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Ignatz Bubis, Cem Özdemir und Smudo stellen 1995 das Projekt "Schule ohne Rassismus" vor
Ignatz Bubis, Cem Özdemir, Ṣeydâ Buurman-Kutsal und Smudo stellen 1995 das Projekt „Schule ohne Rassismus“ vor

25 Jahre Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Vor 25 Jahren, am 21. Juni 1995, ist mit dem Immanuel-Kant-Gymnasium in Dortmund die erste Schule dem Courage-Netzwerk beigetreten. Seitdem ist viel passiert. Das Netzwerk ist um über 3.300 Schulen gewachsen, außerdem sind Landes- und Regionalkoordinationen entstanden. Vor allem aber an den Schulen tausende Aktionen stattgefunden.

2020 ist ein ganz besonderes Jahr für das Courage-Netzwerk. Denn: Wir feiern 25. Geburtstag! Am 21. Juni 1995 ist mit dem Immanuel-Kant-Gymnasium in Dortmund die erste Schule dem Courage-Netzwerk beigetreten.

Und seitdem ist viel passiert: Das Netzwerk ist auf über 3.300 Schulen mit mehr als zwei Millionen Schüler*innen angewachsen. An den Schulen haben Tausende von Aktionen gegen Menschenfeindlichkeit und für eine Gesellschaft, in der die Würde aller Menschen zählt, stattgefunden. Bei unzähligen Projekttagen, Workshops, Konferenzen und Landestreffen kamen Schüler*innen und Pädagog*innen zusammen, um eine Kultur des Hinsehens an den Schulen zu fördern und Kinder und Jugendliche stark zu machen, die sich gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit einsetzen. Um die Schulen bestmöglich zu begleiten, gibt es heute Landeskoordinationen in allen 16 Bundesländern und 90 Regionalkoordinationen als lokale Ansprechpartner*innen für die Courage-Schulen.

#schulemitcourage25

Eigentlich sollte es zum 25-jährigen Jubiläum einen großen Festakt geben. Doch auch wenn das 2020 aufgrund der Pandemie nicht möglich ist, lassen wir uns die gemeinsame Feier nicht nehmen. Wir feiern deswegen digital. Unter #schulemitcourage25 sammeln wir ab dem 21. Juni 2020 bis zum Jahresende gute Wünsche, Geburtstagsständchen, Fotos und sehr gerne auch eure und Ihre Erinnerungen aus den vergangenen 25 Jahren.

Ein erstes Geburtstagslied zu 25 Jahren Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage kommt von der Grundschule Moosfelde: Die Grundschüler*innen haben einen „Anti-Rassismus-Song“ aufgenommen. Im Video dazu stellen sie mit bunten Bildern ihre Aktionen aus den letzten Jahren vor.

Die Festschrift zum 25. Geburtstag findet ihr hier als PDF-Datei.

Die Geschichte

1995

Der Verein Aktion Courage e.V. mit Sitz in Bonn gründet das Projekt „Schule ohne Rassismus“ (damals noch ohne den Zusatz „Schule mit Courage“) in Deutschland. Das Vorstandsmitglied Ralf-Erik Posselt lässt sich von einer Idee inspirieren, die 1988 in Belgien entstand. Die Schirmherren Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, und der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) stellen das Projekt am 25. August in der Bundespressekonferenz – damals noch in Bonn – vor. Erste „Schule ohne Rassismus“ wird das Immanuel-Kant-Gymnasium in Dortmund. Im gleichen Jahr erscheint das erste „Projekthandbuch Schule ohne Rassismus“.

1996

Noch Mitte der 90er Jahre bestreitet die Bundesregierung, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Rassismus ist tief in Köpfen und Institutionen, also auch in Schulen, verankert, seine Existenz wird allerdings geleugnet und der Begriff vermieden. Auch in den Medien spricht man lieber von „Fremdenfeindlichkeit“ und „Ausländerhass“. Die Handreichung „Ideen, Projekte und Erfahrungen aus der Praxis von Schule ohne Rassismus“ stärkt Schüler*innen, sich den herrschenden Sprach- und Denkgeboten nicht unterzuordnen und leistet so einen eigenen Beitrag, um Rassismus endlich beim Namen zu nennen.

