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So aktiv sind die Courage-Schulen!

Auch in diesem Schuljahr haben wieder unzählige spannende und kreative Aktionen an den Courage-Schulen stattgefunden. Besonders geprägt war das Engagement in diesem Jahr von dem Einsatz für geflüchtete Mitschüler*innen und Mitmenschen. Damit ihr sehen könnt, was an den anderen der mittlerweile fast 2.500 Courage-Schulen dieses Jahr passiert ist, haben wir hier für euch eine kleine Auswahl der vielfältigen und beeindruckenden Aktionen zusammengestellt, die beispielhaft für hunderte vergleichbarer Aktivitäten steht.


Berlin: Ayla darf bleiben! – Abschiebung verhindert

Foto: Sonja Eichel

Drohende Abschiebungen waren in diesem Schuljahr leider häufiger ein Thema an Courage-Schulen und haben für Protest der Schüler*innen gesorgt. Erfolgreich war dabei die Sonnen-Grundschule in Berlin-Neukölln. An einem Freitag Ende Januar lief dort eine ganze Schulklasse jubelnd über den Schulhof. „Ayla darf bleiben!“, riefen die Kinder der zweiten Klasse aufgeregt. Die in Deutschland geborene und aufgewachsene Klassensprecherin sollte mit ihrer Familie nach Aserbaidschan abgeschoben werden. Doch als das bekannt wurde, regte sich sofort Widerstand an der Schule. 200 Schüler*innen protestierten mit selbstgebastelten Plakaten gegen die geplante Abschiebung. Mit Erfolg – der  Berliner Innensenator entschied, dass Ayla bleiben darf. Für dieses Engagement wurde die Grundschule sogar mit dem Mete-Ekşi-Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Bad Segeberg: Geflüchtete Mitschüler*innen berichten

Schüler*innen des BBZs präsentieren irakische Gerichte. Foto: Screenshot Lübecker Nachrichten

Unter dem Motto „Äußerlich verschieden – innen gleich“ kamen die 400 Schüler*innen des Berufsbildungszentrums im holsteinischen Bad Segeberg zusammen. Neben der Vorstellung von kulinarischen Köstlichkeiten, Festen und Spielen aus aller Welt beeindruckte vor allem der Bericht von einigen der rund 150 geflüchteten Mitschüler*innen. Mucksmäuschenstill war es, als sie ihre bewegenden Geschichten der Flucht aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan erzählten, und davon, wie sie versuchen, in Deutschland Fuß zu fassen.

Perleberg: Mit Musik gegen Rechtsextremismus

Foto: Die Courage-AG des Gottfried-Gymnasiums

Die Courage-Aktiven des Gottfried-Arnold-Gymnasiums in Brandenburg haben nun schon zum vierten Mal ein Konzert gegen Rassismus und Rechtsextremismus veranstaltet. Fünf Bands, zum Teil aus der Region, zogen zahlreiche Besucher*innen an, die bei der Aktion „Deine Linke gegen Rechts“ auch gleich ihren linken Handabdruck als Zeichen des Engagements gegen Rechtsextremismus hinterließen. An den aufgebauten Infoständen konnten sich die Gäste außerdem über Projekte gegen Rechtsextremismus informieren.

Gronau: Erinnern an den Nationalsozialismus

Foto: Screenshot Westfälischer Anzeiger

In der 21 Tage langen Woche der Erinnerung beschäftigten sich die Schüler*innen der Fridtjof-Nansen-Realschule Gronau (Nordrhein-Westfalen) mit der Geschichte ihrer Region im Nationalsozialismus. Die sogenannten Emslandlager waren Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager, die den Nationalsozialisten von 1933 bis 1945 als Internierungsstätten mit unterschiedlichen Funktionen dienten.  Die Courage-Schüler*innen der siebten Klasse hatten zuvor der Gedenkstätte Esterwegen einen Besuch abgestattet und die Grabstätte gepflegt. Die Woche der Erinnerung organisierte die Schule in Kooperation mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Agatha Epe und der Evangelischen Kirchengemeinde Gronau.

10-jähriges Jubiläum als Courage-Schule

Foto: FOS-BOS Regensburg

68 Schulen konnten in diesem Schuljahr ihr bereits 10-jähriges Jubiläum als Courage-Schule feiern (und 11 Schulen sogar das 20-jährige). Eine davon ist die Staatliche Fach- und Berufsoberschule in Regensburg (Bayern), die zu diesem Anlass einen umfangreichen Projekttag mit Workshops, Musik, Diskussionen, Ausstellungen und Theater auf die Beine stellte. Dabei gab es unter anderem ein Planspiel zum Asylprozess, einen Vortrag des Regenburger Vereins Sea-Eye, der Geflüchtete vor der afrikanischen Mittelmeerküste vor dem Ertrinken rettet, und eine szenische Lesung des Stückes „Enisas Tagebuch“ über die Geschichte der 10-jährigen Enisa, die aus einer Roma-Familie stammt und vor Krieg und Verfolgung aus dem Kosovo flüchtet. Der Projekttag wurde begleitet von Ausstellungen zu den Themen Rechtsextremismus, Homophobie und Islam. Der Projektleiter Roland Woike betonte, wie wichtig das Engagement der Schule ist: „Auch nach zehn Jahren ist es notwendig, klare Positionen zu beziehen und Rassismus keinen Platz zu geben. Mit diesem Tag zeigen wir Flagge."

Berlin: Respektclub für sexuelle Vielfalt

Foto: Kathrin Harms

Die Berliner Kurt-Schwitters-Schule befasst sich als Courage-Schule mit allen Ideologien der Ungleichwertigkeit. Zusätzlich setzen sich die Schüler*innen der Gesamtschule in einem Respektclub verstärkt für sexuelle Vielfalt ein. Mit Kunstprojekten und Aktionen wie einem Queer-History-Month oder einem Cross-Dressing-Day sorgen die Aktiven des Clubs für mehr Toleranz an der Schule und kämpfen gegen Homo- und Transphobie.

Hamm: Rappen gegen Rassismus

Foto: Screenshot Westfälischer Anzeiger

Die Courage-Schüler*innen des Märkischen Gymnasiums in Hamm (Nordrhein-Westfalen) haben einen Rapsong gegen Rassismus produziert. In dem Lied Herzlich Willkommen am MGH! positionieren sich die Aktiven deutlich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, denn „für uns gibts nur eine Option: Menschlichkeit.“ Dabei wurden sie nicht nur von dem Referenten Jan Herbst und seinen Kollegen unterstützt, sondern auch vom Dortmunder Rapper Schlakks, der sie beim Texten und Aufnehmen begleitete. Öffentlich präsentiert wird der Song zum ersten Mal beim Schulfest am 7. Juli. Schon jetzt ist neben dem Schulleiter auch die Bundeskoordination begeistert von Text und Musik. Den gelungenen Track könnt ihr hier anhören.

Moosfelde: Courage im Stadtbild

Die Schüler*innen der Gemeinschaftsgrundschule Moosfelde

Bei strahlender Wintersonne und klirrender Kälte eröffneten die Schüler*innen der Gemeinschaftsgrundschule Moosfelde (Nordrhein-Westfalen) im Dezember mit einem Lied und einem Theaterstück den neugestalteten Stadtpark in Moosfelde. Dieser trägt den schönen Namen „Courage-Park“. Die Grundschule möchte mit eigenem Mut Gerechtigkeit im Alltag durchsetzen und sozialen Ungerechtigkeiten begegnen, so die Begründung zum Namensvorschlag, der sich schließlich durchgesetzt hatte. Der neue Park soll ein Ort der Begegnung und Kommunikation sein.