Ausschreibung einer Evaluation des Netzwerks

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Veröffentlichungsdatum: 21.02.2019

Abgabefrist Teilnahme-Antrag: 21.03.2019 12:00

Vergabestelle: Aktion Courage e.V.

Letzte Änderung: 21.02.2019


Ausschreibungsunterlagen:

Auftragsbekanntmachung


1. Auftraggeber

Aktion Courage e. V.
Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. 11
10787 Berlin 

2. Kommunikation und Fragen   

Die Auftragsunterlagen stehen für einen uneingeschränkten und vollständigen direkten Zugang gebührenfrei zur Verfügung unter: https://www.schule-ohne-rassismus.org/ausschreibung-evaluation

Darüber hinaus können die Unterlagen bei folgender genannten Kontaktstelle schriftlich – auch per E-Mail oder Fax – angefordert werden: 

Aktion Courage e. V.
Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. 11
10787 Berlin
Fax: 030/ 21 45 86 20

Fragen sind bis zum 11.März 2019 schriftlich, per Fax oder per E-Mail an seidel(at)aktioncourage.org zu stellen.
Die Fragen werden schriftlich beantwortet. 
Die Antworten werden als Ergänzung unter https://www.schule-ohne-rassismus.org/ausschreibung-evaluation bekannt gemacht, soweit die Beantwortung ergänzende oder berichtigende Angaben für die Ausschreibung enthält, werden sie als Ergänzungen zur Ausschreibung auf der Internetseite www.schule-ohne-rassismus.de Enthält die Ausschreibung nach Auffassung der Bieterin/ des Bieters Unklarheiten, so hat sie/er Aktion Courage e. V. unverzüglich schriftlich darauf hinzuweisen.


3. Kategorie der Dienstleistung

Aktion Courage e.V. beabsichtigt, in öffentlicher Ausschreibung gem. § 8 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 9 UVgO zu vergeben.   


4. Auftragsgegenstand

Leistungsbeschreibung 

 

4.1. Gegenstand der Evaluation

Das seit 2001 tätige Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehört zu den angesehenen, langjährig erfolgreich und nachhaltig in allen Bundesländern aktiven Projekten, die sich mit schulischem Schwerpunkt gegen jede Form der Diskriminierung und für eine demokratische Alltagskultur einsetzen. 

Bis Anfang 2019 haben knapp 3.000 Schulen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erworben, der auf einer anspruchsvollen Selbstverpflichtung von mindestens 70 Prozent aller Menschen beruht, die in einer Schule lernen und arbeiten. Treiber dieser Entwicklung sind in erster Linie engagierte Schüler*innen und Pädagog*innen, die von weiteren Akteuren des Courage-Netzwerks wie regionalen-, landes- und bundesweiten Koordinationsstellen, Vernetzungsveranstaltungen und Dienstleistungen der Geschäftsstelle der Bundeskoordination sowie den Patenschaften unterstützt werden. Von besonderer Bedeutung ist die individuelle Beratung und Unterstützung der Courage-Schulen durch die Koordinierungsstellen, die als Scharnier, Clearingstelle und Mittler zwischen den Schulen und außerschulischen Akteuren und Unterstützer*innen fungieren. Die Liste der mitwirkenden Institutionen, Kooperationspartner*innen und prominenten Pat*innen ist inzwischen ebenso lang wie beeindruckend.

Entstanden ist über die Jahre ein – wie das Organigramm auf der Internetseite verdeutlicht (https://www.schule-ohne-rassismus.org/) – komplexes, mehrstufiges Organisationsgefüge, dessen Akteure vielfältige Funktionen und Angebote verantworten.  

Die Publikation „Was wir tun. Bericht der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage für das Schuljahr 2017/2018“ (Berlin 2018) bietet eine detaillierte Darstellung des Courage-Netzwerks: von der Bundeskoordination über die Landes- und Regionalkoordinationen bis hin zu den zahlreichen Kooperationspartnerschaften und Pat*innen. Eine aktuelle Liste der teilnehmenden Courage-Schulen ist auf der Homepage zu finden.