1997

Es ist das Europäische Jahr gegen Rassismus. Ausgerechnet jetzt kommt es zum Zerwürfnis zwischen Trägerorganisationen von Schule ohne Rassismus in Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Gestritten wird um Geld und Führungsansprüche. Die Folge: Aus der europäischen Idee wird keine europäische Bewegung.
In Dortmund nehmen im Spätsommer 5.000 Jugendliche an dem Festival „Rap für Courage“ teil. Ende des Jahres gibt es 27 Schulen ohne Rassismus in Deutschland: 19 in NRW, drei in Thüringen und je eine in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein.

1998

„Schule ohne Rassismus“ wird als Wort-Bild-Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen. Nun ist amtlich: Alleine Aktion Courage e.V. ist berechtigt, in Deutschland die Projektleitlinien festzulegen und „Schule ohne Rassismus“ zu repräsentieren. Damit ist dem Missbrauch des Projekts durch kommerzielle Anbieter ein Riegel vorgeschoben, der Markenschutz wird zu einem wichtigen Instrument der Qualitätssicherung.
Die erste Grundschule wird in das Netzwerk aufgenommen: Es ist die Steinbrink-Grundschule in Dortmund.

1999

Der erhoffte Schneeballeffekt bleibt aus. In fünf Jahren sind lediglich 39 Schulen dem Netzwerk beigetreten. Auch finanziell sieht es schlecht aus. Am 10. November spricht Vorstandsmitglied Posselt von „Ermüdungserscheinungen“ und fordert: „Wir müssen das Projekt beenden.“ Doch es kommt anders. Die Mitgliederversammlung wählt am 11. November die Gewerkschafterin, Lehrerin und Expertin für interkulturelle Pädagogik Sanem Kleff in den Vorstand – verknüpft mit der Hoffnung auf einen inhaltlichen, organisatorischen und finanziellen Neustart.

Aus „Schule ohne Rassismus“ wird „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

2000

Sanem Kleff verlegt den Sitz der Koordination von Bonn nach Berlin. Sie entwickelt der Grundidee entsprechend ein neues zukunftsfähiges Konzept ­– mit neuem Ansatz, neuer Organisationsstruktur und neuem Logo. Aus „Schule ohne Rassismus“ wird „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Es soll sich also nicht nur die Haltungen einzelner, sondern Schulen in ihrer Schulkultur dauerhaft ändern. Die nach wie vor mittellose Bundeskoordination besteht nur aus einem Schreibtisch und findet in Berlin-Kreuzberg freundliche Aufnahme – erst in den Redaktionsräumen der deutsch-türkischen Zeitung Persembe, dann in einem türkischen Reisebüro.

2001

Eine Spende des Vereins „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ in Höhe von 5.000 D-Mark (rd. 2.500 Euro) ermöglicht es, Konzepte zu schreiben, Förderanträge einzureichen und weitere Schulen in das Netzwerk aufzunehmen. Im November startet die vom Europäischen Sozialfonds und dem Arbeitsministerium geförderte Maßnahme „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage geht nach Ostdeutschland und Berlin“. Der Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit verleiht Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage die Buber-Rosenzweig-Medaille.

2002

Die Bundeskoordination eröffnet ihr Büro im Gebäude der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Berlin. Der Journalist und Autor Eberhard Seidel mit den Schwerpunkten Islamismus, Rechtsextremismus und Jugendkulturen wechselt von der tageszeitung (taz) in die Bundeskoordination und wird Geschäftsführer. Damit ist die bis heute wirkende Leitungsebene komplett. Der Aufbau der Beratungsstellen zur Unterstützung der Courage-Schulen beginnt. Die ersten vier Landeskoordinationen werden ernannt: in Bayern, Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

