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Mit Courage in Brandenburg

8. Juli 2024

Unter dem Motto „Courage-Schulen – im Netzwerk verbunden, aktiv und wirksam“ trafen sich 200 Schüler*innen und Pädagog*innen im Landtag.

Für die aktiven Schüler*innen im Netzwerk sind sie jedes Jahr ein Highlight: Die Landestreffen von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, wie sie in allen Bundesländern veranstaltet werden. In Brandenburg findet dieses an einem ganz besonderen Ort statt; im Potsdamer Landtag, dessen Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke 200 Schüler*innen und Pädagog*innen von 48 brandenburgischen Courage-Schulen im Plenarsaal begrüßte. „Jeder von euch trägt dazu bei, eine Schule zu schaffen, in der jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft oder seinem Aussehen willkommen ist“, sagte Liedtke. Dass sich bundesweit 4.500 Schulen mit mehr als zwei Millionen Schüler*innen gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Mobbing und Gewalt einsetzten, sei eine „beachtliche Zahl“, sagte die Präsidentin. Allein im 2,5-Millionen-Einwohner*innen-Land Brandenburg gehören 104 Schulen dem Netzwerk an.

Auf den Weg gemacht in den Potsdamer Landtag hatten sich auch zwei Vertreter der Bundeskoordination: die Geschäftsführer Eberhard Seidel und Resa Memarnia. Ersterer nutzte das Landestreffen  – das angesichts seines nahenden Ruhestandes eins seiner letzten gewesen sein dürfte ­–  zu resümieren, er habe von dem einen oder der anderen „wohl schon auch die Eltern kennengelernt.“ Zugleich appellierte er, auch mit Blick auf die im September anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, es gäbe auch bald 30 Jahre nach Gründung des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage keinen Anlass, sich zurückzulehnen. „Engagiert euch gegen rechts“, rief er den Schüler*innen zu, „dazu würde ich euch gerne noch einmal ermuntern.“ 

Resa Memarnia, der bis Jahresende mit Seidel gemeinsam die Geschäfte führt und anschließend mit der Direktorin Sanem Kleff eine Doppelspitze bildet, zeigte sich bei seinem ersten Landestreffen optimistisch, dass das gelingt. „Wow – so viel Energie, die Hoffnung und Mut macht“, erzählte er im Anschluss, und: „Sorgen wir dafür, viel mehr dieser positiven Beispiele sichtbar zu machen!“

Nach dem Auftakt zogen die Schüler*innen in Arbeitsgruppen, die teils sogar draußen stattfanden. Zusammen mit einem Vertreter von Postcolonial Potsdam zog eine Gruppe durch den preußischen Park Sanssouci. Ob Statuen oder Büsten, mitgebrachte Blumen oder Sträucher. Wo im 18. Jahrhundert Preußenkönig „Friedrich, der Große“ residierte, sind Spuren des deutschen Kolonialismus nie fern. 

Andere Schüler*innen-Gruppen übten in klassischen Workshops, wie sie Ideologien der Ungleichwertigkeit zum Rückzug verhelfen können: Sie diskutierten, wie man Rassismus, Diskriminierung und rechter Gewalt in der Schule begegnen kann, übten Perspektivenwechsel, inklusive des Erkennens eigener Privilegien;  oder befassten sich mit Radikalisierung im Netz. Weil sich im Netzwerk Schüler*innen jeden Alters engagieren, war im Programm extra gekennzeichnet, welche sich auch für Jüngere gut eignen.