Deutlich wird, dass es sich bei dem vom Verein Aktion Courage getragenen Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nicht um eine klassische Organisation handelt, sondern um ein Netzwerk mit der Selbstverpflichtung auf gemeinsame Leitlinien und eine verbindliche Praxis (z.B. jährlich Projekte in den Schulen), zusammengehalten durch die organisatorischen Knotenpunkte (vor allem die Koordinationen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene), das weitgehend vom freiwilligen Engagement der beteiligten Akteure getragen wird. Das organisatorische Selbstverständnis der engagierten Schüler*innen lässt sich im Spektrum von „kreativer Jugendbewegung“, Zivilcourage und bürgerschaftlichem Engagement verorten. Positive Leitidee des Netzwerks ist Gleichwertigkeit in Vielfalt. Diesem stark auf Engagement und Selbstverpflichtung beruhenden Charakter des Netzwerks hat auch die geplante Evaluation Rechnung zu tragen. 

Die Unterstützung aus öffentlichen Programmen (vor allem „Demokratie leben!“ des BMFSFJ) macht es dem Verein „Aktion Courage“ möglich, die Arbeit des Netzwerks und seine gesellschaftlichen Wirkungen immer wieder zu evaluieren (zuletzt 2017 durch Camino), um daraus praktische Schlüsse für künftige Entwicklungsaufgaben zu ziehen. 

4.2. Untersuchungsschwerpunkte der Evaluation

Die komplexe Netzwerkstruktur erfordert Schwerpunktbildungen. Die ausgeschriebene Evaluation soll vor allem Erkenntnisse zu folgenden Fragestellungen erbringen: 

4.2.1. Courage-Schulen – Schwerpunkt: schulische Aktivengruppen 

  • Wie schätzen die schulischen Aktivengruppen die aktuelle Situation in ihren Schulen und vor Ort ein? Lassen sich Entwicklungen beobachten? 
  • Wie gestaltet sich die Arbeit der Aktivengruppe? Welche Effekte auf die Schulkultur lassen sich beobachten?
  • Welche Resonanz erzielen die Courage-Schulen in der politischen Kultur vor Ort? 
  • Wie bewerten sie die Unterstützung durch das Netzwerk, z.B. durch die Regionalkoordination oder die Landeskoordination sowie die außerschulischen Kooperationspartner? 
  • Wie wird die Unterstützung durch die Bundeskoordination durch Publikationen, Materialien, Homepage und ihre Kanäle in den Sozialen Netzwerken gesehen?
  • Werden die richtigen Themen gewählt? Welche Erwartungen und Bedarfe werden bislang nicht erfüllt?


Angedacht ist eine Online-Befragung aller Kontaktpersonen der Aktivengruppen in den rund 3.000 Courage-Schulen. Dies können Schüler*innen, Lehrer*innen oder Schulsozialarbeiter*innen sein. 

4.2.1. Netzwerke – Schwerpunkt: Koordinierungsstellen 

Auch wenn die Zahl der Courage-Schulen in allen Bundesländern in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist, bestehen zwischen den Bundesländern und Regionen deutliche Unterschiede. 

  • Wovon hängen das jeweilige Wachstum ab? 
  • Inwieweit hängt das Aktivitätsniveau mit der Dichte der Regionalkoordinationen zusammen? 
  • Wo gibt es Lücken? Was können Bundesländer und Regionen voneinander lernen?
  • Welche weitere Unterstützung kann dabei die Bundeskoordination leisten?
  • Schulen und Länder lernen durch die Mitgliedschaft im bundesweiten Netzwerk und auf bundesweiten Treffen voneinander. Welche weiteren Instrumente, Aktionen und Maßnahmen könnten dies befördern?


Um die Entwicklungsbedarfe und -chancen der Netzwerke festzustellen, ist an eine vergleichende Befragung der Koordinierungsstellen in vier Bundesländern gedacht. Bei der Auswahl der Bundesländer sollen Ost/West-Unterschiede und unterschiedliche Umsetzungsgrade (Zahl der Regionalkoordinationen, Anzahl der Schulen) berücksichtigt werden. Die Ergebnisse dieses Ländervergleichs sollen zur wirkungsorientierten Stärkung der Netzwerkarbeit in den Ländern und auf Bundesebene beitragen.

Methodisch ist vor allem an telefonische Befragungen der Verantwortlichen und Aktiven in den jeweiligen Landes- und Regionalkoordinationen gedacht. Soweit der Forschungsprozess dies erfordert, können auch Vorortbesuche und direkte Befragungen durchgeführt werden. 

