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Das postkoloniale Klassenzimmer

Neue Publikation von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

In vielen deutschen Schulklassen hat die Mehrheit der Schüler*innen mindestens ein Elternteil, der eingewandert ist. Sie bringen eine Vielfalt an biografischen Bezügen in die Schulen, die historische Ereignisse in einem neuen Licht erscheinen lassen. Was heißt das für den Unterricht? Welche alten und neuen Perspektiven sollen in den Lehrplänen beispielsweise für die Fächer Geschichte, Geografie und Kunst berücksichtigt werden?

In dem neuen Baustein „Das postkoloniale Klassenzimmer“ betrachtet der Autor Mark Terkessidis das Klassenzimmer als Knoten in einem Netzwerk transnationaler Geschichten, in denen Imperialismus, Kolonialgeschichte und Nationalsozialismus tiefe Spuren hinterlassen haben. Er widmet sich blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur wie beispielsweise Deutschlands Rolle bei der gewaltsamen Eroberung Lateinamerikas oder dem Mord an mindestens 150.000 Menschen in den damaligen Kolonien Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwest. Der Autor plädiert dafür, auch Polen, das 150 Jahre von Preußen und später vom Deutschen Reich besetzt war, in die Kolonialismusdebatte einzubeziehen. Terkessidis zeigt, dass der deutsche und europäische Kolonialismus die Machtverhältnisse und die globale Verteilung von Reichtümern bis heute grundlegend prägen, und er liefert konkrete Hinweise, wie man sich mit alldem im Unterricht auseinandersetzen kann.

Sanem Kleff, Direktorin der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage:  „Ein eindimensionaler Blick auf historische Geschehen ist heutzutage vollkommen überholt und kontraproduktiv. Wir benötigen eine gemeinsame Erinnerungskultur, die auch konträren Perspektiven auf der Grundlage gemeinsamer Werte gerecht wird.“

Der Baustein „Das postkoloniale Klassenzimmer“ kann im Courage-Shop kostenlos als PDF heruntergeladen oder für eine Schutzgebühr von 2,95 € gekauft werden.

Pressemitteilung zum Download

Der Baustein „Das postkoloniale Klassenzimmer“ wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.