„Ideenreich und engagiert gegen Diskriminierung und Augrenzung“

2003

Ein Publikationskonzept wird umgesetzt: Als erstes erscheint das Handbuch Sekundarstufe. Auf 194 Seiten stellt ein DIN-A4-Ordner Themen- und Handlungsfelder des Projekts vor und gibt Tipps, wie Schulen in das Netzwerk eintreten können und wie eine erfolgreiche und nachhaltige Praxis aussehen kann. Hinzukommen sollen künftig Themenhefte, Bausteine, Handreichungen, Zeitungen, CDs und Plakate. Fünf weitere Landeskoordinationen werden in Brandenburg, Bremen, NRW, im Saarland und in Sachsen-Anhalt ernannt. In Berlin findet das erste bundesweite Treffen der Courage-Schulen statt.

2004

In sechs Städten bringt die Bundeskoordination 2003 und 2004 über 1.000 Jugendliche in Open-Space-Veranstaltungen zum Thema „Islam und Ich“ ins Gespräch. Die Hamburger Körber-Stiftung zeichnet die Reihe in ihrem Wettbewerb „Praxisforum Schule und Islam“ als vorbildhaft aus. Sanem Kleff gibt in der Edition Körber-Stiftung das Buch „Islam im Klassenzimmer – Impulse für die Bildungsarbeit“ heraus. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnet die Bundeskoordination als „Botschafter der Toleranz“ aus. Als neuntes Bundesland bekommt Sachsen eine Landeskoordination.

Bundesweite Verankerung

2005

17 Jugendliche produzieren in Wochenend-Workshops in Chemnitz und Bremen mit Unterstützung von Journalist*innen und Grafiker*innen der taz die erste Ausgabe der q.rage. Die Zeitung, damals noch Q-rage!, erscheint in 100.000 Exemplaren. Die Schüler*innen berichten fundiert und meinungsstark über Themen, die sie bewegen.
Das Bundestreffen findet in diesem Jahr in Saarbrücken statt, im Rahmen des dreitägigen Treffens wird im Staatstheater mit einem großen Festakt und 500 Gästen auch das 10-jährige Jubiläum der Courage-Schulen gefeiert. Die Landeskoordination Thüringen wird ernannt.

2006

Die Bundeskoordination will mit einem Modellprojekt herausbekommen: Geht auch „Stadt ohne Rassismus“? In Bremen und Chemnitz werben Schüler*innen in den Stadtparlamenten um Zustimmung für ihre selbstgeschriebene Anti-Diskriminierungs-Agenda. In Bremen unterschreiben mehr als 90 Prozent der Abgeordneten, gegen jede Form von Diskriminierung eintreten zu wollen; die Hansestadt wird die erste „Stadt ohne Rassismus“. In Chemnitz scheitern die Jugendlichen aus Courage-Schulen mit ihrer Initiative, da weniger als 70 Prozent der Stadtratsabgeordneten unterzeichnen.

2007

Mit einer Auflage von einer Million Exemplaren ist die q.rage nun die größte von Schüler*innen erstellte Zeitung Deutschlands. Mit dem Paulus-Praetorius-Gymnasium in Wolfsburg verpflichtet sich die 200. Schule zu Projekten und Aktionen gegen Diskriminierungen. In den fränkischen Gemeinden Karlstadt und Wunsiedel liefern sich Jugendliche ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wem es zuerst gelingt, alle Schulen im Ort fit für die Aufnahme in das Netzwerk zu machen. Karlstadt gewinnt, Wunsiedel zieht kurze Zeit später nach. Die Landeskoordination Mecklenburg-Vorpommern wird ernannt.

2008

War Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage in den Anfangsjahren vor allem eine auf Westdeutschland konzentrierte Schulbewegung, ist das Projekt jetzt in den ostdeutschen Ländern stärker vertreten als im Westen: Obgleich nur gut 12 Prozent aller Schüler*innen eine Schule im Osten besuchen, liegen hier 22 Prozent der Courage-Schulen. Und über 30 Prozent der 120 Schulen, die in diesem Jahr ins Netzwerk aufgenommen werden, kommen aus dem Osten. Das ist ermutigend, da die Courage-Schulen im „innerjugendlichen“ Diskurs eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Landeskoordination Rheinland-Pfalz wird ernannt.

