Sanem Kleff und Eberhard Seidel mit Bundesverdienstkreuz geehrt
Das langjährige Leitungsduo von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC) hat gestern für seinen Beitrag zur Ausgestaltung der Menschenrechtserziehung an Schulen das Bundesverdienstkreuz erhalten.
In einer feierlichen Zeremonie überreichte Christina Henke, Staatssekretärin für Bildung, in der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, im Auftrag des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande an Sanem Kleff, Direktorin der Bundeskoordination von SOR-SMC und Vorstandsvorsitzende des Trägervereins Aktion Courage e. V., und Eberhard Seidel, dem langjährigen Geschäftsführer und Senior Advisor der Bundeskoordination von SOR-SMC.
Über die Trägerin und den Träger der Auszeichnung sagte die Staatssekretärin: „Die Pädagogin Sanem Kleff engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Funktionen, sowohl haupt- als auch ehrenamtlich, für die Förderung von Bildungsgerechtigkeit und gegen Diskriminierung an Schulen. Seit 25 Jahren ist sie das Herz und das Gesicht des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und hat somit eine bundesweite Struktur aufgebaut, mit der Schulen einen Rahmen für Demokratiebildung erhalten haben und sich aktiv gegen jede Form von Ausgrenzung, Mobbing und Gewalt wenden. Mein Dank gilt in gleichem Maße Eberhard Seidel, dem Geschäftsführer der Bundeskoordination des Netzwerks, der ebenso engagiert für ein demokratisches und respektvolles Schulklima eintritt und sich schon früh für die konkreten Lebenswelten von Jugendlichen in Deutschland interessierte und dazu geforscht und veröffentlicht hat. Beide Persönlichkeiten stehen für die inhaltliche Ausgestaltung der Menschenrechtserziehung an Schulen in Berlin und ganz Deutschland. Dafür gebührt Ihnen unsere Anerkennung!“
Seit 45 Jahren setzt sich Sanem Kleff gegen diskriminierende Strukturen im deutschen Schulsystem ein. Sie wendet sich dabei gegen alle Ideologien der Ungleichwertigkeit, insbesondere Rassismus und Antisemitismus. Sie begann 1981 als Lehrerin an Berliner Hauptschulen Geflüchtete und andere Seiteneinsteiger aus dem Ausland in „Deutsch als Zweitsprache“ zu unterrichten. Im selben Jahr wurde sie Mitglied in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, GEW, und bekleidete im Laufe der Zeit verschiedene Ämter.
Am 11. Dezember 1999 wurde Sanem Kleff in den Vorstand von Aktion Courage e. V. gewählt, dem Trägerverein des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Zugleich wurde sie Direktorin des Courage-Netzwerks und entwickelte es mit einer visionären Strategie, einem neuen inhaltlichen Ansatz und einer neuen föderalen Organisationsstruktur zu dem wohl größten und effektivsten schulischen Präventionsnetzwerk in Europa. Nach 25 Jahren an der Spitze des Netzwerks gibt sie Ende 2025 ihr Amt als Direktorin der Bundeskoordinationsstelle des Netzwerks ab.
Eberhard Seidel setzt sich als Publizist und Buchautor seit den 1980er Jahren dafür ein, dass Deutschland als Einwanderungsgesellschaft verstanden wird. Von 1997 bis 2002 war er Journalist bei der taz, die Tageszeitung, als Meinungsredakteur, Leiter des Inlandressorts und Mitglied des Vorstands. Er befasste sich umfassend mit dem Rechtsextremismus der 80er, 90er und Nuller Jahre und den Jugendkulturen jener Zeit und ist Gründungsmitglied des Archivs der Jugendkulturen.
Von 2002 bis Oktober 2025 war Eberhard Seidel Geschäftsführer der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und prägte in seiner Funktion gemeinsam mit Sanem Kleff den Ausbau des Schulnetzwerks. Die Publikationsreihen des Netzwerks, die er entwickelt und redaktionell geleitet hat, sind ein wichtiger Bestandteil der Demokratiebildung in Deutschland. Darüber hinaus ist er als Autor vor allem für seine kultursoziologischen Werke bekannt, darunter seine vielbeachteten Bücher über den Döner als Spiegel deutsch-türkischer Geschichte und Migration.
Über Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist ein Projekt von Aktion Courage e. V. und bietet Kindern, Jugendlichen und Lehrer*innen die Möglichkeit, gegen Diskriminierung aktiv zu werden. Es ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland: 4.935 Schulen (Stichtag: 02.12.2025) sind ihm bisher bundesweit beigetreten.
Die Bundeskoordination ist die zentrale Koordinierungsstelle des bundesweiten Netzwerks. 16 Landeskoordinationen und 113 Regionalkoordinationen unterstützen die Schulen des Netzwerks standortnah.