenzusetzen: mit Theaterstücken für Respekt und gegen Ausgrenzung, Radiobeiträgen über Zivilcourage, Gastrednern aus Politik und Gesellschaft und einem Kultur- und Musikprogramm. Die Idee des Hoffests haben LehrerInnen und SchülerInnen gemeinsam bei einer Projektwoche im Januar 2013 entwickelt und verwirklicht.

Sommerfest 2013


Am 22. August fand das diesjährige Sommerfest der Landeskoordination Berlin statt. Zum Start des neuen Schuljahres trafen sich im Garten der Berliner Ahornstraße Kooperationspartner, Förderer sowie Freundinnen und Freunde der Landeskoordination. Erstmalig dabei: die Musikband "Rathmines" unseres Buchhalters Martin Schneider, die irische Folk- und Punksongs interpretierten.

Seminar Day mit Tina K.

Seminar Day mit Tina K., Foto: JFK
Seminar Day mit Tina K., Foto: JFK

Die deutsch-amerikanische John-F.-Kennedy-Schule in Berlin Zehlendorf hat am 24. Juni 2013 ihren Projekttag unter das Motto "Ich bin ein Berliner" gestellt. Die Aktivengruppe von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" hat aus diesem Anlass Tina K. eingeladen. Gemeinsam diskutierten sie über die Folgen von Jugendgewalt und was Zivilcourage verändern kann. Tina K. ist die Schwester von Jonny K., der am 14. Oktober 2012 am Alexanderplatz auf brutale Weise zu Tode geprügelt wurde. Gemeinsam mit Angehörigen und Freunden gründete sie im Dezember 2012 den Verein "I Am Jonny". Er setzt sich für Zivilcourage und friedliches Miteinander ein. Die John-F.-Kennedy-Schule ist eine der größten Sekundarschulen Berlins und strebt den Titel als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an.

Jahrestage an der Mühlenau-Grundschule

Jahrestage an der Mühlenau-Grundschule

Ende Mai 2013 feierte die Mühlenau-Grundschule im Bezirk Steglitz-Zehlendorf ihr 75-jähriges Bestehen und den dritten Jahrestag im Courage-Netzwerk. Die Aktiven der Schule nutzten die Gelegenheit, die Ideen von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" in möglichst viele Bereiche der Jubiläumsfeierlichkeiten mit einfließen zu lassen.
Bei einer abendlichen Feierstunde hob Jessica Zeller von der LK Berlin hervor: "Als die Mühlenau-Grundschule 1938 gegründet wurde, wurden Menschen aufgrund bestimmter Merkmale verfolgt und viele von ihnen ermordet. Eure Schule und euer Engagement sind ein Beispiel dafür, dass diese Ideen heute keinen Platz mehr in unserer Gesellschaft haben."
Gelebte Vielfalt zeigte sich auch auf dem großen Schulfest: So gab es die Gelegenheit T-Shirts in verschiedenen Schriften zu bedrucken und Spiele aus anderen Ländern auszuprobieren, wie z.B. „Kubb“ (Wikingerschach) aus Schweden oder „Cabolas“ (Murmelbrücke) aus Chile.

Erfahrungsaustausch mit Patin

Senatorin Dilek Kolat (li) im Gespräch mit SchülerInnen der August-Sander-Schule, Foto: Thomas Guthmann
Senatorin Dilek Kolat (li) im Gespräch mit SchülerInnen der August-Sander-Schule, Foto: Thomas Guthmann

2012 wurde die Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration, Dilek Kolat, gemeinsam mit den Berliner Eisbären Patin der August-Sander-Schule in Berlin-Friedrichshain. Am 12. Juni 2013 traf sie sich mit den Aktiven der Courage-Schule zu einem Erfahrungsaustausch. Die SchülerInnen stellten der Politikerin eigene Entwürfe zu einer Postkartenserie für Zivilcourage vor und diskutierten über die Ausbildungssituation junger Menschen in Berlin und ihr Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung. Die Senatorin versprach, im Rahmen ihrer Patenschaft die SchülerInnen und LehrerInnen bei ihren Vorhaben weiter zu unterstützen.