2009

Fundamental religiöse sowie rechtspopulistische Lobbygruppen und Medien starten eine Verleumdungskampagne gegen das Netzwerk. Schüler*innen an Courage-Schulen und die Direktorin der Bundeskoordination werden massiv bedroht. Zudem übt die Kampagne erheblichen Druck auf Politik und Parteien aus und fordert das Ende der Förderung der Bundeskoordination. Die Kritiker*innen stört vor allem das Engagement des Courage-Netzwerks für sexuelle Vielfalt, gegen Homophobie und gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung.

2010

Mit der q.rage-Ausgabe „Fatma ist emanzipiert, Michael ein Macho?!“ eröffnen Jugendliche aus Courage-Schulen eine spannende und lebhafte Diskussion rund um die Themen Liebe, Sexualität und Geschlechterrollen: Wen liebe ich? Wo ist Heimat? Wie sieht Zukunft aus? Das neue Themenheft „Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft. Ex-Jugoslawen, Russlanddeutsche, Türken und Polen“ ist die erste Publikation im Land, die sich mit Ultranationalismus und Rechtsextremismus unter Deutschen mit Migrationsgeschichte beschäftigt. Die Landeskoordination Baden-Württemberg wird ernannt.

2011

Im November 2011 werden die Morde des selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) bekannt. Viele Courage-Schüler*innen reagieren mit Entsetzen – auch über das Versagen der staatlichen Behörden bei der Aufklärung der Mordserie. Fragen, die von nun an in vielen Courage-Schulen Thema sind, lauten: Wer schützt uns vor dem Rechtsterrorismus? Wie viel Vertrauen verdienen unsere Strafverfolgungsbehörden? In Dessau muss das letzte Bundestreffen der Courage-Schulen unter Polizeischutz stattfinden. Künftig vernetzen sich die Schüler*innen auf den Landestreffen – für bundesweite Schüler*innentreffen ist das Netzwerk zu sehr gewachsen

Das Netzwerk wächst

2012

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist für mich die größte Präventionsagentur gegen Ungleichheitsdenken in Deutschland“, sagt Barbara John, ehemalige Ausländerbeauftragte von Berlin und Ombudsfrau für die Hinterbliebenen der Opfer des NSU, zur Eröffnung des ersten Bundeskongresses für die Multiplikator*innen des Netzwerks.

Inzwischen gehören dem Courage-Netzwerk 1.000 Schulen an. Der Bundeskoordination wird in Stuttgart die überparteiliche Theodor-Heuss-Medaille und in Nürnberg der Alternative Medienpreis der Nürnberger Medienakademie für die q.rage verliehen.

2013

Seit 2005 nimmt die Zahl der Courage-Schulen exponentiell zu: Aus gut 220 sind mehr als 1.400 geworden. Obgleich das Projekt außerordentlich beliebt ist, erhält die Bundeskoordination immer nur zeitlich befristete Förderungen. 2013 wird Aktion Courage e.V. dazu aufgefordert, Logo und Markenrechte an einen staatlichen Träger abzutreten. Nach einer Protestwelle aus der Zivilgesellschaft unterstützt die Bundeszentrale für politische Bildung, die sich dem Motto „Demokratie stärken –Zivilgesellschaft fördern“ verpflichtet fühlt, weiterhin die Arbeit der Bundeskoordination.

Ansprechpartner*innen vor Ort

2014

Das Handbuch „Islam und Schule“ erscheint, in das 15 Jahre Erfahrungen mit dem Thema einfließen. Der Ordner bietet auf 230 Seiten umfassende Informationen und Materialien zum Umgang mit den Themen Islam, Islamismus und Muslimfeindlichkeit und stellt neue pädagogische Ansätze vor. Das Handbuch erscheint just zu dem Zeitpunkt, als die Terrororganisation Islamischer Staat und die salafistische Bewegung unter Jugendlichen immer mehr Anhänger*innen gewinnen. Mehrere Kultusministerien empfehlen das Handbuch. Bundesweit findet es breiten Eingang in die politische Bildung.

