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Bundeskongress 2025: Kinder und Jugendliche stärken unsere Demokratie

18. September 2025
Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hält auf dem Bundeskongress ein Grußwort
Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hielt auf dem Bundeskongress ein Grußwort (c) Wolfgang Borrs

Heute startete der Bundeskongress von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Seit 30 Jahren unterstützt das Netzwerk Schüler*innen dabei, sich für unsere Demokratie einzusetzen.

Mehr als 170 politische Bildner*innen und Expert*innen kommen am 18. und 19. September 2025 auf dem Bundeskongress von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage zu dem Thema „Kinder und Jugendliche stärken unsere Demokratie“ im Festsaal Kreuzberg in Berlin zusammen. Es ist das jährliche Treffen der 130 Koordinierungsstellen, auf dem die politischen, strategischen und organisatorischen Herausforderungen des größten Schulnetzwerkes in Deutschland diskutiert werden. In einem Open Space, Vorträgen und Workshops setzen sich die Teilnehmenden mit den aktuellen demokratiefeindlichen Entwicklungen in unserer Gesellschaft auseinander und diskutieren, wie das Netzwerk junge Menschen dabei unterstützen kann, sich für die Gleichwertigkeit aller Menschen einzusetzen, demokratische Prinzipien wie Partizipation zu leben und Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Direktorin Sanem Kleff stellte bei der Eröffnung des Kongresses die Verstärkung der Leitung der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage vor: Nadia Zitouni und Carsten Völtzke, die bis zum 31. Dezember 2025 gemeinsam mit Sanem Kleff und danach als Doppelspitze die Bundeskoordination leiten werden. Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sprach anschließend ein Grußwort.

Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sagte in ihrer Rede: „Ich freue mich, wenn der Bund Programme wie Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage fördert, die sich so breit entfalten“ und sprach ihren Dank an die Schüler*innen, Pädagog*innen und Pat*innen für ihr Engagement aus. „Demokratie muss gelernt, geübt und verteidigt werden. In jeder Generation gibt es neue Herausforderungen. Dazu gehört das Unterscheiden von Fakten von Meinungen. Und es haben nicht mehr alle Menschen das gleiche Demokratieverständnis in unserem Land. Daran müssen wir arbeiten.“ Schließlich betonte sie: „Wir müssen auch Empathie vermitteln. Das fängt bereits in der Kita an – wie auch die Demokratiebildung.“

Cemile Giousouf, Leiterin der Fachabteilung und Vertreterin des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, wendete sich mit einer Videobotschaft an die Teilnehmenden: „Der Titel des diesjährigen Kongresses ‚Kinder und Jugendliche stärken unsere Demokratie‘ hat eine doppelte Bedeutung: Kinder und Jugendliche sind eine tragende Säule unserer demokratischen Kultur. Zugleich ist das Motto eine Handlungsaufforderung an uns Erwachsene, dies anzuerkennen, zu fördern und weiter auszubauen. Wir sind diejenigen, die Beteiligung ermöglichen müssen – und dafür sorgen, dass Engagement nicht im Sande verläuft.“
Die Bundeszentrale für politische Bildung ist eine langjährige Partnerin des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, und sie finanziert den Bundeskongress.

Sanem Kleff, Direktorin von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Tag für Tag engagieren sich Schüler*innen und Pädagog*innen unseres Netzwerks für ein respektvolles Miteinander und für die Stärkung demokratischer Werte. Gleichzeitig bekommen wir alle zunehmend Gegenwind zu spüren, der den Einsatz gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit wie Antisemitismus, Rassismus und Frauenfeindlichkeit erschwert und Aktive und Kolleg*innen mitunter verunsichert. Das spornt uns umso mehr an, uns mit aller Kraft weiterhin entschieden für Gleichwertigkeit einzusetzen.“

Nadia Zitouni, Geschäftsführerin Finanzen & Medien der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Mehr als 4.800 Schulen engagieren sich deutschlandweit im Rahmen von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Sie setzen sich mit Aktionen, Projekttagen und Workshops der Demokratiebildung für unsere Demokratie ein. Dass unser Netzwerk weiter wächst, verdanken wir dem Engagement zigtausender Menschen, die sich deutschlandweit und parteiübergreifend für die Werte engagieren, die das Netzwerk vertritt. Als Teil der neuen Leitung daran anzuknüpfen ist eine dankbare, aber auch sehr große Aufgabe.“

Carsten Völtzke, Geschäftsführer Struktur & Qualität der Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Um die Schüler*innen bei ihren selbstbestimmten Aktivitäten zu unterstützen, knüpft die Bundeskoordination ein enges Netz von Kooperationspartnern und Expert*innen im Bereich der Demokratiebildung, die Musik- oder Theater-Workshops, diskriminierungskritische Trainings oder Ausstellungsprojekte an den Schulen begleiten und umsetzen. Gemeinsam mit ihnen gelingt es, Kinder und Jugendliche bei ihrem zukunftsträchtigen Engagement für unsere Demokratie zu unterstüzen – für eine offene und vielfältige Gesellschaft.“

Mehr als 20 Organisationen und Träger der politischen Bildung präsentieren stellvertretend für die 374 offiziellen Kooperationspartner von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ihre Angebote und Materialien auf dem Bundeskongress.

Prof. Dr. Roland Roth, Beiratsmitglied von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, hielt den Eröffnungsvortrag über Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen: „Demokratie muss gelernt werden, ein Leben lang. Viele Erwachsene glauben, sie könnten Demokratie. Aber sie scheinen junge Menschen zu ,vergessen‘, wenn es um Entscheidungen über deren Lebensverhältnisse geht. Dies war bei den Corona-Einschränkungen so und wiederholt sich in der Debatte über eine Wehr- und Dienstpflicht. Laut der UN-Kinderrechtskonvention jedoch sind Kinder und Jugendliche bei allen Entscheidungen zu beteiligen, die ihre Angelegenheiten betreffen. Die Schulen des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage tragen dazu bei, dass unsere Demokratie eine Zukunft hat.“

Über Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage bietet Schulen die Möglichkeit, gegen Diskriminierung aktiv zu werden und das Klima an ihrer Schule mitzugestalten. Wir sind das größte Schulnetzwerk in Deutschland: 4.856 Schulen (Stichtag: 16.09.2025) aus ganz Deutschland sind ihm bisher beigetreten. Mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche besuchen Courage-Schulen. Das Netzwerk besteht seit 30 Jahren: Es wurde am 25. August 1995 auf der Bundespressekonferenz von Ignaz Bubis, Cem Özdemir und dem Musiker Smudo der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bundeskoordination ist die zentrale Koordinierungsstelle des Netzwerks. 16 Landeskoordinationen und 113 Regionalkoordinationen begleiten und unterstützen die Schulen des Netzwerks standortnah. Außerdem gehören  374 Kooperationspartner zum Courage-Netzwerk, die Maßnahmen der politischen Bildung durchführen.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wendet sich gegen alle Ideologien der Ungleichwertigkeit. Die Schulen des Netzwerks haben sich beim Eintritt in das Netzwerk dazu verpflichtet, sich nachhaltig für die Gleichwertigkeit aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Die Kinder und Jugendlichen an den Courage-Schulen entscheiden dabei selbst, mit welchen Themen sie sich beschäftigen möchten.

Pressemitteilung zum Download