Politik zum Anfassen und Mitmachen

Mechthild Rawert im Gespräch mit TeilnehmerInnen
Mechthild Rawert im Gespräch mit TeilnehmerInnen
Fotos: Özlem Topuz
Mechthild Rawert im Gespräch mit TeilnehmerInne

Auf ein Wort mit Mechthild Rawert

Am 27. Mai 2013 lud die Berliner Landeskoordination gemeinsam mit Mechthild Rawert (SPD), der Bundestagsabgeordneten für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, zu einer Veranstaltung aus der Reihe „Politik zum Anfassen“. Bei diesem Format kommen Akteure der Zivilgesellschaft mit PolitikerInnen aus der Praxis im offenen Gespräch zusammen. Fünfzehn Gäste diskutierten angeregt über Strategien und Herausforderungen bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus. Thematisiert wurden die verschiedenen Ansätze lokaler Initiativen und ihre Unterstützung durch staatliche Institutionen. Ein gelungenes Beispiel stellte für die TeilnehmerInnen der Gesprächsrunde der Bericht des Bezirks zu „Rechtsextremismus“ dar. Als problematisch erachten viele zivilgesellschaftliche Initiativen die unsichere und zeitlich befristete Finanzierung ihres Engagements. Rawert, die auch im September wieder zur Wahl antritt, versicherte, die Anregungen aus der Gesprächrunde in ihre Arbeit einfließen zu lassen. Neben den interessanten Inhalte gab es an diesem Vormittag ein leckeres Frühstück und das Versprechen bald wieder zusammen zu kommen.

Primo-Levi-Projekttag
Primo-Levi-Projekttag

Projekttag zu Rechtsextremismus

Die Primo-Levi-Schule in Berlin Weißensee hat am Donnerstag, den 25. April 2013 einen Projekttag zu Rechtsextremismus und Erinnerungskultur mit vielen Kooperationspartnern der Landeskoordination von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" veranstaltet. In verschiedenen Workshops informierten die "Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus" (MBR) und das "Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum APABIZ" über aktuelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus. Zudem wurde die Wanderausstellung "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" der Friedrich-Ebert-Stiftung gezeigt. Die Primo-Levi-AG der Schule organisierte Vorträge zu verschiedenen Aspekten des Lebens und der Überzeugungen von Primo Levi. Primo Levi war ein italienischer jüdischer Antifaschist und Überlebender des Holocausts.

Handeln statt Wegsehen

Handeln statt Wegsehen, Foto: OSZ Abt.3
Handeln statt Wegsehen, Foto: OSZ Abt.3

Seit dem 24. April 2013 ist eine der größten Schulen Europas Mitglied unseres Netzwerks. Das Kreuzberger Oberstufenzentrum Handel hat mehr als 6.000 Schüler und besteht aus fünf Abteilungen. Mit der Unterschrift von mehr als 70 Prozent der rund 1.000 BerufsschülerInnen und LehrerInnen verpflichtet sich jetzt neben der Abteilung 5 auch die Abteilung 3 als 53. Schule Berlins, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung, besonders Rassismus, vorzugehen. Die Aktiven erhalten wertvolle Unterstützung bei ihrem Engagement von ihrer Patin Clara Herrmann, Vertreterin von Friedrichshain-Kreuzberg für Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus sowie von ihrem Paten Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg.

10 Jahre im Courage Netzwerk

Patin Iris Berben bei der Titelverleihung 2003
Patin Iris Berben bei der Titelverleihung 2003
Fotos: Alexander-Puschkin-Schule
Fotos: Alexander-Puschkin-Schule

Die Alexander-Puschkin-Schule ist die vierte Schule Berlins, die den Titel erworben hat, und die erste Schule im Ostteil der Hauptstadt. Als Tag der Titelverleihung haben sich SchülerInnen und PädagogInnen damals bewusst für den 21. März entschieden. Dieses Datum ist nicht nur Frühlingsanfang sondern auch der “Internationale Tag gegen Rassismus”. Mit der Schauspielerin Iris Berben hat die Schule zudem eine prominente Patin gewonnen, deren zivilgesellschaftliches Engagement für Werte wie Toleranz und Courage beispielhaft ist.

In den vergangenen zehn Jahren gab es vielfältige Aktivitäten an der Schule: Projekttage zu Rassismus und Rechtsextremismus, Zirkus-Workshops, einen jährlichen “Run for Help” für Afrika, Veranstaltungen zur Kulturellen Vielfalt und vieles mehr. Sanem Kleff: "Damit steht ihr an Eurer Schule für gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander. Darauf könnt Ihr stolz sein!"