4.3. Leistungen – Zeit- und Geldrahmen

Vom Anbieter werden folgende Leistungen erwartet:

  • ein Gesamtkonzept für die dargestellten Untersuchungsschwerpunkte
  • die Entwicklung eines Online-Fragebogens und eines Fragerasters für die vergleichende Länderstudie
  • die Auswertung beider Befragungen
  • ein Zwischen- und ein Abschlussbericht
  • Vorstellung der Ergebnisse auf einer Netzwerkveranstaltung


Die Erarbeitung des Untersuchungsdesigns und der Fragebögen erfolgt in enger Abstimmung mit der Bundeskoordination.

Die Erhebungen in den Courage-Schulen sollen im ersten Schulhalbjahr 2019 abgeschlossen werden. Der Endbericht ist bis zum 30.09.2019 vorzulegen. 

Für die Vergütung der Evaluation (inklusive Auswertungstreffen mit der Bundeskoordination und den Koordinierungsstellen der Länder) steht ein Gesamtbetrag von maximal 40.000 Euro plus Mehrwertsteuer zur Verfügung. 

4.3. Angebote

Wir erwarten Angebote von Bewerber*innen, die Erfahrungen mit Evaluationen in diesem Themenfeld nachweisen können und nach den Standards der DeGEval arbeiten.

Das Angebot soll – neben sachdienlichen Auskünften über die Anbieter*innen – eine Untersuchungsskizze, einen Zeit-, Arbeits- und Kostenplan umfassen.

Es ist bis zum 21. März 2019 an die Bundeskoordination zu richten. 

4.4. Gewichtung der Wertungskriterien

Grobkonzept für die dargestellten
Untersuchungsschwerpunkte
25,0 %
Grobkonzept eines Onlinefragebogens,
der Erhebung  und Auswertung
22,5 %
Grobkonzept des Fragerasters für die vergleichende
Länderstudie,  für die Erhebung und Auswertung
22,5 %
Gesamtangebotspreis            30,0 %


Dabei bedeuten:

0 Punkte keine Angaben   
1 bis 4 Punktegeringer Zielerfüllungsgrad
5 bis 7 Punktedurchschnittlicher Erfüllungsgrad
8 bis 10 Punkte     hoher Zielerfüllungsgrad

   
Nach Eingang der Angebote wird die Bundeskoordination zeitnah eine Entscheidung treffen. 

 

5. Die Gesamtleistung bildet ein Los

 

6. Nebenangebote sind nicht zulässig

 

7. Auftragszeitraum

Auftragsbeginn ist voraussichtlich der 2. April 2019.
Auftragsende der 30. September 2019 

8. Ort der Leistungserbringung

Bundesweit

9. Verbot von Änderungsvorschlägen

Ja

10. Sprache

Das Angebot ist in deutscher Sprache abzufassen. 

Der Schriftverkehr mit dem Auftraggeber ist in deutscher Sprache zu führen.

11. Kosten

Für die Erstellung des Angebots werden keine Kosten erstattet.

12. Kaution und sonstige Sicherheiten

Werden nicht verlangt.

13. Unterauftragnehmer

Die Bieterin/Der Bieter hat Art und Umfang der Leistungen anzugeben, die sie/er an Unterauftragnehmerinnen/Unterauftragnehmer übertragen will und diese spätestens vor Zuschlagserteilung namentlich zu benennen. 

Sofern sich Bieterinnen/Bieter zum Nachweis ihrer/seiner Eignung auf die Kapazitäten eines Unterauftragnehmens beruft, hat sie/er die zu den Punkten 15. a - X geforderten Nachweise auch für das betreffende Unternehmen vorzulegen.

15. Hinweise zur Abgabe des Angebots

  • Die Bieterin/Der Bieter hat besondere Sorgfalt bei der Erstellung der Unterlagen walten zu lassen.
  • Die vorgegebene Reihenfolge soll eingehalten werden.
  • Zum Nachweis der Eignung sind folgende Unterlagen dem Angebot beizufügen:
    Fehlende Unterlagen können zum Ausschluss führen.

