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Ausgabe 18
Oktober 2018
Liebe Aktive des Courage-Netzwerks,
herzlich willkommen zurück aus den Herbstferien!
Wir haben über die Ferien unseren Rundbrief neu gestaltet: Wie bisher möchten wir euch in Zukunft hier Neuigkeiten aus der Bundeskoordination vorstellen, aber darüber hinaus berichten wir nun auch beispielhaft über Aktivitäten an den Courage-Schulen und aus dem Netzwerk. Bei fast 3.000 Schulen, Dutzenden von Aktionen täglich und mehr als 60 Vernetzungstreffen pro Schuljahr kann das natürlich immer nur ein kleiner Ausschnitt der zahlreichen Aktivitäten sein, die in der ganzen Republik stattfinden, der aber hoffentlich trotzdem die Vielfalt und Kreativität der Projekte und Aktionen widerspiegelt.
Wie gewohnt erfahrt ihr im Rundbrief außerdem, was es gerade aktuell auf qrage.online zu lesen gibt und welche neuen Materialien und Publikationen wir in der Bundeskoordination herausgegeben haben.

Mit herzlichen Grüßen

Sanem Kleff und Eberhard Seidel
#wirsindmehr
Die Ereignisse in Chemnitz, Köthen und anderswo bewegen die Schüler*innen und Pädagog*innen an den Courage-Schulen: Die IGS West in Frankfurt am Main hat deswegen mit einer Aktion auf dem Schulhof ein Zeichen gesetzt gegen Rechtsextremismus, Rassismus und rechte Hetze, verbunden mit einem Aufruf an alle Schulen in ihrer Stadt, sich an der Aktion zu beteiligen und sie in den sozialen Netzwerken zu teilen.

In Spangenberg, ebenfalls Hessen, haben die Schüler*innen der Burgsitzschule in der letzten Woche spontan eine Demonstration gegen Rechtsextremismus und Rassismus in ihrer Stadt veranstaltet.

Und in Duisburg ist die Gesamtschule Globus am Dellplatz mit einer Aktion auf dem Schulhof couragiert für eine offene und solidarische Gesellschaft eingetreten. So zeigt sich die Schulgemeinschaft solidarisch mit allen, die sich friedlich gegen Hass und Ausgrenzung stellen.

Die Schüler*innen und Pädagog*innen der Gesamtschule Waldbröl (NRW) wiederum haben mit einer Fensterdemo an ihrem Schulgebäude ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt.

Und die Schüler*innen der Kardinal-von-Galen-Schule in Nordwalde haben auf einer Fotoaktion Rassismus die 'Rote Karte' gezeigt.


Westfälische Nachrichten, 6.9.2018
"Rassismus die 'Rote Karte' gezeigt"

Frankfurter Rundschau, 7.9.2018

"Schüler-Protest in Frankfurt gegen Fremdenfeindlichkeit"


Oberbergischer Anzeiger, 7.9.2018

"Gesamtschule Waldbröl beteiligt sich mit Fensterdemo"

Die IGS West in Frankfurt am Main setzt auf dem Schulhof ein Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus


Die Aktivengruppe des Primo-Levi-Gymnasiums in Berlin setzt sich in diesem Schuljahr mit selbst gestalteten Plakaten gegen Rassismus, Sexismus und Diskriminierung ein.


Das mit Plakaten und Bannern geschmückte Schulgebäude der Gesamtschule Waldbröl.
Würzburger Friedenspreis für Aktivengruppe
Den Würzburger Friedenspreis hat in diesem Jahr der "Klub Rassismus Ablehnender Schülerschaft" des Friedrich-List-Gymnasiums Gemünden erhalten. In der Begrüdung für diese Wahl heißt es "Mit der Verleihung würdigt das Friedenspreiskomitee die beharrliche und vielfältige Arbeit von KRASS gegen Rassismus und für friedliches Zusammenleben. KRASS erreicht mit seiner Arbeit Flüchtlinge, Mitschüler/innen und Mitbürger/innen der Kommune Gemünden. Das Komitee sieht darin ein besonders preiswürdiges Beispiel präventiver Friedensarbeit, das zur Nachahmung einlädt." Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

MainPost, 26. Juli 2018
"24. Würzburger Friedenspreis für KRASS"

Die Mitglieder des Klubs Rassismus Ablehnender Schülerschaft (kurz: KRASS) am List-Gymnasium Gemünden. Foto: Jürgen Endres.
Ausstellung "Die Dinge unseres Lebens"
Die Schüler*innen der Realschule am Stadtpark in Leverkusen haben eine Ausstellung gestaltet: Mehr als 60 Fotografien zeigen darin Erinnerungsstücke aus der Kindheit der Schüler*innen der 6. bis 10. Klasse. Viele Ausstellungsstücke verweisen auf Migrations- und Fluchtgeschichte der Familien: So ist ein Shiva aus Sri Lanka dabei, ein Backbuch aus Kroatien oder Spielzeugsoldaten aus Syrien. Einige Objekte tauchen tief in die historischen und politischen Gegebenheiten der urprünglichen Heimatländer ein. Aber auch Kuscheltiere und ein Stoffhund erzählen bewegende Geschichten aus Leverkusen.