Prominenter Pate

Prominenter Pate Klaus Wowereit
Prominenter Pate Klaus Wowereit

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, ist Pate der Otto-Hahn-Schule in Berlin. In Berlin ist es die 52. Schule mit Courage, bundesweit tragen inzwischen mehr als 1.500 Schulen den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Klaus Wowereit: „Ich habe gerne die Patenschaft übernommen. Über 50 Berliner Schulen beteiligen sich schon an der Aktion. Diese Schulen sind für mich Vorbilder. Denn sie gehen nicht den einfachen, den bequemen Weg, sondern stellen sich der Auseinandersetzung. Damit sind sie ein unverzichtbarer Teil der Weltoffenheit Berlins.“

http://vimeo.com/59388842

Foto: Büro Künast
Foto: Büro Künast

Schulfest mit Patin

Mittlerweile zum dritten Mal besuchte Renate Künast, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, am 27. September 2012 ihre Patenschule, die Kurt-Schwitters-Schule in Pankow, um im Rahmen des diesjährigen Schulfests mit Schülerinnen und Schülern über "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu sprechen.

Als Renate Künast von ihren ersten Erfahrungen mit Demonstrationen gegen Nazis berichtet, hören alle gebannt zu, denn das Thema hat auch heute - in Zeiten, da die rechtsextreme Terrorgruppe NSU in Deutschland jahrelang unentdeckt mordete - enorme Brisanz. Rassismus ist Feindlichkeit insgesamt und fängt im Kleinen an. Renate Künast: "Deswegen ist es eine besondere Bildungsaufgabe, gerade auch einer Schule, für Toleranz und Chancengleichheit zu sorgen. Aufgabe der Politik ist es, unsere Gesellschaft durchlässig genug zu gestalten, dass Diskriminierungen überwunden werden können. Beispiele dafür, wie politische Rahmensetzungen den Begriff von "normal" verändern können, ist eine Bildungspolitik, in der nicht das Gehalt der Eltern den Bildungsweg der Kinder bestimmt. Dafür setzt sich die grüne Antidiskriminierungspolitik ein - um Chancen zum Kennenlernen zu schaffen."

Muslimhasser und Islamismus

Muslimhasser und Islamismus
Muslimhasser und Islamismus
Fotos: Aris Papadopoulos
Muslimhasser und Islamismus

Wie über Muslime und Islamismus diskutieren? Knapp 50 Interessierte trafen sich am 29. November in Berlin, um über diese Frage zu diskutieren. Die Bundeskoordination hatte anlässlich des neuen Themenheftes „Islam und Ich“ zur Veranstaltung u.a. mit den AutorInnen des Heftes geladen. 

Der Islam gehört zu Deutschland. Doch radikale, gewaltbereite Muslimhasser und radikale gewaltbereite Islamisten wollen einen Kampf der Kulturen statt lebendige Vielfalt. In diesem Spannungsfeld diskutierten die AutorInnen des neuen Themenheftes „Islam und Ich“ von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ über Krawall-Debatten, die Konstruktion eines trennenden „Wir“ und „Ihr“ über Ablehnung und vor allem Abgrenzung gegenüber den vermeintlich Fremden. 

Doch wie soll man über Muslime und Islamismus diskutieren, ohne dabei den Verstand zu verlieren? Zuerst müsse man „mit den Muslimen diskutieren und nicht immer nur über sie“ forderte ein Zuhörer aus dem Publikum. Sanem Kleff, Leiterin von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", konstatierte, die Abgrenzung gegenüber dem Fremden, Islamischen rühre von einer Identitätskrise der Mehrheitsgesellschaft. So werde die gesamte Integrationsdebatte entlang von „Sex and Crime“ diskutiert: „Im Mittelpunkt steht der vermeintlich miese muslimische Mann, der, im Gegensatz zum weißen "bio-deutschen" Mann, rückständig und gewalttätig ist, vor allem gegenüber Frauen. Und mit letzteren solidarisiert sich die Mehrheitsgesellschaft.“ Das Geschlechterverhältnis wird religionisiert und sexualisiert. 

Der Journalist Daniel Bax hält die Beschneidungs- und Ehrenmorddiskussionen für eine nachholende Form der Auseinandersetzung mit Integration: „Diese Diskussionen hätten schon in den 1990er Jahren stattfinden können, doch damals galt Deutschland offiziell nicht als Einwanderungsland.“ Ein großes Problem sei, dass seit den Terroranschlägen auf die New Yorker Twin-Towers am 11. September 2001 jedes Problem auf den Islam zurückgeführt werde, so Bax.