    1. Kurze Darstellung des sich bewerbenden Unternehmens/ der sich bewerbenden Institution (Organisation, Eigentümer, Beschäftigte)
    2. Nennung der verantwortlichen Person(en) (bezogen auf das Unternehmen/die Institution)
    3. Eigenerklärungen nach § 31 UVgO i.V.m. §§ 123, 124 GWB analog. Der Bewerber/Die Bewerberin hat seine/ihre Zuverlässigkeit nachzuweisen. Hierzu sind mit dem Angebot ausgefüllte und unterschriebene Eigenerklärungen vorzulegen, die u.a. beinhalten, dass der Bewerber/die Bewerberin sich nicht in einem Insolvenzverfahren oder vergleichbaren gesetzlichen Verfahren befindet und seinen/ihren Verpflichtungen zur Zahlung von Steuern und Abgaben sowie Beiträgen zur gesetzlichen Sozialversicherung ordnungsgemäß erfüllt hat.
    4. Aktuelle Gewerbezentralregisterauskunft bzw. Eigenerklärung, dass nachweislich die Voraussetzungen für einen Ausschluss nach § 19 Abs. 1 MiLoG nicht vorliegen
    5. Nachweis über Betriebs-/Berufshaftpflichtversicherungsdeckung bzw. Eigenerklärung, dass im Zuschlagsfall eine entsprechende Versicherung abgeschlossen wird.
    6. Erklärung zu Unterauftragnehmerinnen/Unterauftragnehmern gem. Punkt 13
    7. Angabe von Qualifikationen und Erfahrungen des sich bewerbenden Unternehmens /der sich bewerbenden Institution
    8. Angabe der Namen und der beruflichen Qualifikation der Personen, die im Falle einer Beauftragung zuständig sein werden
    9. Geforderte Referenzen

  • Im Hinblick auf die Wertung der Angebote müssen folgende Anlagen beigefügt werden.
    Fehlende Unterlagen können zum Ausschluss führen.

    1. Gesamtkonzept gem. Leistungsbeschreibung
    2. Detaillierter Kostenplan gem. Leistungsbeschreibung
    3. Erklärung, dass der Vertrag (Anlage 3 der Vergabeunterlagen) in der übersandten Form akzeptiert wird. 

  • Der Angebotsvordruck (Anlage 2 der Vergabeunterlagen) ist zu unterschreiben (keine digitale, gefaxte oder gescannte Unterschrift). 
  • Der unterschriebene Angebotsvordruck einschließlich aller Anlagen ist zweifach (einmal im Original und einmal auf handelsüblichem Datenträger) ausschließlich auf dem Post- bzw. Botenweg in einem fest verschlossenen Umschlag gekennzeichnet mit der Aufschrift „Nicht öffnen! Angebot „Evaluation des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ 
    bei 
    Aktion Courage e. V.
    Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. 11
    10787 Berlin

    einzureichen.
  • Das Angebot ist bis zum 21. März 2019 um 12:00 Uhr einzureichen.
    Maßgeblich ist der Eingangsstempel von Aktion Courage e. V. bzw. die Eingangsbestätigung bei persönlicher Übergabe oder Übergabe durch Boten. Die Bieterin/Der Bieter hat sicherzustellen, dass über Zustell- oder Kurierdienste versendete Angebote innerhalb der Frist zur Einreichung der Angebote bei der genannten Kontaktstelle eingehen. Ein Verschulden der Zustell- oder Kurierdienste wird der Bieterin dem/Bieter zugerechnet.
    Verspätet eingehende Angebote können nicht berücksichtigt werden.
  • Angebote, die per e-Mail oder Fax eingehen, müssen ausgeschlossen werden.


16. Kriterien für die Auftragsvergabe

Der Zuschlag wird gemäß § 43 Abs. 1 UVgO auf das unter Berücksichtigung aller Umstände wirtschaftlichste Angebot erteilt.
Der niedrigste Angebotspreis ist nicht entscheidend.
Für die Angebotswertung im Hinblick auf die Erteilung des Zuschlags erfolgt die Wertung anhand der in den Vergabeunterlagen genannten Kriterien und Gewichtung.

17. Vertrags- und Zahlungsbedingungen

Vertragsgrundlage ist der Vertragsentwurf, der mit den Vergabeunterlagen übersandt wird. Die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführungen von Leistungen (VOL/B) werden im Falle der Zuschlagserteilung Bestandteil des Vertrages.

Die Geltendmachung Allgemeiner Geschäftsbedingungen des Bieters/der Bieterin führt zum Ausschluss.

18. Hinweis zu nicht berücksichtigten Angebote

Mit Abgabe eines Angebots unterliegen nicht berücksichtigte Bieter/Bieterinnen den Bestimmungen des § 46 UVgO.

19. Bindefrist

Bindefrist endet am 29. März 2019  



Berlin, 21. Februar 2019