30 Jahre Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Das Immanuel-Kant-Gymnasium in Dortmund leistete echte Pionierarbeit: Es war die erste Schule, die in unser Netzwerk, das damals noch „Schule ohne Rassismus“ hieß, aufgenommen wurde. Dies geschah am 21. Juni 1995, also vor nun schon 30 Jahren. Erster Pate war der Fernsehjournalist Friedrich Küppersbusch. Offiziell wurde das Antirassismusprojekt von Aktion Courage e. V. ein paar Wochen später der Öffentlichkeit vorgestellt: am 25. August 1995 auf der Bundespressekonferenz – damals noch in Bonn – von Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Cem Özdemir, Vorstand von Aktion Courage e. V. und Bundestagsabgeordneter.
Seit dem Start vor 30 Jahren ist viel passiert: Heute besuchen mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche die 4.790 Courage-Schulen im Netzwerk. Damit sind wir das größte Schulnetzwerk in Deutschland. 128 Koordinierungsstellen in allen Bundesländern begleiten und beraten die Schulen bei ihrem Engagement. Außerdem gehören 374 Kooperationspartner zum Courage-Netzwerk, die mit ihrer Expertise und ihren Angeboten die passenden Maßnahmen an den Schulen und auf Vernetzungstreffen umsetzen.
Viele Courage-Schulen haben Aktionen zum Jubiläum des Netzwerks geplant. Das Schlossgymnasium Künzelsau in Baden-Württemberg hat den 30sten Geburtstag des Courage-Netzwerks sogar vorgefeiert. Dort haben 300 Schüler*innen und pädagogische Fachkräfte am 21. März, dem internationalen Tag gegen Rassismus, feierlich das Jubiläum begangen und Zeichen für Vielfalt und Menschenwürde gesetzt. In 16 sehr unterschiedlichen Workshops setzte sich die Schulgemeinschaft mit Themen wie Zivilcourage, Demokratie und struktureller Diskriminierung auseinander. Am Nachmittag versammelten sich alle Beteiligten auf dem Schlossplatz, um ihre Botschaft in die Stadt zu tragen. Besonders eindrücklich waren die Slam-Poetry-Beiträge von vier Schülerinnen, die zuvor erst in den Workshops entstanden sind. Darin ging es um gesellschaftliche Spaltung, Sexismus, Gleichberechtigung und Menschlichkeit. Für ihre Performance und ihre Texte wurden die Courage-Schüler*innen mit tosendem Applaus gewürdigt – ein kraftvolles Zeugnis dafür, wie man mit Poesie Courage zeigen kann.