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Thüringer Schule feiert 30. Jahrestag

18. November 2025

Das Gymnasium Georgianum Hildburghausen hat Grund zu feiern: Es gehört seit 30 Jahren zum Netzwerk Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.

Carsten Völtzke überreicht dem Schulleiter das Schild des Netzwerks

Am 15. November 1995 schrieb das Gymnasium Georgianum im thüringischen Hildburghausen Geschichte: Nur wenige Monate nach der Gründung des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wurde sie die erste Courage-Schule in Ostdeutschland – bundesweit ist es die vierte Schule, die in das Netzwerk aufgenommen wurde. Am 10. November 2025 feierte sie ihren 30. Jahrestag.

Mit einem großen Festakt wurde die 30-jährige Mitgliedschaft begangen. Der Schulleiter Robby Krämer, sein Stellvertreter Andreas Roßt und eine ehemalige Schülerin, die heute Lehrerin an der Schule ist, Isabel Dworrak gaben spannende Einblicke in die drei Jahrzehnte als Courage-Schule.

Die Mitgliedschaft im Netzwerk geht auf das Engagement einer einzelnen Schülerin zurück. Weil das Engagement über die Jahre variiert und es mal mehr und mal weniger Workshops und Aktionen gibt, wurde nach 10 Jahren Bilanz gezogen. Fünf Schülerinnen beleuchteten anlässlich des Jubiläums in einer 100-seitigen Facharbeit, wie es um das Engagement der Schule bestellt ist. Das Resümee: Die Schule werde der Selbstverpflichtung des Netzwerks weiterhin gerecht; Verbesserungen seien aber möglich. Weitere 10 Jahre später, zum 20. Jahrestag, war zu der Festveranstaltung der damalige Ministerpräsident Thüringens Bodo Ramelow anwesend. Kurz zuvor hatten islamistische Terroristen mehrere Anschläge in Paris verübt; die grausamen Überfälle wurden auf der Veranstaltung damals thematisiert.

Die Festrede hielt Carsten Völtzke von der Bundeskoordination. Der Geschäftsführer Struktur & Qualität betonte: „Heute feiern wir nicht nur ein Jubiläum. Wir feiern Haltung – und die Menschen, die sie zeigen.“ Denn das, wofür das Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage stehe, sei ist eine tägliche Entscheidung, eine Kultur. Weil das Schild mit dem Netzwerklogo am Schulgebäude durch menschenverachtende Aufkleber beschädigt wurde, überreichte er dem Schulleiter ein neues. Damit wird die Schulgemeinschaft jeden Tag an die Selbstverpflichtung, sich gegen Diskriminierung zu engagieren, erinnert.

Carsten Völtzke berichtete in seiner Rede von seinem eigenen Aufwachsen in einem kleinen thüringischen Ort und von der Zeit nach der Wende: „Nach 1989, in den sogenannten Baseballschlägerjahren, habe ich erlebt, wie schnell sich Hass Bahn brechen kann.“ Mit Verweis auf den Zuspruch, den rechtsextreme Parteien derzeit erhalten, erinnerte er an das Netzwerkmotto #wirsindnichtneutral: „Gegenüber Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit dürfen wir niemals neutral sein“ und ermutigte die Schulgemeinschaft, sich weiterhin für die Gleichwertigkeit aller Menschen stark zu machen.