Eberhard Seidel, Geschäftsführer von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" und Moderator der Runde, hält auch die Zuspitzungen der Medien für problematisch. Auf die Frage, wie sich denn Journalisten über das Themenfeld Islam informieren, erklärte Wolf Schmidt, Journalist und Buchautor (Jung, Deutsch, Taliban, Chr. Links-Verlag): „Es ist schwierig, unabhängige Beobachter der Szene zu finden. Beim Rechtsextremismus gibt es das Apabiz (Antifaschistisches Pressearchiv) und die Mobilen Beratungsstellen. Wenn man etwas über die Dschihadisten wissen will, landet man schnell bei den Sicherheitsbehören.“ Und die seien längst nicht so gut informiert, wie sie häufig vorgäben. Zudem, so Ahmed Senyurt, könne man den Landeskriminalämtern nach den rechtsterroristischen Anschlägen der NSU sowieso „nicht mehr viel glauben“. 

Es sei aber auch keine Lösung, islamistische Gruppierungen wie etwa die Salafisten lächerlich zu machen: „Diese Leute als Schlafanzugträger zu veralbern, trifft es nicht. Der Salafismus als Lifestyle-Bewegung wird unterschätzt. Ihr back to the roots-Programm mit gesunder Ernährung und antikapitalistischer Grundhaltung ist durchaus attraktiv für muslimische Jugendliche, die nach einfachen Wahrheiten suchen“, erklärt Sanem Kleff. Bei allen Diskussionen, die in einem trennenden „Ihr und Wir“ münden, ginge es doch um die Machtfrage, um Teilhabe und die Verteilung der Ressourcen, so Kleff.

50 Berliner Schulen ohne Rassismus

Foto: Bewegte Schule Köpenick
Foto: Bewegte Schule Köpenick

Am 18. Juni 2012 begrüßten wir mit der "Bewegten Schule in Köpenick“ die 50. Berliner Schule im bundesweiten Netzwerk von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Damit besuchen rund 40.000 Berliner Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und PädagogInnen eine Schule, die sich dazu verpflichtet hat, aktiv gegen Rassismus, jede Form von Diskriminierung und Mobbing vorzugehen.

Politik zum Anfassen und Mitmachen

Politik zum Anfassen und Mitmachen
Politik zum Anfassen und Mitmachen
Fotos: Metin Yilmaz
Politik zum Anfassen und Mitmachen

Homophobie

Am 30. August 2012 lud die Landeskoordination SchülerInnen zur Veranstaltung "Politik zum Anfassen und Mitmachen" ins Berliner Abgeordnetenhaus. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Stefan Evers, und der Queerpolitische Sprecher von der SPD, Tom Schreiber, diskutierten mit den SchülerInnen der Robert-Blum-Oberschule, der Wilma-Rudolph-Oberschule und der Kurt-Schwitters-Oberschule über Homophobie.

Die SchülerInnen berichteten über ihre Erfahrungen in der Schule, und berieten über einen angemessenen Umgang etwa mit Beleidigungen wie "Du schwule Sau“. Auch die Politik kann sich für ein solidarisches Klima einsetzen. Stefan Evers und Tom Schreiber versprachen, den Projekttag an der Wilma-Rudolph-Schule zu unterstützen und mit den SchülerInnen über Homophobie im Schulalltag zu sprechen. 

Im Anschluss an das Gespräch hatten die SchülerInnen die Möglichkeit, sich das Abgeordnetenhaus anzuschauen und auf der Zuschauertribüne einer Plenarsitzung beizuwohnen.

Q-rage Mentoren

Foto: Metin Yilmaz
Q-rage Mentoren

Am 18. Juni 2012 zertifizierte die Landeskoordination Berlin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erstmalig neun SchülerInnen des Robert-Blum-Gymnasiums als Q-rage-MentorInnen. Die Schülerinnen und Schüler wurden ein Jahr lang von der Landeskoordination Berlin dafür qualifiziert, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung und Mobbing einzuschreiten und das Projekt nachhaltig im Schulalltag zu verankern. Die Themen der Fortbildung reichten von Rassismus bis hin zu Deeskalationsstrategien bei Konflikten in der Schule.