Rheinische Post, 17. Juli 2018

"Leverkusener Realschüler zeigen ihre Erinnerung"

Hier geht es zur digitalen Ausstellung    

Schüler*innen der Realschule mit ihren Ausstellungsgegenständen. Foto: Evelyn Maaßen
50 Courage-Schulen in Thüringen!
Am 13. September hat die Integrierte Gesamtschule Grete Unrein mit einem Festprogramm als 50. Thüringer Schule die Titelverleihung als Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage gefeiert. Schüler*innen machten Musik und sangen, außerdem stellte die Aktivengruppe die bereits im Rahmen von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage durchgeführten Projekte vor: Filmabende zu den Themen Vielfalt, Antidiskriminierung und Toleranz, selbstgedrehten Kurzfilmen und einem Graffiti-Wettbewerb. Mehrere Gäste sprachen zudem ein Grußwort: die Patin Christiane Dorl, Vertreter*innen des Thüringischen Bildungsministeriums sowie des Stadtrats und die Leiterin des Fachdienstes Jugend und Bildung in Jena.
Herzlich willkommen im Netzwerk!

Ostthüringer Zeitung, 14.09.2018

"Jena: Gemeinsam gegen Rassismus und Gewalt"

Geschmückt haben die Schüler*innen die Schule mit diesem Poster, das die Selbstverpflichtung noch einmal veranschaulicht.
Landestreffen in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt
In zwei Bundesländern haben in der vergangenen Woche Landestreffen stattgefunden: In Rheinland-Pfalz kamen die Schüler*innen und Pädagog*innen aus den 135 Courage-Schulen des Landes in der Gedenkstätte KZ Osthofen zusammen, um gemeinsam in Workshops über Strategien gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenverachtung zu sprechen. Außerdem konnten sie sich in Argumentationsstrategien ausprobieren. Mit einem Vortrag auf dem Landestreffen dabei war außerdem Dieter Burgard, Antisemitismusbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz.
In Magdeburg stand das Landestreffen in diesem Jahr unter dem Titel "Leben in der Diktatur". In Workshops und Zeitzeug*innengesprächen ging es um die DDR-Vergangenheit und um Presse- und Meinungsfreiheit. Eröffnet hat das Treffen der Rapper 2schneidig, Pate von mittlerweile fünf Courage-Schulen.

SWR, 18. September 2018
"Schüler diskutieren über Antisemitismus und Gewalt"

Großer Andrang bei der Eröffnung des Landestreffens in Magdeburg durch den Rapper 2schneidig.
Fachtage Transnationaler Extremismus

In Berlin und in Frankfurt am Main hat die Bundeskoordination im September zwei Fachtage zum Themenfeld 'Transnationale Extremismen' durchgeführt - mit einem vollen Programm: Vormittags ging es in konzeptionellen Vorträgen um die Frage, warum die Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen transnationaler Extremismen unter Menschen mit Einwanderungsgeschichte so wichtig ist und was bei einer rassismuskritischen Auseinandersetzung beachtet werden sollte.

Am Nachmittag waren dann die Ausformungen ultranationalistischer, autoritärer und rechtspopulistischer Tendenzen von Bevölkerungsgruppen mit türkischem, arabischem, kroatischem oder serbischem, polnischem und russischem/sowjetischem/russlanddeutschem Hintergrund Thema. Dabei wurde deutlich: Bei aller Unterschiedlichkeit eint alle betrachteten Erscheinungsformen ein rigider Antisemitismus, Autoritarismus und patriarchale Geschlechtervorstellungen. Nach diesen Impulsvorträgen konnte jeder der jeweils rund 70 Teilnehmenden eine der Erscheinungsformen in einem Workshop vertiefend diskutieren.

Sanem Kleff hielt den Eingangsvortrag 'Transnationaler Extremismus - ein Thema für die Schule'.


