„Rassismus wird viel ungehemmter ausgelebt“
Sanem Kleff leitete 25 Jahre lang Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage. Sie erklärt, warum Rechtsextremismus mancherorts als cool gilt.
Sanem Kleff, Vorsitzende unseres Trägervereins, erläutert im Interview mit der Frankfurter Rundschau, wie es sich mit dem Rassismus heute an den Schulen verhält. Und sie erklärt, wie ein angemessener und regelkonformer Umgang mit der AfD an den Schulen aussehen kann. Ausnahmsweise berichtet sie auch über eigene Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen.
„Was in den Herzen der Menschen vor zehn oder 20 Jahren vorgegangen ist, kann man nicht messen. Aber eins ist klar: Inzwischen werden rassistische Vorurteile, Hasssprüche und Handlungen viel offener und ungehemmter öffentlich und in der Gruppe ausgesprochen und ausgelebt“, sagt Sanem Kleff in dem Interview. Sie macht darauf aufmerksam, dass sich gesellschaftliche Entwicklungen auch auf das Klima an den Schulen auswirken.
In dem Gespräch erklärt sie, dass Schulen ein Hausrecht haben und Vertreter*innen rechtsextremer Parteien nicht einladen und ein Podium geeben müssen. Es steht den Schulen frei. Sie geht dabei nicht nur auf die juritische Ebene ein, sondern auch auf eine menschliche: „An einer Schule, an der Schüler*innen, Lehrer*innen, Kolleg*innen sagen, wir sind selbst potenzielle Opfer dieses Hasses und dieses Rassismus, wir wollen uns dem nicht aussetzen, muss das Vorrang vor allem anderen haben. Sie müssen nicht erdulden, dass jemand kommt und versucht zu erklären, warum die Abschiebung von Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben, richtig sei. Tatsächliche und potenzielle Opfer von Rassismus haben alles Recht der Welt, geschützt zu werden.“
Zum Interview in der Frankfurter Rundschau vom 26. März 2026