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Sanem Kleff: 25 Jahre Engagement für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

11. Dezember 2024
© Christian Jungeblodt

Der 11. Dezember ist für das Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ein besonderer Tag: Vor 25 Jahren, am 11. Dezember 1999 wurde Sanem Kleff in den Vorstand von Aktion Courage e. V., des Trägervereins der Bundeskoordination, gewählt. Ihre Arbeit hat das Projekt zu dem wohl größten und effektivsten schulischen Präventionsnetzwerk gegen Ungleichwertigkeitsdenken in Europa gemacht und nachhaltig die deutsche Schullandschaft und Demokratieentwicklung geprägt. 

Norbert Hocke, langjähriges Vorstandsmitglied von Aktion Courage e. V. erklärt dazu: „Sanem Kleffs Wirken ist ein Glücksfall für die Schullandschaft und Demokratieentwicklung in Deutschland. Ihre unermüdliche Arbeit hat unzählige junge Menschen inspiriert, sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzusetzen.

Sanem Kleff und Eberhard Seidel bei der Zehn-Jahres-Feier von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage in Saarbrücken 2005. Foto: Metin Yilmaz

Die Geschichte beginnt 1995 mit der Gründung des Projekts „Schule ohne Rassismus“ durch den Verein Aktion Courage e. V. Vorbild war ein gleichnamiges Projekt in Belgien. Unter der Schirmherrschaft  des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Ignatz Bubis und des Grünen-Abgeordneten Cem Özdemir (heute Minister) startete das Projekt.  Das Immanuel-Kant-Gymnasium in Dortmund wurde im Sommer 1995 die erste „Schule ohne Rassismus“. Doch der erhoffte „Schneeballeffekt“ blieb erst einmal aus; bis 1999 traten nur 39 Schulen dem Netzwerk bei. Finanzielle Sorgen und Ermüdungserscheinungen führten zu Überlegungen, das Projekt zu beenden.

Der Tiefpunkt markierte zugleich einen Wendepunkt. Die Wahl von Sanem Kleff in den Vorstand am 11. Dezember1999 brachte neuen Schwung, einen inhaltlichen, organisatorischen und finanziellen Neustart. Sanem Kleff, geboren in Ankara und aufgewachsen in der Türkei und Deutschland, brachte ihre langjährige Erfahrung als Hauptschullehrerin, Fortbildnerin und engagierte Gewerkschafterin (GEW) im Bereich interkultureller Pädagogik mit ein. Ihre zentrale Überzeugung: Der gemeinsame Lernort Schule, den alle Schüler*innen besuchen müssen, ist bei der Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus und jeder Form von Ungleichwertigkeitsdenken zentral.

Cem Özdemir und Sanem Kleff bei der 15-Jahres-Feier mit einem Foto der Pressekonferenz zur Gründung. Foto: Aris Papadopoulos

Ab dem Jahr 2000 erfuhr das Netzwerk eine umfassende Transformation. Der Sitz wurde von Bonn nach Berlin verlegt; aus „Schule ohne Rassismus“ wurde „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Vor allem aber ließen sich Sanem Kleff und der bald hinzukommende Geschäftsführer Eberhard Seidel von Widrigkeiten nicht entmutigen: Mit Beharrlichkeit und strategischem Geschick bauten sie das Netzwerk aus und professionalisierten seine Arbeit. Schritt für Schritt gelang der Aufbau von Landes-, später auch Regionalkoordinationen, die die Netzwerkschulen standortnah unterstützen.

Mit (der damaligen) Bundeskanzlerin Angela Merkel und Schüler*innen beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten 2012.

Heute begleiten 126 Koordinierungsstellen, mehr als 370 Kooperationspartner, und 4.000 Patinnen und Paten die mehr als 4.600 Courage-Schulen in ihrem Engagement.  „Sanem Kleff hat die Fähigkeit, Gleichgesinnte zu mobilisieren und Menschen zu verknüpfen“, betont Aktion-Courage-Vorstandsmitglied Hocke, „zugleich hat sie sich nie gescheut, Haltung zu beziehen. Sanem Kleff sprach bereits von Rassismus, als dieser in der Öffentlichkeit noch gar nicht benannt wurde.“ Bis heute spricht Sanem Kleff immer wieder unbequeme Themen an und bezieht stets eine klare Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung. 

Sanem Kleff, Geschäftsführer Resa Memarnia (l.) & Eberhard Seidel (Mitte) mit Norbert Hocke, Sevgi Kahraman-Brust, Klaus Farin, Zonya Dengi und Mo Asumang (v. l. n. r.) aus dem Vorstand von Aktion Courage e. V. beim Bundeskongress 2024. Foto: Wolfgang Borrs

Motiviert und inspiriert hat sie damit nicht nur unzählige Schüler*innen und Pädagog*innen – sondern auch das Team der Bundeskoordination. Liebe Sanem, wir danken dir für dein Engagement!