Moderatorin Saba-Nur Cheema und Danijel Majic während seines Impulsvortrags zu transnationalen Extremismen aus Kroatien und Serbien.
Fotos: Wolfgang Borrs
Bundesfachtagung am 15./16. Oktober 2018
Neuer Deutscher Extremismus - Exkludierende Identitätsdebatten und Politische Bildung

Zugehörigkeit, Homogenität, privilegierte Zugänge und Geborgenheit - das sind die Versprechen rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Bewegungen. Ihre exkludierenden Identitätsangebote bieten einfache Antworten auf komplexe Herausforderungen heterogener Gesellschaften. Doch Deutschland wird nicht nur durch die Populismen und Extremismen der Mehrheitsgesellschaft herausgefordert, sondern auch durch solche, die sich gezielt an Angehörige der Minderheiten richten. Wie stellt sich das Netzwerk Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage diesen Herausforderungen in der politischen Bildungsarbeit?

Die Bundesfachtagung 2018 ist bereits vollständig ausgebucht.


Zum Programm der Bundesfachtagung 2018

Die Bundesfachtagung ist ein zentrales Form für den Wissens- und Erfahrungsaustausch über die großen Herausforderungen der politischen Bildung im Courage-Netzwerk.


Fotos: Offenblende / Robert Bergemann
Baustein 6: Transnationaler Extremismus
Mit Beiträgen von Dr. Floris Biskamp, Saba-Nur Cheema, Sanem Kleff, Dr. Meron Mendel und Eberhard Seidel

Ultranationalismus, Rechtsextremismus unter migrantischen Gruppen sowie Antisemitismus und Islamismus stellen für Pädagog*innen eine Herausforderung dar – unter anderem, weil diese transnationalen Extremismen nicht nur durch gesellschaftliche Verhältnisse in Deutschland geprägt sind, sondern auch durch Dynamiken in anderen Ländern. Die Autor*innen des Bausteins zeigen, warum transnationale Extremismen keine Leerstelle politischer Bildungsarbeit bleiben dürfen und wie ein erfolgreicher pädagogischer und rassismuskritischer Umgang mit ihnen aussehen kann.

Den Baustein könnt ihr im Courage-Shop für 2,95 € bestellen oder kostenlos als pdf-Datei herunterladen.

Der Baustein wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Hier geht es zum Baustein

Neue Plakate für das neue Schuljahr
Über die Sommerferien hat die Bundeskoordination wieder fünf neue Plakat- und Postkartenmotive entwickelt, die in diesem Monat erschienen sind. Die neuen Motive: Courage, herzlich bleiben, zusammen wachsen, Rassismus erkennen und großer Austausch.

Alle Plakate gibt's im Courage-Shop ab 1,00 € pro Stück.

Hier findet ihr alle Plakate.
q.rage Schuljahr 2018/2019
Die Q.rage ist wieder da! Außen neu und innen stark - und ab dieser Ausgabe als Magazin. Aber auch wenn sich das Format geändert hat, bleibt die q.rage, was sie immer war: eine Publikation von Schüler*innen für Schüler*innen.
Zentrales Thema der elften Ausgabe der q.rage ist Selbstbestimmung. Die Redaktion ist sich einig: Das Recht auf Selbstbestimmung muss immer wieder verteidigt werden. Beispielsweise gegen Sexismus, wenn Menschen aufgrund ihres Aussehens diskriminiert werden oder wenn sie auf eine starre Identität festgelegt werden sollen. Und auch dann, wenn sie ihren Lebensort nicht selbst bestimmen dürfen. Die q.rage gibt es sowohl als Print-Magazin als auch als PDF-Datei.

Hier geht es zur q.rage.

Q-rage! online
Das könnt ihr aktuell auf qrage.org lesen:

Chemnitz - die vergessen Stadt:
2005 kamen wir in Chemnitz für die erste Q-rage! zusammen. Dabei entstand auch dieser Text über den jungen Erik (15), der zwar kein Nazi sein will, aber viele völkische und rechtsextreme Positionen teilt.

Ich bin eine Wanderin: Als Melda (17) anfing für qrage.online zu schreiben, hätte sie sich als Türkin bezeichnet. Warum sie das heute nicht mehr sagen würde und was sie dabei über sich selbst erfahren konnte, hat sie für qrage.org aufgeschrieben.

Fake News erkennen leicht gemacht: Der Begriff „Lügenpresse“ ist selbst eine Lüge. Das bedeutet natürlich nicht, dass Medien sich niemals irren; oder dass sie nicht auch einseitig, tendenziös oder parteilich berichten. Der Journalist Rico Grimm beschreibt, wie er in wenigen Minuten die Seriosität von Quellen checkt.
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Impressum

Bundeskoordination
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Ein Projekt von Aktion Courage e.V.

Redaktion:
Lena Schulze Frenking, Eberhard Seidel (V. i. S. d. P.),
publikation@aktioncourage.org  / Tel.: (030) 21 45 86 0



 
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