Schülerseminare

Schülerseminare
Fotos: Mark Medebach
Schülerseminare

Fortbildung für SchülerInnenvertreter

Vom 31. Mai bis zum 02. Juni 2012 fand eine Fortbildung für die SchülerInnenvertretung der Philipp-Reis-Oberschule statt. In der Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe diskutierten die jungen Aktiven über verschiedene Diskriminierungsformen in ihrem Lebensumfeld und über Möglichkeiten, sich couragiert dagegen einzusetzen. Sie lernten Projektmanagement-Tools sowie zeitgemäße Kommunikations- und Partizipatonsmethoden kennen, um SchülerInnen zielgruppengerecht ansprechen zu können. Ein Schwerpunkt lag dabei auf kreativ-künstlerischen Kommunikationsformen wie Theater, Musik und visueller Gestaltung. Mit dem erworbenen Wissen entwickelten die TeilnehmerInnen Projektideen und Aktionsformen, um für eine Schule ohne Diskriminierungen einzutreten.

Tag gegen Rassismus

Foto: Schule ohne Rassismus
Tag gegen Rassismus

Unter dem Motto „Rassismus ist Gegenwart“ organisierten SchülerInnen der Dathe-Oberschule in Kooperation mit "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" am 21. März 2012 einen Projekttag gegen Rassismus. Zweiundzwanzig Workshops wurden mit Unterstützung der Landeskoordination Berlin und Kooperationspartnern erfolgreich durchgeführt.


Fachtagung

Wolfgang Thierse
Wolfgang Thierse
Fachtagung
Sönke Rix
Sönke Rix
Fachtagung
Fotos: Metin Yilmaz
Fachtagung

Rechtsextremismus in Deutschland - Aktuelle Entwicklungen und was wir an den Schulen dagegen tun können

Am 20. März 2012 veranstaltete die Landeskoordination Berlin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Fachtagung zum Thema Rechtsextremismus. Rund 130 SchülerInnen und PädagogInnen diskutierten an diesem Tag mit Fachleuten und Politikern über das Thema und was Schulen gegen Rechtsextremismus unternehmen können. 

Anlass der Tagung sind die Morde der Zwickauer Neonazi-Zelle, die deutlich gezeigt haben, dass rechtsextreme Strukturen in der Bundesrepublik sehr viel stärker verankert sind als die breite Öffentlichkeit über lange Zeit glaubte – und glauben wollte. Auch in Berlin kommt es immer wieder zu Vorfällen mit rechtsextremem Hintergrund: Gewalttätige Überfälle auf Menschen anderer Hautfarbe oder Nationalität sind traurige Realität. Und auch all jene, die sich den Rechtsextremen entgegenstellen, sind immer wieder Zielscheibe von Gewalt.



Zudem versuchen Neonazis immer wieder SchülerInnen für ihre Inhalte zu gewinnen. So verteilen sie beispielsweise auf Schulhöfen kostenlose CDs mit rechtsextremer Musik, bieten Sport und Freizeitaktivitäten an oder tummeln sich in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Schulen kommt bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus eine wichtige Stellung zu.



So betonte der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, in seiner Einführungsrede, wie wichtig er ein Verbot der NPD findet: „Ich setze mich dafür ein, weil ich es für obszön halte, dass der Demokratische Staat seine Feinde mit finanziert.“ Thierse gehört zu den Politikern, die sich auch vor Ort gegen Neonazis und Rechtsextremismus einsetzen. Er nimmt an Demonstrationen teil, und er unterstützt Menschen, die sich für die Zivilgesellschaft einsetzen – ob in der ostdeutschen Provinz wie in dem hauptsächlich von Rechtsextremisten bewohnten Ort Jamel in Mecklenburg-Vorpommern oder in Berlin-Schöneweide. In Treptow-Köpenick gilt die Gegend um die Kneipe „Zum Henker“ als gefährlicher Ort. In der Diskussion mit den SchülerInnen berichtet Thierse auch über seine Versuche, mit Geschäftsleuten aus der Brückenstraße in Lichtenberg, unweit der Weitlingstraße, ins Gespräch zu kommen. „Keiner wollte mit mir reden – ich nehme an aus Angst vor den Konsequenzen in dieser Neonazi-Hochburg.“ Nachdrücklich betont er, dass man kein Held sein müsse, um sich den Neonazis in den Weg zu stellen: „Steht auf und geht weg, wenn jemand fremdenfeindliche Witze erzählt, prangert rassistische Äußerungen an und holt Hilfe, wenn ihr Zeugen von Gewalt werdet.“



In den anschließenden Workshops beschäftigten sich die SchülerInnen mit der Perspektive der Opfer rechtsextremer Gewalt, mit Geschlechterrollen in der rechtsextremen Szene, mit Rechts-Rock als Einstiegsdroge in die Neonazi-Szene, dem Rechtsextremismus im Spiegel der Medien, mit rechtem Lifestyle und Symbolen sowie mit der NSU und rechtsextremer Gewalt.



