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Foto: Dr. Frank J. Müller

Unsere Geschichte

1995 hat der Verein Aktion Courage das Projekt „Schule ohne Rassismus“ in Deutschland ins Leben gerufen. Und schon wenige Monate nach dem Start ist es soweit: Die erste Schule hat die geforderten 70 Prozent Unterschriften für ein demokratisches und diskriminierungsfreies Miteinander beisammen. Mehr als zwanzig Jahre später gehören dem Courage-Netzwerk über 3.000 Schulen an, die sich verpflichtet haben, gemeinsam aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen.

Die Anfänge

1995

Der Verein Aktion Courage e. V. ruft das Projekt „Schule ohne Rassismus“ in Deutschland ins Leben. Und nur wenige Monate nach dem Start ist es soweit: Die erste Schule hat die geforderten 70 Prozent Unterschriften für ein demokratisches und diskriminierungsfreies Miteinander beisammen. Das Immanuel-Kant-Gymnasium in Dortmund wird Deutschlands erste „Schule ohne Rassismus“. Erster Pate ist der Fernsehjournalist Friedrich Küppersbusch.

Bis zum Jahr 2000 bleibt das Projekt im Bonner Büro des Vereins Aktion Courage e. V. angesiedelt und agiert überwiegend an Schulen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

„Eine deutlich andere Stimmung“

„Die Jugend in Deutschland ist gegenüber Fremden viel vorurteilsfreier als die ältere Generation. Es gibt zwar Fremdenfeindlichkeit mit rassistischen Zügen, erfreulicherweise herrscht bei vielen jungen Menschen jedoch eine deutlich andere Stimmung“, so Ignatz Bubis, der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, bei der Vorstellung auf einer Pressekonferenz zum Auftakt des Projektes am 25. August 1995.

1997

Die Gemeinschaftshauptschulen Eschweiler-Dürwiß und Aachen-Aretzstraße erhalten den Aachener Friedenspreis.

2000

Sanem Kleff, Lehrerin aus Berlin und Expertin für interkulturelle Pädagogik, übernimmt im Vorstand des Trägervereins Aktion Courage die Leitung des Projektes. Sie verlegt das Büro nach Berlin, stellt das Projekt inhaltlich und organisatorisch auf eine breitere Basis und erweitert den Namen: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Zwei Jahre später ist die heutige Chefetage komplett: Der Journalist und Buchautor Eberhard Seidel wird Geschäftsführer.

„ideenreich und engagiert gegen Diskriminierung und Augrenzung“

2001

Der Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit verleiht der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage die Buber-Rosenzweig-Medaille. Mit der Auszeichnung werden seit 1968 Persönlichkeiten, Initiativen oder Einrichtungen gewürdigt, die sich um Verständigung und christlich-jüdische Zusammenarbeit verdient machen.

2002

Nicht nur die erste, sondern auch die 100. Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist eine in Dortmund. Im Rahmen eines Jugendaktionstages wird der Gustav-Heinemann-Gesamtschule das Schild feierlich überreicht.

2003

Seit dem 11. September 2001 ist der Islam in aller Munde. Aber kommen in der Debatte auch Schüler*innen zu Wort? Die Bundeskoordination findet: viel zu selten. Und stellt eine bundesweite Reihe von Open-Space-Veranstaltungen auf die Beine. Mehr als 2.000 Jugendliche kommen zum Thema „Islam und Ich“ ins Gespräch. Das Interesse ist immens – auch das der Öffentlichkeit. Und die Hamburger Körber-Stiftung zeichnet die Reihe in ihrem Wettbewerb „Praxisforum Schule und Islam“ sogar als vorbildhaft aus.

2004

Das von der Bundesregierung ins Leben gerufene Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnet Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage als „Botschafter der Toleranz“ aus. Zur Begründung heißt es, das Projekt setze sich „ideenreich und engagiert gegen Ausländerfeindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung ein“.

Bundesweite Verankerung

2005

Mit Unterstützung von Journalist*innen und Grafiker*innen der Tageszeitung taz produzieren 17 Schüler*innen die erste Ausgabe der Schüler*innenzeitung Q-Rage!. Im Dezember werden mehr als 100.000 Exemplare verteilt. Ab 2007 wird die Q-Rage! mit einer Auflage von mehr als einer Million die größte Schüler*innenzeitung Deutschlands. Im selben Jahr wird der zehnte Geburtstag des Netzwerkes mit einem Festakt in Saarbrücken begangen. Und: Mit dem Paulus-Prätorius-Gymnasium in Wolfsburg hat sich die 200. Schule zu Aktionen gegen Diskriminierungen verpflichtet.

