Islamismus

Hunderttausende Kinder und Jugendliche mit einem muslimischen Hintergrund besuchen unsere Schulen. Seit Jahrzehnten gehört der Umgang mit Muslimen zur Normalität in deutschen Klassenzimmern.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage moderiert seit über zehn Jahren offene Dialogveranstaltungen zum Thema „Islam und Ich“, bei denen die Kinder und Jugendlichen diskutieren, wie sie in Zukunft zusammenleben wollen. Einen Schwerpunkt legen wir dabei, auf die Aufklärung über extremistische Gruppen, die im Namen der Religion oder des Blutes versuchen, Einfluss auf die Klassenzimmer und die Köpfe der Kinder und Jugendlichen zu nehmen. Dazu gehören islamistische Gruppen ebenso wie terroristische Dschihadisten. Unser Augenmerk gilt aber auch den europäischen Szenen der Islamhasser, die inzwischen vor vielfachem Mord nicht zurückschrecken.

Ergänzt werden diese Aktivitäten durch Fortbildungsseminare und durch unsere Publikationen wie den Themenheften, Beiträgen in unserer Zeitung Q-rage! und thematischen Plakaten und Postkarten.

Islamisch oder islamistisch? Es ist nicht immer einfach, eine deutliche Trennlinie zu ziehen. Eins ist klar: Über Aufrufe zur Gewalt lässt sich nicht streiten, egal in welchen jugendkulturellen Formen sie zum Ausdruck kommen. Ähnliches gilt für frauenfeindliche, homophobe, antisemitische oder andere antidemokratische Positionen. Genauso klar ist aber auch: Religiöse Überzeugungen und Lebensformen sind zunächst einmal Sache eines jeden Einzelnen und verdienen Respekt – und dies selbst dann, wenn es sich um Vorstellungen handelt, die der Mehrheit der Gesellschaft unverständlich sind. Natürlich gilt dies nur, solange nicht die Rechte anderer Menschen angetastet werden.

Islamismus in der Schule

Für die pädagogische Auseinandersetzung mit Islamismus, zum Beispiel in der Schule, bedeutet dies unter anderem, mit Interventionen dort Grenzen zu setzen, wo Gläubige die individuellen Entscheidungen anderer zu beschneiden versuchen.

Oft geschieht diese Beschneidung individueller Rechte in unspektakulären, unauffälligen und vermeintlich banalen Situationen: zum Beispiel mit dem Verächtlichmachen bestimmter Kleidungsstile als „unislamisch“ oder in der Kritik eines muslimischen Mädchens, das kein Kopftuch tragen will oder zusammen mit Jungen am Schwimmunterricht teilnimmt. Den Kritiker*innen geht es in der Regel nicht um das Wohl des Einzelnen vor Gott. Die Denunziation anderer als sündig oder unislamisch zielt vielmehr darauf, eine bestimmte Interpretation „des Islam“ als allgemeingültig festzulegen und sie anderen aufzuzwingen.

Die Bundeskoordination hat Materialien entwickelt, die die Schulen bei ihren Bemühungen unterstützt, dem Islamismus mit geeigneten pädagogischen Konzepten und Methoden entgegenzutreten.

Link zu Publikationen
Handbuch Islam & Schule
Themenheft „Islam & ich