Bei der Abschlussdiskussion mit dem Sprecher der Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der SPD-Bundestagsfraktion, Sönke Rix, ging es vor allem um die Frage der Prävention. Um Rechtsextremismus vorzubeugen könnte man, so eine Schülerin, zum Beispiel in der Schülerzeitung Aktionen gegen Neonazis bekannter machen, wie „Schöner weiden gegen Neonazis“, ein Projekt in Schöneweide. Ein Schüler forderte: „Rechtsextremismus und Rassismus müssen im Unterricht behandelt werden. Das Fach Demokratie gehört in den Rahmenplan“. Auch „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Inhalte sollten bekannter gemacht werden, etwa mit regelmäßigen Projekttagen und -wochen. Und Sönke Rix betonte: „Rassismus muss in der Schule ein Dauerthema sein ebenso wie das Demokratieverständnis."



EinE Ausstellung zum Thema „Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus“ kann bei der Friedrich-Ebert-Stiftung angefragt werden.



Und hier findet Ihr einen Film von der Veranstaltung.

Zu Gast beim Bundespräsidenten

Mit Courage: Margot Friedlander erhielt von Bundespräsident Christian Wulff im Beisein von Courage-SchülerInnen den Bundesverdienstorden. Fotos: Anastasia Koehler
Zu Gast beim Bundespräsidenten
Zu Gast beim Bundespräsidenten

Am 9. November 2011 erhielt die Autorin und Zeitzeugin Margot Friedlander von Bundespräsident Christian Wulff das Bundesverdienstkreuz. Im Rahmen der Zeremonie las Frau Friedlander vor Courage-SchülerInnen aus der Dathe- und der Wilma-Rudolph-Oberschule aus ihrer Autobiografie.

15 Monate hatte sich Margot Friedlander von 1943 bis 1944 in Berlin mit Hilfe von Mitbürgern verstecken können und wurde dann doch nach Theresienstadt deportiert. Sie ist die einzige Überlebende ihrer Familie.

Unser Besuch im Bundespräsidialamt hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zur Vorbereitung auf diesen Tag hatten wir die Autobiografie von der Jüdin Margot Friedlander gelesen und erlebten nun bei der Lesung die bewegten Momente aus ihrem Leben noch einmal mit.

Frau Friedlander beantwortete nicht nur umfassend unsere Fragen. Mit Ausdauer signierte sie auch die mitgebrachten Exemplare ihres Buches. 

In einen regen Gesprächsaustausch traten unsere SchülerInnen auch mit dem Bundespräsidenten Christian Wulff sowie dem Staatssekretär für Kultur, André Schmitz, und weiteren Gästen. 

Frau Friedlander ist von unseren SchülerInnen in unsere Schule eingeladen worden, damit auch weitere MitschülerInnen sie als Zeitzeugin treffen können. 



Jutta Bartz (Dathe-Oberschule, Berlin)

"Der Islam gehört dazu"

Foto: SOR-SMC
"Der Islam gehört dazu"

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Islam inzwischen ein fester Bestandteil Deutschlands. "Die Muslime gehören heute zu unserer Lebenswelt dazu", sagte sie beim Besuch der Friedensburg-Oberschule in Berlin. Sie widerspricht damit CDU-Konservativen wie dem Innenminister Hans-Peter Friedrich und Unionsfraktionschef Volker Kauder.

Weitere Infos auf Zeit Online.

Dialogtisch 2011

Dialogtisch 2011, Foto: Metin Yilmaz
Dialogtisch 2011, Foto: Metin Yilmaz

Fatma ist emanzipiert, Michael ein Macho!?

Am 8. November 2011 lud die Landeskoordination Berlin zur Veranstaltung "Dialogtische" vom Antirassistisch-Interkulturellen Informationszentrum Berlin (Aric) ein. An der Veranstaltung mit dem Titel „Fatma ist emanzipiert, Michael ein Macho!?“ nahmen PädagogInnen, Berufsberaterinnen sowie eine Vertreterin eines kurdischen Vereins aus Berlin teil. 



