Antisemitismus in der Schule
Neuer Baustein „Institutioneller Antisemitismus in der Schule“ von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage / Einladung zur Online-Präsentation am 16. Mai
Antisemitismus ist Teil des Alltags an Schulen. Die Bandbreite reicht von Andeutungen, Beleidigungen, Übergriffen bis zu strukturellen Ausschlüssen. Die Autorinnen Marina Chernivsky und Friederike Lorenz-Sinai zeigen in dem Baustein „Institutioneller Antisemitismus in der Schule“, wie Antisemitismus über Generationen weitergegeben, nicht wahrgenommen oder legitimiert wird – und dass eine Aufarbeitung antisemitischer Vorfälle an Schulen zu häufig ausbleibt.
Die Diskussion um Antisemitismus an Schulen, vor und nach dem 7. Oktober 2023, dem Terrorangriff der Hamas auf Israel, dreht sich meistens um einzelne Vorfälle. Als Problemgruppe werden dabei vor allem junge Menschen gesehen. Aktuelle Studien geben jedoch weiterreichende Einblicke, wie Antisemitismus im Alltag von Schüler*innen und Lehrkräften auftritt und wie er in der Institution Schule tradiert und aufrechterhalten wird.
Der Baustein „Institutioneller Antisemitismus in der Schule“, Berlin 2024, 72 Seiten (A5), gibt es zum kostenlosen Download als PDF. Die Printausgabe kann für eine Schutzgebühr von 2,95 € bestellt werden: https://www.schule-ohne-rassismus.org/produkt/baustein-14-institutioneller-antisemitismus-in-der-schule/
Die Autorinnen plädieren dafür, antisemitische Praktiken als Strukturmerkmal von Schulen aufzufassen. Anhand von Ergebnissen aus der Bundesländerstudienreihe zeigen sie, dass Schulen für jüdische Schüler*innen als „unsichere Orte“ wirken. Mit dem Baustein regen sie an, sich selbst antisemitismuskritisch zu befragen und den Umgang mit Antisemitismus als integralen Bestandteil der Schulentwicklung zu begreifen.
Journalist*innen sind herzlich zu der Online-Präsentation mit den Autorinnen eingeladen: Donnerstag, 16. Mai 2024, 10.00-12.00 Uhr. Bitte melden Sie sich unter Angabe Ihres Mediums an: presse@aktioncourage.org
Marina Chernivsky ist Psychologin und Verhaltenswissenschaftlerin. Sie leitet das Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung und ist Geschäftsführerin der Beratungsstelle OFEK e. V. Zusammen mit Friederike Lorenz-Sinai leitet sie seit 2018 die Bundesländerstudienreihe zu Antisemitismus im Kontext Schule.
Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai forscht zu Antisemitismus in institutionellen Kontexten, zur Aufarbeitung von (sexualisierter) Gewalt und zum Strafvollzug. Sie ist Professorin für Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialarbeitsforschung an der Fachhochschule Potsdam.
Die Erstellung des Bausteins „Institutioneller Antisemitismus in der Schule“ wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und unterstützt von der GEW.