Neue Leitung von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage eröffnet diesjährigen Bundeskongress
Mehr als 170 politische Bildner*innen und Expert*innen aus dem gesamten Bundesgebiet kommen am 16. und 17. September 2026 zum Bundeskongress von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage in Berlin zusammen. Unter dem Titel „Demokratie unter Druck“ stehen in diesem Jahr die aktuellen Herausforderungen für Demokratie und politische Bildung an Schulen im Mittelpunkt. Die neue Geschäftsführung, Zonya Dengi und Carsten Völtzke, eröffnet heute den zweitägigen Kongress, der erstmals unter ihrer Leitung stattfindet.
Es ist das jährliche Treffen der 131 Koordinierungsstellen, welche die politischen, strategischen und organisatorischen Herausforderungen des größten Schulnetzwerkes in Deutschland diskutieren. In Vorträgen und Workshops setzen sich die etwa 170 Teilnehmenden mit der Frage auseinander, wie Lehrkräfte und politische Bildner*innen junge Menschen dazu befähigen können, Demokratie zu leben und zu verteidigen – in einer Zeit, in der demokratiefeindliche Positionen und Akteure zunehmend an Einfluss gewinnen.
Nach der Eröffnung des Kongresses durch die neue Geschäftsführung der Bundeskoordination des Netzwerks, Zonya Dengi und Carsten Völtzke, folgen Grußworte von Sanem Kleff, Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e. V., und Dr. Volker Ullrich, Vizepräsident von der Bundeszentrale für politische Bildung.
Dr. Volker Ullrich, Vizepräsident von der Bundeszentrale für politische Bildung, wendet sich mit einer Videobotschaft an die Teilnehmenden: „Politische Bildung ist nicht neutral, wenn es um die Werte unseres Grundgesetzes geht. Sie tritt für die Menschenrechte, die Würde des Menschen sowie Verfassungsprinzipien wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein. Im Schulalltag bedeutet das, offenen Austausch zu fördern: demokratisch miteinander zu diskutieren, einander zuzuhören und unterschiedliche Argumente abzuwägen.“
Die Bundeszentrale für politische Bildung ist eine langjährige Partnerin des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, und sie finanziert den Bundeskongress.
Sanem Kleff, Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e. V.: „Das Ergebnis der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ist eine Herausforderung für unsere demokratische Gesellschaft und für unser Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Klar ist: Die Magdeburger Landeszentrale für politische Bildung, unsere langjährige Landeskoordination, unsere 13 Regionalkoordinationen und die 191 Courage-Schulen im Land sind nicht allein. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern vor Ort unterstützt sie das gesamte Bundesnetzwerk.“
Zonya Dengi, Geschäftsführerin Finanzen & Medien der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Demokratie braucht Menschen, die Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen – genau darum geht es in unserem Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Schulen in unserem Netzwerk wollen sich für demokratische Werte und die Gleichwertigkeit aller Menschen einsetzen, insbesondere die Gleichwertigkeit ihrer Mitschüler*innen. Das Netzwerk gibt ihnen dafür Wissen, Impulse und Raum für Austausch und Auseinandersetzung. Ich kenne und schätze das Engagement in unserem Netzwerk aus meiner bisherigen Arbeit im Vorstand. Als Geschäftsführerin will ich die Schulen darin stärken, eine Haltung zu entwickeln und diese im Schulalltag mit Leben zu füllen.“
Carsten Völtzke, Geschäftsführer Struktur & Qualität der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Gerade wenn Demokratie unter Druck gerät, braucht es Menschen, die die Auseinandersetzung führen, sich einmischen und das demokratische Miteinander aktiv mitgestalten. Genau diese Courage ist die Stärke unseres Netzwerks: Schüler*innen, Pädagog*innen und viele weitere Engagierte widersprechen menschenfeindlichen Positionen und übernehmen Verantwortung für ein respektvolles und diskriminierungssensibles Miteinander und damit den Zusammenhalt der Gesellschaft. Als Geschäftsführer möchte ich dazu beitragen, dieses Engagement zu stärken, weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass es an den Courage-Schulen dauerhaft Wirkung entfaltet und das Netzwerk auch in Zukunft trägt.“
Im anschließenden Eröffnungsvortrag stellt die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Achour die Ergebnisse der aktuellen Mitte-Studie vor und diskutiert deren Bedeutung für die politische Bildung: „Obwohl wir es gewusst haben, haben uns die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt aufgewühlt. Sie sind auch ein Zeichen für die fortschreitende Normalisierung rechten Denkens. Dass sich dies auch in Vorstellungen über Schule und politische Bildung widerspiegelt, haben bereits die Ergebnisse der Mitte-Studie 2025 gezeigt. Zugleich geben sie Anlass zur Hoffnung: Politische Bildung ist gerade jetzt ein wichtiges Instrument, um Demokratie zu stärken.“
Über die neuen Geschäftsführer*innen
Zonya Dengi ist in Berlin geboren und hat Nordamerikastudien und Lateinamerikanistik an der FU Berlin studiert. Viele Jahre arbeitete sie für den Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb). Anschließend verantwortete sie die Unternehmenskommunikation eines mittelständischen Unternehmens. Zonya Dengi war von 2016 bis 2025 im Vorstand des Trägervereins der Bundeskoordination Aktion Courage e. V. Seit Januar 2026 ist sie Geschäftsführerin Finanzen & Medien bei der Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.
Carsten Völtzke, in Thüringen aufgewachsen, hat Soziologie und Politikwissenschaft in Leipzig studiert. Als langjähriger Projektleiter beim Netzwerk für Demokratie und Courage e. V. hat er zahlreiche Projekte initiiert und Netzwerke gestaltet. Seit Juli 2025 ist er Geschäftsführer Struktur & Medien bei der Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.
Über Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage bietet Schulen die Möglichkeit, gegen Diskriminierung aktiv zu werden und das Klima an ihrer Schule mitzugestalten. Wir sind das größte Schulnetzwerk in Deutschland: 5.217 Schulen (Stichtag: 15.09.2026) aus ganz Deutschland sind ihm bisher beigetreten. Mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche besuchen Courage-Schulen.
Die Bundeskoordination ist die zentrale Koordinierungsstelle des Netzwerks. 16 Landeskoordinationen und 114 Regionalkoordinationen begleiten und unterstützen die Schulen des Netzwerks standortnah. Außerdem gehören 376 Kooperationspartner zum Courage-Netzwerk, die Maßnahmen der politischen Bildung durchführen.
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wendet sich gegen alle Ideologien der Ungleichwertigkeit. Die Schulen des Netzwerks haben sich beim Eintritt dazu verpflichtet, sich nachhaltig für die Gleichwertigkeit aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Die Kinder und Jugendlichen an den Courage-Schulen entscheiden dabei selbst, mit welchen Themen sie sich beschäftigen möchten.
Der Bundeskongress wird von der Bundeszentrale für politische Bildung finanziert. Die Arbeit der Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage/Aktion Courage e. V. wird über das Projekt „Kooperationsverbund Demokratiebildung im Jugendalter“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von der GEW gefördert.