Der Dialogtisch begann mit einer Diskussion über rigide familiäre Maßnahmen gegenüber Jugendlichen, wenn sie sich auf interethnische Liebesbeziehungen einlassen. Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, dass die strenge soziale Kontrolle, die vor allem Jugendliche aus konservativ-religiösen Milieus erfahren, oft eher traditionellen Statuserwartungen als religiösen Moralvorstellungen entspringt. 



Lebhaft diskutiert wurde die Frage, warum die strikte Kontrolle sexueller Freiheiten in den Medien zuerst als religiöse Konflikte interpretiert werden. Entsprechend wird häufig nur „der Islam“ und nicht die spezifischen Lebensbedingungen, Bildungsdefizite und patriarchalen Traditionen der Betroffenen problematisiert.



Einigkeit bestand darüber, dass gerade junge Mädchen aus sozial benachteiligten und traditionell geprägten türkischen oder arabischen Familien Schwierigkeiten sowohl mit den Heiratserwartungen der Familien als auch den eigenen Wünschen bezüglich Partner- und Berufswahl haben. Dass eine frühe Familiengründung viele junge Mütter im Teenageralter überfordert, deckt sich auch mit den Erfahrungen der Berufsberaterinnen – sie versuchen, die jungen Frauen mit niedrigschwelligen sozialen und beruflichen Beratungsangeboten zu unterstützen. 



Auch die geschlechtersensible Perspektive auf männliche Jugendliche in der Schule war Thema des Dialogtischs. Die These, nach der die Jungs gegenwärtig den Wettstreit mit den Mädchen um die besten Abschlüsse im Bildungssystem zu verlieren scheinen, wurde kontrovers diskutiert. Generell wurde der Einsatz geschlechtsspezifischer pädagogischer Konzepte zu den Themen Sexualität, Liebesbeziehungen und Geschlechterrollen für sinnvoll gehalten, auch wenn in der Praxis nicht immer die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stünden.



Ein Problem der pädagogischen Praxis ist der Umgang mit diskriminierenden Äußerungen  von Jugendlichen. Die Frage nach dem „richtigen“ Umgang konnte auch auf der Veranstaltung nicht endgültig beantwortet werden. Zwar sollten PädagogInnen nicht zu empfindlich auf Aussagen Jugendlicher reagieren, wenn sie mit ihnen über ihre Wahrnehmung von Lebensrealität diskutieren wollen. Gleichwohl kann ein gewaltfreies Schulklima aber nur entstehen, wenn diskriminierende Äußerungen problematisiert werden. 

Politik zum Anfassen und Mitmachen

Schüler fragen, Bildungspolitiker antworten: "Politik zum Anfassen und Mitmachen"
Mieke Senftleben (FDP), Özcan Mutlu (Bündnis 90/Die Grünen)
Fotos: Aris Papadopoulos

Mehr Geld für Chancengleichheit

Anlässlich der Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 18. September 2011 lud die Berliner Landeskoordination von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unter der Leitung von Sanem Kleff zu einer Veranstaltungsreihe von Berliner SchülerInnen mit Berliner PolitikerInnen ein. Unter dem Motto „Chancengleichheit für alle in Berlin! Stand und Perspektiven der Menschenrechtserziehung“ diskutierten die bildungspolitischen Sprecher von SPD, CDU, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP mit SchülerInnen aus verschiedenen Sekundarschulen und Gymnasien über die Unterstützungsmöglichkeiten für Antidiskriminierungsarbeit und Vielfalt an den Schulen.

Eines der Hauptthemen dieser Veranstaltung war der Faktor Zeit.

In der Kritik vor allem der SchülerInnen, stand die hohe Pflicht-Stundenbelastung in der Oberstufe. Zwar wollte niemand auf dem Podium die Schulzeitverkürzung für Gymnasien (G8) zurücknehmen. Aber es gab eine lebhafte Diskussion darüber, wie mit den Lehr- und Rahmenplänen umzugehen sei. So merkte der Linken-Abgeordnete Steffen Zillich an, wenn „das Lernen fächerübergreifend, interdisziplinär organisiert wird, gewinnt man Zeit, die dann für die Demokratie- und Menschenrechtserziehung verwendet werden könnte“. Auch die Grünen halten eine Revision der Inhalte und damit ein „Entrümpeln der Rahmen- und Lehrpläne“ für unumgänglich. Und in diesem Zusammenhang, so Özcan Mutlu (Bündnis 90/Die Grünen), müsste man auch über neue Arbeitszeitmodelle für LehrerInnen nachdenken.