2015

Um die Schulen standortnah zu unterstützen, werden die ersten regionalen Koordinierungsstellen aufgebaut, die die bald 3.000 Courage-Schulen ortsnah und kompetent begleiten. Den Auftakt macht im März Bayern, im Dezember folgt Brandenburg. Das Courage-Netzwerk feiert in Berlin sein 20-jähriges Bestehen. Der Festakt findet im Rahmen der jährlichen Bundesfachtagung statt, unter dem Motto: „Das neue deutsche Wir – Lernziel Gleichwertigkeit“. Zum Jubiläum erscheint auch das Handbuch „Lernziel Gleichwertigkeit“ für die Sekundarstufe.

2016

Mit neuem Corporate Design und Logo wird die grafische Außendarstellung des Courage-Netzwerks generalüberholt. Künftig gibt es für jedes Bundesland und jede Regionalkoordination ein eigenes Logo. Die Publikation „Der Präventionsansatz von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ startet die neue Schriftenreihe „Bausteine“. Ihr Ziel ist, aus wissenschaftlicher Perspektive zu erörtern, wie eine dem Schutz der Würde aller Menschen verpflichtete Schule verwirklicht werden kann.
Die Landeskoordination Hessen wird ernannt.

2017

Seit 2015 entwickelt sich Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage im Osten und Westen der Republik sehr unterschiedlich. Kamen 2008 noch über 30 Prozent der Schulen, die dem Netzwerk neu beitraten, aus dem Osten, sind es 2017 nur noch acht Prozent. Dieser Rückgang fällt zeitlich mit dem öffentlichen Auftreten von Pegida und den Wahlerfolgen rechtspopulistischer Parteien zusammen. Seit dieser Zeit häufen sich die Angriffe auf Courage-Schulen, auf das Netzwerk und auf aktive Schüler*innen vor Ort.
Das Themenheft „Klassismus“ erscheint.

#wirsindnichtneutral

2018

Inzwischen können die knapp 3.000 Schulen auf die Unterstützung von 75 Regionalkoordinationen in Bayern, Brandenburg, NRW, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sowie auf die Angebote von 350 Kooperationspartnern zurückgreifen. Mehr als 10.000 Schüler*innen nehmen jährlich an landesweiten und regionalen Vernetzungstreffen und mehrere hunderttausend Schüler*innen an tausenden Projekttagen und Aktionen teil. Unter dem Hashtag #wirsindnichtneutral engagiert sich das Netzwerk gegen die Denunziationsplattformen der AfD. Das Plakat „Rassismus erkennen“ geht bundesweit viral.

2019

Mittlerweile sind in Bremen 20 Prozent aller Schulen Mitglied im Netzwerk, 17,1 in NRW, 16 Prozent in Sachsen-Anhalt. Bundesweit hat sich jede zehnte Schule in Deutschland freiwillig verpflichtet, aktiv gegen Rassismus und alle Formen von Diskriminierung vorzugehen.

Im September wird der Beirat von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage berufen, der die Bundeskoordination berät. Diesem gehören an: Mo Asumang, Dr. Gideon Botsch, Prof. Dr. Naika Foroutan, Prof. Dr. Viola Georgi, Johannes Kahrs, Filiz Polat (MdB), Dr. Patrice G. Poutrus, Dr. Roland Roth, Dr. Mark Terkessidis.

2020

Der Aufbau des Courage-Netzwerkes ist nach 20 Jahren kontinuierlicher Arbeit daran weitgehend abgeschlossen. Die mehr als 3.500 Courage-Schulen werden von 110 Koordinierungsstellen begleitet – von 16 Landes- und 94 Regionalkoordinationen. Die Sicherung der Nachhaltigkeit, der Qualität und der Innovationsfähigkeit der Aktivitäten an den Courage-Schulen bleibt als Herausforderung für die Zukunft. Der Bund, alle 16 Bundesländer und viele Kommunen fördern die Aktivitäten des Netzwerks.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird der für den 10. September geplante Festakt zum 25-Jährigen Jubiläum abgesagt.