Drei Landestreffen zeigen die Stärke des Courage-Netzwerks
Die jüngsten Landestreffen in Potsdam, Magdeburg und Erfurt zeigen, wie vielfältig das Engagement im Courage-Netzwerk aussieht.
Ob in Potsdam, Magdeburg oder Thüringen: Im September wurde deutlich, wie lebendig das Engagement für eine demokratische und diskriminierungssensible Schule ist – trotz des politischen Drucks, den Rechtsextreme gegen das Netzwerk politisch aufbauen. Bei den Landestreffen von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage kamen Schüler*innen, Pädagog*innen und politische Bildner*innen zusammen, um zu diskutieren, neue Perspektiven kennenzulernen und Ideen für ihre Schulen zu entwickeln.
Brandenburg: Demokratie im Parlament erleben
Im Brandenburger Landtag in Potsdam trafen sich am 23. September 2026 rund 300 Vertreter*innen von 73 Courage-Schulen aus dem ganzen Land. Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke, eröffnete das Landestreffen. Einen inhaltlichen Impuls gab Carsten Völtzke von der Bundeskoordination. Im Abschlussplenum kam auch Bildungsminister Gordon Hoffmann mit den Teilnehmenden zusammen. Für einen besonderen Moment sorgte das Grußwort von Landesschülersprecher Jakob Stamm, der das Engagement der Schüler*innen ausdrücklich stärkte. Radioeins vom rbb hat mit ihm gesprochen (zum Beitrag).
Carsten Völtzke ermutigte die Teilnehmenden, die Begegnungen und Möglichkeiten des Tages zu nutzen: „Ihr könnt heute an einem einzigen Tag vieles von dem erleben, wofür ich sehr lange gebraucht habe: inspirierende Menschen, demokratische Bildung und neue Perspektiven – direkt in einem Parlament, in Freiheit und ohne Angst. Bleibt mutig!“
Gerade dieser Ort machte deutlich, worum es beim Courage-Netzwerk geht: Demokratie nicht nur zu besprechen, sondern sie selbst zu erleben, Fragen zu stellen und die eigene Stimme einzubringen. Organisiert wurde das Landestreffen von der Landeskoordination bei den RAA Brandenburg.
Sachsen-Anhalt: 800 Menschen machen mit
Am 16. September 2026 verwandelte sich der Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal in einen großen Treffpunkt für rund 800 engagierte Schüler*innen und Pädagog*innen. Das Programm war so vielfältig wie die Themen, die junge Menschen an ihren Schulen beschäftigen. In 28 Workshops ging es unter anderem um Demokratie, Künstliche Intelligenz und Desinformation, Mobbing, Geschlechtervielfalt, rechte Szenecodes und Filterblasen.
Doch es wurde nicht nur diskutiert. Theater, Musik, Graffiti, Breakdance, Capoeira und Fußball brachten Bewegung in den Tag. Auch Rapper und Schulpate Matondo war dabei. So entstand ein Landestag, der politische Bildung mit Kreativität und gemeinsamer Aktivität verband – und damit viele unterschiedliche Zugänge zum Engagement eröffnete. Der MDR hat über das Landestreffen berichtet (zum Beitrag).
Bildungsminister Jan Riedel machte in seinem Grußwort deutlich, wo demokratische Bildung beginnt: „Demokratie wird nicht nur im Landtag gemacht. Demokratie beginnt im Klassenzimmer, auf dem Schulhof und im täglichen Umgang miteinander.“
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Landeskoordination Sachsen-Anhalt bei der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.
Thüringen: Mut zum Mitmachen
Im thüringischen Erfurt stand das 11. Landestreffen am 8. September 2026 unter einem Motto, das zugleich als Aufforderung verstanden werden kann: „Mut zum Mitmachen!“ Es wurde gelernt, gelacht, nachgefragt – und vor allem gemeinsam ausprobiert, was Engagement an Schule bewirken kann.
Dabei wurde deutlich, dass Beteiligung viele Formen haben kann. Manchmal beginnt sie mit einer Idee, manchmal mit einer Frage oder einer Begegnung. Entscheidend ist, dass aus diesen Impulsen konkrete Schritte werden. Zum Abschluss ging deshalb nicht nur ein Dank an alle Beteiligten, sondern auch eine Einladung mit auf den Weg: Ideen mitnehmen, weiterspinnen und in die eigenen Schulen tragen. Die Thüringische Landesskoordination, die zu dem Landestreffen eingeladen hatte, ist an der Europäischen Jugend- und Begegnungsstätte Weimar angesiedelt.
Die drei Landestreffen zeigen, wie unterschiedlich Engagement im Courage-Netzwerk aussehen kann. Was sie verbindet, sind die Menschen dahinter: Schüler*innen, Pädagog*innen und viele weitere Engagierte, die sich für eine Schule einsetzen, in der Ausgrenzung keinen Platz haben soll und demokratische Werte im Alltag gelebt werden.