Islamistische Radikalisierung: Handreichung für Schulen
Unsere neuer Baustein „Islamismusprävention in der Schule“ unterstützt Lehrkräfte dabei, Islamismus früh zu erkennen, zu thematisieren und präventiv entgegenzuwirken. Bis Ende Mai ist er mit Rabatt erhältlich.
Die Autoren sind ausgewiesene Experten für das Thema: Prof. Dr. Dr. Rauf Ceylan ist Professor für Religionssoziologie am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. Zu Ceylans wissenschaftlichen Schwerpunkten zählt die gegenwartsbezogene Islam- und Migrationsforschung. Prof. Dr. Michael Kiefer ist Professor für Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück. Kiefer hat zudem 14 Jahre lang Projekte der Radikalisierungsprävention in der Schulsozialarbeit geleitet.
Wir haben euch fünf zentrale Aussagen aus der Publikation zusammengestellt:
1. Der Islamismus greift auf traditionelle religiöse Bezüge zurück, um ein modernes Herrschaftsprojekt zu legitimieren.
Die Autoren sprechen von einem „modernen Islamismus“: Die postulierte Rückkehr zu einer vermeintlich „reinen“ Ordnung, die historisch so nicht existierte, geht mit einer politischen Umdeutung religiöser Lehren einher. Dies wird mit modernen Mitteln kombiniert, etwa durch Teilnahmen an Wahlen, die Nutzung globaler Mediennetzwerke und zeitgenössischer Überwachungstechnologien.
2. Zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als politischer Ideologie muss unterschieden werden.
Islamismus bezeichnet Bestrebungen, staatliche und gesellschaftliche Ordnungen im Sinne einer bestimmten religiösen Auslegung des Islams zu gestalten – auch unter Einsatz von Gewalt. Dazu instrumentalisiert er religiöse Symbole und Deutungen. Der Islam hingegen ist eine Religion, die für die meisten Gläubigen vor allem eine persönliche Glaubenspraxis sowie eine ethische Lebensführung im Bewusstsein Gottes umfasst. Diese Unterscheidung ist unerlässlich, damit muslimische Schüler*innen nicht stigmatisiert werden.
3. Zu den großen Herausforderungen gehört die Online-Mobilisierung islamistischer Akteure.
Durch den Einsatz sozialer Medien, KI und digitaler Plattformen sind die Kosten für Propaganda erheblich gesunken, während die Reichweite – auch in westlichen Gesellschaften – deutlich gestiegen ist. In sozialen Medien erzeugen islamistische Influencer*innen gezielt Nähe und persönliche Ansprache. Zugehörigkeitsnarrative schaffen Gemeinschaftsgefühle und können auch zu konkreten militanten Handlungen motivieren.
4. Fachkräfte müssen einen gemeinsamen Präventionsbegriff festlegen: Prävention gegen was?
Eine zentrale Voraussetzung gelingender Präventionsarbeit ist ein gemeinsames Verständnis darüber, welches Verhalten als problematisch gilt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn etwa die Integrität von Lehrpersonen verletzt wird oder wenn Gewalt und Zwang als legitime Mittel zur Durchsetzung politischer oder religiöser Ziele dargestellt oder befürwortet werden.
5. Eine tragfähige Beziehung zu den Schüler*innen ist eine zentrale Voraussetzung präventiver Arbeit.
Der Religionsunterricht, speziell auch der islamische Religionsunterrichts, kann ein wirksames präventives Feld darstellen. Der offene Austausch über religiöse Fragen und das kontinuierliche Gespräch fördern Vertrauen und können Radikalisierungsprozessen entgegenwirken. Treten Anzeichen von Problemlagen auf, sollte die Beziehung zu den Schülerinnen gezielt gestärkt und intensiviert werden.
Der Baustein „Islamismusprävention in der Schule“ kann derzeit für 3,50 € bestellt werden. Die Rabattaktion läuft bis zum 31. Mai, danach kostet er regulär 4,50 €. Zum Courage-Shop