Eine kreative Jugendbewegung

Kinder und Jugendliche werden aktiv, weil es sie stört, wenn Menschen zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder aufgrund ihrer Religion beschimpft, gemobbt oder gar körperlich bedroht werden. Sie engagieren sich, weil es die Situation erfordert, und sie handeln unmittelbar, ohne zuvor ein Expertenkomitee zu Rate zu ziehen. Das Courage-Netzwerk bietet Schüler*innen einen angemessenen Rahmen für ihr bürgerschaftliches Engagement.

Wie wird man eine Courage-Schule?

Will eine Schule eine Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage werden, bedarf es dazu des Willens und der eigenen Initiative der Schüler*innen, im Sinne des Selbstverständnisses aktiv zu werden. Die Bundeskoordination verzichtet daher darauf, Schüler*innen offensiv zum Mitmachen zu überreden.

In der Regel erfahren sie von dem Netzwerk des Gesamtprojektes über das Internet, aus den Medien oder durch Berichte anderer Schüler*innen. Die Schüler*innen müssen selbst entscheiden, in welcher Weise sie die formale Voraussetzung zur Teilnahme am Courage-Projekt erfüllen, nämlich die Unterschrift von mindestens 70 Prozent aller direkten Angehörigen ihrer Schule (Schüler*innen, Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen, Sekretär*innen, Hausmeister*innen, etc.) zu sammeln.

Manche "Initiativgruppe" hängt die Unterschriftenlisten während eines Schulfestes aus und sammelt die benötigte Anzahl binnen weniger Stunden. Andere nehmen sich dafür viel Zeit, suchen jede Klasse einzeln auf, diskutieren mit den Mitschüler*innen über die Zielsetzung des Projektes und haben erst nach mehreren Monaten die erforderliche Anzahl von Unterschriften beisammen.

Könnt ihr euch vorstellen, das Projekt an eurer Schule zu starten? Hier findet ihr alle Informationen für den Start.

Titelverleihung mit Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit.
Jahrestreffen in Berlin. Foto: Aris Papadopoulos

Angebote und Unterstützung


Die Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage sowie die schulortnäher angesiedelten Landeskoordinationsstellen haben die Aufgabe, diesen Prozess zu fördern.

Die von ihnen angebotenen Veranstaltungen auf Länder- und Bundesebene dienen dem Erfahrungsaustausch unter den Schüler*innen, der Anerkennung und Bestätigung ihres bisherigen Einsatzes und dem persönlichen Kennenlernen. Erfahrungsgemäß sind diese Ziele am besten in Open space-Veranstaltungen zu erreichen.

So werden Schüler*innen zum Beispiel über Strukturen rechtsextremer Organisationen oder der rechten Musikszene informiert, aber auch über die Arbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, die im Bereich Menschenrechtserziehung tätig sind.

Seminare etwa zum Thema "Recherchieren, Redigieren und Schreiben" fördern Sachwissen und Fachkompetenzen der Schüler*innen für die Umsetzung ihrer Aktivitäten.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage verfolgt in der Arbeit einen handlungsorientierten Ansatz:

  • Sach- und Fachwissen wird nicht nur intellektuell vermittelt, sondern mit sozialer und praktischer Erfahrung verknüpft.

  • Die Schüler*innen erlernen so Schlüsselqualifikationen für ihren künftigen beruflichen Werdegang wie für ihre Rolle als mündige Bürger und Bürgerinnen.
ABqueer auf dem Berliner Landestreffen. Foto: Aris Papadopoulos
ABqueer auf dem Berliner Landestreffen, Foto: Aris Papadopoulos
Van Bo Le-Mentzel ist Pate des Marcel-Breuer-Oberstufenzentrums in Berlin. Foto: Aris Papadopoulos

Nichts geht ohne Partner


Es gibt bundesweit viele Initiativen, staatliche Einrichtungen und Nicht-Regierungs-Organisationen, die Schüler*innen und Pädagog*innen Angebote machen. Die Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage sucht ständig nach weiteren Partnerorganisationen, welche die Arbeit der Schulen im Netzwerk unterstützen.

Sie brauchen keine gesonderten Aktivitäten entfalten, sondern bekommen durch die Partnerschaft mit Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage den direkten Zugang zu interessierten Schulen. Manche Partner agieren bundesweit, wie die Bundeszentrale für politische Bildung, der Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft oder das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Andere Partner, wie die Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerangelegenheiten, das Anti-Racism Information Centre (ARIC) oder die Landeszentralen für politische Bildung sind auf Landesebene tätig. Von großer Bedeutung sind schließlich die Partner auf regionaler Ebene wie Ausländerbeauftragte, Jugendfreizeiteinrichtungen oder Organisationen von Migranten.

Gerade die regionalen Kooperationspartner sind flexibel in ihrem Einsatz an Schulen und kennen die lokalen Gegebenheiten am besten. Da bundesweit im Bereich der Menschenrechtserziehung die Ressourcen knapp sind, erscheint es sinnvoller, durch Kooperation Synergieeffekte zu erzeugen als von der Bundeskoordination aus eigene Inhalte zu entwickeln.