2006

Das kleine Bremen ist seit Jahren in Sachen Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ganz groß. Nun wollen Schüler*innen es wissen: Geht auch „Stadt ohne Rassismus“? Drei Tage lang werben sie im Foyer der Bürgerschaft um Unterschriften unter ihre selbst geschriebene „Anti-Diskriminierungs-Agenda“. Es klappt: Mehr als 70 Prozent der Volksvertreter*innen erklären sich dazu bereit, gegen jede Form von Diskriminierung einzutreten. Bremen wird die erste „Stadt ohne Rassismus“.

2007

Auch im Süden machen Schüler*innen mobil: In den fränkischen Gemeinden Karlstadt und Wunsiedel liefern sich Jugendliche ein Kopf-an-Kopf-Rennen darum, alle Schulen der Stadt mit dem Titel auszustatten. Karlstadt erreicht das Ziel zuerst; Wunsiedel zieht kurze Zeit später nach. Die Jugendinitiative Wunsiedel – die das Schulnetzwerk maßgeblich vorangebracht hat – hat seither einen großen Erfolg erzielt: Statt der Nazis versammelt sich am Todestag von Rudolf Heß dort inzwischen die Zivilgesellschaft: zum „Tag der Demokratie“.

2010

Pünktlich zum Geburtstag von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wird im Sommer die 750. Schule ausgezeichnet. Am 13. Juni wird das 15-jährige Jubiläum feierlich begangen: mit einem Festakt im Jüdischen Museum Berlin und 400 geladenen Gästen, darunter Schüler*innen aus allen Bundesländern.

2012

Im Januar ist das Netzwerk auf 1.000 Schulen angewachsen. Drei Monate später, am 28. April, erhält Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage die Theodor-Heuss-Medaille. Und im Mai wird Eberhard Seidel der Alternative Medienpreis für das Schüler*innenzeitungsprojekt Q-rage! verliehen.

Konsolidierung und Regionalisierung

2014

Immer mehr Schulen entschließen sich, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage zu werden. Um die Schüler*innen standortnah zu unterstützen, baut die Bundeskoordination gemeinsam mit den Landeskoordinationen ein dichtes Netz von Regionalkoordinationen in den Bundesländern auf. Den Auftakt macht im März Bayern, im Dezember zieht Brandenburg nach.

Sechs Regionalkoordinationen je Bundesland werden offiziell ernannt, die die Landeskoordinationen bei ihrer Arbeit unterstützten. Weitere Benennungen folgen. Im Frühjahr erscheint das Handbuch Islam & Schule.

2015

Mit einem Festakt begeht die Bundeskoordination in Berlin das 20-jährige Bestehen von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und feiert außerdem zehn Jahre Q-rage!. Pünktlich zu diesen Jubiläen erscheint im Juni das Handbuch „Lernziel Gleichwertigkeit“ für die Sekundarstufe.

2016

Im März feiert die 2.000. Schule ihre Titelverleihung zur Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Damit hat sich die Zahl der Courage-Schulen seit 2012 mehr als verdoppelt. Inzwischen besuchen mehr als 1,5 Millionen Schüler*innen eine Courage-Schule. Im März wird mit der Publikation „Der Präventionsansatz von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage die Schriftenreihe „Bausteine“ gestartet. In ihr erörtern Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen und Publizist*innen, wie eine dem Schutz der Würde aller Menschen verpflichtete Schule verwirklicht werden kann.

2017

Die Regionalisierung des Netzwerks wird weiter vorangetrieben: In Nordrhein-Westfalen werden 21 Regionalkoordinator*innnen ernannt, weitere in Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. In der Reihe „Bausteine“ erscheinen die drei Publikationen. Im November veröffentlicht die Bundeskoordination das Themenheft „Klassismus. Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft“.

2019

Die Mittelschule am Moos im bayerischen Moos verpflichtet sich als 3.000 Schule, in Zukunft aktiv gegen jede Form von Diskriminierung vorzugehen und feiert mit einem großen Festakt im Mai die Titelverleihung. Über zwei Millionen Schüler*innen besuchen eine Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.