Sanem Kleffs Forderung, dass mehr Lehrpersonal mit Migrationshintergrund eingestellt werden sollte, teilten alle PolitikerInnen. Da eine Quote rechtlich unzulässig ist, einigte man sich auf die Herkunftssprache als Qualifizierungsmerkmal. Auch eine bessere finanzielle Unterstützung der Schulen war Thema. So verlangte z. B. Hans-Jürgen Pokall (CDU) mehr LehrerInnen zu beschäftigen und mahnte die Bezirke, Schulen bei der Renovierung wichtiger zu nehmen als die eigenen Bürohäuser. Auch Mutlu setzte sich für mehr Personal und mehr Geld ein: „Die Schulen brauchen 400 zusätzliche LehrerInnen und die Mittel für die Schulsanierungen müssen verdoppelt werden.“ Und Sanem Kleff ergänzte: „Wir brauchen dringend mehr sozialpädagogisches Personal an den Schulen.“

Parteienvertreter betonten, dass die Gemeinschaftsschule ein wichtiger Schritt in Richtung individueller Förderung sei. Steffen Zillich (Die Linke): „Die beste Bildung kann es nur mit einer bestmöglichen individuellen Förderung geben - die Linke plant den weiteren Ausbau der Gemeinschaftsschulen.“

Auf die drängende Frage der anwesenden AbiturientInnen, warum nicht genügend Studienplätze für die Doppeljahrgänge vorhanden sind, erklärte Felicitas Tesch (SPD): Der Senat habe sowohl von den Universitäten als auch von der Handwerkskammer Zusagen für zusätzliche Ausbildungs- und Studienplätze bekommen. Aber eine Bevorzugung der Berliner Absolventen widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz. Auch die Abschaffung der Wehrpflicht führe im Moment zu Engpässen bei der Platzvergabe. Mieke Senftleben (FDP) erhofft sich eine umfassendere Berufsberatung an den Schulen: „SchülerInnen sollten die Informationen vor allem frühzeitiger bekommen und sich kompetent beraten lassen können.“ Dann fiele es ihnen auch leichter, ihre Ausbildung in anderen Ländern zu beginnen.

Und weil das Beschwerdemanagement etwa bei Mobbingfällen nur unzureichend für LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen funktioniert, einigten sich die ParteienvertreterInnen auf die Einführung einer Art Kummerkasten-Hotline.

Zum Ende der Veranstaltung wünschten sich die SchülerInnen das muslimische Zuckerfest als allgemeinen Feiertag – zumindest in Berlin. Doch die PolitikerInnen waren nicht zu überzeugen. Ihre einhellige Meinung: „Dann müssten wir an allen religiöse Feiertagen die Schulen schließen. Das kann nicht in eurem Interesse sein – dann gebe es viel zu wenig Unterricht.“

Fortbildungsseminare

Fortbildungsseminare
Fotos: Metin Yilmaz
Fortbildungsseminare

Die Landeskoordination Berlin bietet Fortbildungsseminare zu vielfältigen Themen an. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern qualifiziert die Landeskoordination PädagogInnen in folgenden Bereichen:

  • Flucht und Asyl
  • Mobbing
  • Rechtsextremismus
  • Menschenrechtserziehung
  • Gender
  • Sexuelle Orientierung
  • Methodenvielfalt.


Zudem setzt sie sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Themenfeld interkulturelle Kompetenz sowie mit Islam und Islamismus auseinander. Sie konzipiert u. a. Fortbildungen für LehrerInnen zum Thema „Jugendkulturen zwischen Islam und Islamismus“ sowie zum Thema „Islam und Islamismus im Klassenzimmer – eine Herausforderung für die Bildungsarbeit“ (auch als Buchbeitrag erschienen: Sanem Kleff (Hrsg.): „Islam im Klassenzimmer – Impulse für die Bildungsarbeit; edition Körber-Stiftung, Hamburg 2005, 232 Seiten, EUR 12.).

Das Interesse der PädagogInnen daran ist ebenso groß wie der Nachholbedarf. Immer wieder wurde bei den Seminaren deutlich, dass das Ausmaß der Verbreitung islamistischer Ideologien unter den SchülerInnen schon deswegen unbekannt ist, weil die allermeisten LehrerInnen diese Ideologien nicht erkennen.

Für mehr Information sorgt seit 2008 auch das Themenheft „Jugendkulturen zwischen Islam und Islamismus“ (2010 aktualisiert und erweitert). 

Mehr Informationen findet Ihr unter den jeweiligen Bundesländern.